Loris Capirossi
thumb|Loris_CapirossiLoris Capirossi (4. April 1973 in Castel San Pietro Terme (BO), Italien) ist ein italienischer Motorradrennfahrer und dreifacher Weltmeister.
Capirossi ist 1,65 m groß und wiegt 59 kg, er startet seit Jahren mit der Startnummer 65 für Ducati in der MotoGP-Klasse.
Sein Spitzname Capirex wurde ihm von Kenny_Roberts_jr. verliehen. Im Januar 2007 änderte er ihn in Anlehnung an den Tyrannosaurus rex scherzhaft in CapiTrex, da er wegen seines Alters und der Tatsache, daß er vor seiner 18. Saison in der Motorrad-WM stand, von einigen schon als "Dinosaurier" bezeichnet wurde.
Sportliche Karriere
Anfänge
Wie viele andere Piloten auch, begann Loris Capirossi schon in sehr jungen Jahren mit dem Motorradfahren. Seine ersten Erfahrungen sammelte er mit vier Jahren auf einem Offroad-Motorrad, er zeigte damals schon ein gewisses Talent und eine gute Fahrzeugbeherrschung. Im Jahr 1986 fuhr er seine ersten Motocrossrennen, 1987 absolvierte er seine erste Saison im Straßenrennsport mit einer Honda NS125 und wurde dabei Sechster der italienischen Sport Production-Meisterschaft.
Im Jahr darauf, 1988, belegte er auf Mancini in der italienischen 125 cm³-Meisterschaft den neunten Gesamtrang.
Im Jahr 1989 konnte er sein vielversprechendes Talent mit einer Honda in der 125 cm³-Europameisterschaft zeigen. Er wurde mit vier Laufsiegen Vierter im Gesamtklassement und empfahl sich so für einen Platz in der Weltmeisterschaft.
125 cm³ Klasse
Loris Capirossi feierte im Jahr 1990 beim Grand_Prix_von_Japan im Alter von 16 Jahren sein Debüt in der Klasse bis 125 cm³ der Motorrad-WM auf einer Honda beim Team Pileri von Paolo Pileri, dem 125er-Weltmeister von 1975. Sein Teamkollege war der Weltmeister der Jahre 1985 und 1987, sein Landsmann Fausto Gresini. Schon bei seinem dritten Rennen, dem Großen_Preis_der_Nationen in Misano, errang er seinen ersten Podestplatz. Später, beim Grand_Prix_von_Großbritannien in Donington seinen ersten Sieg. Nachdem er auch die letzten beiden WM-Läufe in Ungarn und Australien für sich entscheiden konnte, überholte er den bis dahin in der Gesamtwertung führenden Niederländer Hans Spaan. Capirossi wurde mit insgesamt acht Podiumsplätzen und 182 Punkten Weltmeister in der Klasse bis 125 cm³, neun Zähler vor Hans Spaan. Er schlug damit alle etablierten Stars dieser Zeit wie Martínez, Spaan oder Gresini und wurde zugleich der jüngste Motorrad-Weltmeister der Geschichte, ein Rekord, den er bis heute hält.
In der Saison_1991 startete er weiterhin für Pileri-Honda. Nun klebte allerdings die Startnummer eins des Weltmeisters auf der Verkleidung seines Motorrads und Capirossi stand unter dem Druck, die Resultate der Vorsaison bestätigen zu müssen. Beim zweiten Saisonlauf in Australien gelang ihm die erste Pole Position seiner Karriere, dieser folgten im Verlauf der Saison noch vier weitere. Loris Capirossi konnte in diesem Jahr letztendlich fünf Siege und zwölf Podiumsplätze einfahren und seinen WM-Titel erfolgreich verteidigen. Mit 200 Punkten hatte er am Ende 19 Zähler mehr als der Vizeweltmeister, Fausto Gresini, auf dem Konto. Damit war Capirex im Alter von 18 Jahren bereits Doppelweltmeister, ebenfalls ein bisher nicht erreichter Rekord.
250 cm³ Klasse
Nach nur zwei Saisons in der kleinen Klasse stieg er 1992 in die 250 cm³-Klasse auf. Bei den 250ern gewann er 13 Grand Prix und landete 39 mal auf einem Podiumsplatz. Als Höhepunkt feierte er 1998 mit Aprilia seinen dritten und bisher letzten WM-Titel. Die Titelentscheidung fiel im letzten Rennen gegen seinen Teamkollegen Tetsuya Harada durch einen sehr harten Überholvorgang. Capirossi wurde zuerst disqualifiziert, kurz danach aber wieder rehabilitiert. Es folgte jedoch die Entlassung bei Aprilia zu Saisonende. Im Jahr darauf fuhr er für das Team von Fausto Gresini auf Honda wieder in der 250 cm³-Klasse und wurde Dritter der WM. Zur Saison_2000 stieg er endgültig in die Königsklasse auf.
thumb|Loris_Capirossi_in_Saison_1995 war die erste für Loris Capirossi in der 500 cm³-Klasse, er pilotierte eine Honda und konnte sich regelmäßig unter den top 10 platzieren. Sein bestes Resultat war ein dritter Platz beim Grand_Prix_von_Katalonien. Am Saisonende belegte er den sechsten Platz in der Gesamtwertung.
Zur Saison_1996 wechselte er in Team von Wayne Rainey und fuhr eine Yamaha. Obwohl er beim Saisonfinale, dem Grand_Prix_von_Australien seinen ersten Sieg in der Königsklasse einfahren konnte, reichte es in der Meisterschaft nur zu einem zehnten Platz. Daraufhin entschied sich Capirossi dazu, vorerst wieder in die 250 cm³-Klasse zurückzukehren.
Im Jahr 2000 wechselte Loris Capirossi wieder in die 500 cm³-Klasse, diesmal ins Team von Sito Pons, wo er eine Honda pilotierte. Beim Grand_Prix_von_Italien in Mugello konnte er seinen zweiten Sieg in der Königsklasse landen. In der Gesamtwertung belegte Capirex mit 154 Punkten Platz Sieben.
Die Saison_2001 war die bis dahin beste in Capirossis 500er-Karriere. Obwohl er kein Rennen gewinnen konnte, landete er nach insgesamt neun Podiumsplatzierungen mit 210 Punkten auf dem dritten Rang der Weltmeisterschaft.
In der Saison_2002 wurde aus der 500 cm³- die MotoGP-Klasse. Damit verbunden war die Änderung des technischen Reglements, das nun Motorrad-Prototypen mit maximal 990 cm³-Viertaktmotoren zuließ. Die 500 cm³-Zweitakter blieben jedoch weiter erlaubt. Da das Team von Sito Pons, für das Capirossi weiterhin fuhr, kein offizielles Werksteam war, bekam es vorerst keine Viertakter von Honda zur Verfügung gestellt. Capirex und sein damaliger Teamkollege, der Brasilianer Alex Barros, mussten die Saison also mit den leistungsmäßig weit unterlegenen Zweitaktern bestreiten. Trotz dieser Unterlegenheit schaffte es Capirossi regelmäßig in die top 10 und konnte sogar zwei dritte Plätze einfahren. Gegen Ende der Saison bekam Barros, im Gegensatz zu Capirossi, dann doch noch einen Honda-Viertakter zur Verfügung gestellt und konnte damit zwei Siege landen. Loris war über seine Nichtberücksichtigung so enttäuscht, daß er sich dazu entschied zur Saison_2003 zum MotoGP-Neuling Ducati zu wechseln.
Bereits im ersten Jahr konnte er mit der brandneuen Ducati Desmosedici beim Grand_Prix_von_Katalonien in Barcelona ein Rennen gewinnen, drei Pole Positions und eine schnellste Rennrunde einfahren. Zusammen mit Teamkollege Troy Bayliss bescherte er Ducati damit den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung. Capirossi landete mit 177 Punkten auf Platz vier der Gesamtwertung.
Die Saison_2004 verlief weniger zufriedenstellend für Capirossi und Ducati, ein dritter Platz beim Grand Prix von Australien war das beste Saisonresultat. Mit 117 Punkten wurde er nur WM-neunter.
Zur Saison_2005 wechselte Ducati von Michelin zu Bridgestone-Reifen, diese schwankten jedoch in ihrer Leistungsfähigkeit von Strecke zu Strecke so stark, daß Loris Capirossi einerseits für Ducati in Motegi und in Sepang zwei Siege einfahren konnte, andererseits aber oft nicht einmal unter die ersten zehn kam. Beim Freien Training zum Grand Prix von Australien in Phillip_Island stürzte Capirex in Kurve eins so schwer, daß er sich innere Verletzungen (Blutungen im linken Lungenflügel) zuzog. Zum nachfolgenden Großen_Preis_der_Türkei konnte er verletzungsbedingt nicht antreten. Beim Saisonfinale gab er sein Comeback, kam aber wegen konditioneller Probleme nicht über Rang sieben hinaus. Die Saison beendete er mit 156 Punkten auf Platz sechs der Fahrerwertung.
Die Saison_2006 bestritt er weiterhin für das Ducati-Werksteam in der MotoGP. Sein Teamkollege war der Vizeweltmeister der Jahre 2003 und 2004 Sete Gibernau aus Spanien, der von Gresini-Honda zu den "Roten" wechselte. Nachdem er das Auftaktrennen in Jerez gewonnen hatte, führte Capirossi zeitweise sogar die Weltmeisterschaft an. Nach einem schweren Unfall beim Großen Preis von Katalonien, bei dem Teamkollege Gibernau auf ihn auffuhr und beide stürzten, konnte er einige Rennen jedoch nur unter großen Schmerzen bestreiten und fiel deshalb in der Gesamtwertung zurück. In der zweiten Saisonhälfte erstarkte Capirex wieder und konnte die Grand_Prix_von_Tschechien und Japan vor allem dank der dort sehr gut funktionierenden Bridgestone-Reifen überlegen gewinnen. Beim letzten Saisonrennen, dem Großen_Preis_von_Valencia, konnte er hinter Troy Bayliss, der für den verletzten Gibernau eingesprungen war, den zweiten Platz belegen und somit den ersten Ducati-Doppelsieg in der MotoGP-Geschichte feiern. Mit diesem Resultat konnte er den in der Gesamtwertung den vor ihm liegenden Marco Melandri noch überholen und wurde letztendlich hinter Weltmeister Nicky Hayden und Valentino Rossi sogar Dritter der Weltmeisterschaft. Mit drei Siegen und insgesamt acht Podiumsplatzierungen sammelte Capirossi 229 Punkte, mehr als jemals zuvor in einer Saison seiner Karriere.
Auch die Saison_2007 Loris Capirossi für Ducati in der MotoGP-Klasse bestreiten. Sein neuer Teamkollege im Werksteam wird der Australier Casey Stoner werden.
Rekorde
* jüngster Weltmeister in der Geschichte der Motorrad-WM
* jüngster Doppelweltmeister in der Geschichte der Motorrad-WM
* Fahrer mit dem größten Abstand zwischen seinem ersten und letzten Sieg in der gesamten Motorrad-WM
Erfolge
* 1990 - Weltmeister, 125 cm³
* 1991 - Weltmeister, 125 cm³
* 1998 - Weltmeister, 250 cm³
Statistik
(Stand: 20. Mai 2007)
Privates
Loris Capirossi ist mit dem slowenisch-stämmigen Ex-Model Ingrid Tence verheiratet und wohnt in Monaco. Am 2. April 2007 kam der erste Sohn der beiden, Riccardo, zur Welt.
Weblinks
• offizielle Webseite
• Seite des offiziellen Fanclubs
• inoffizieller Fanclub

