Kanadischer Schild
right|thumb|250px|Kanadischer_SchildDer Kanadische Schild (auch: Laurentischer Schild) ist der geologische Kern des nordamerikanischen Kontinents. Er umfasst die nördliche Hälfte des Halbkontinents, die während der letzten Eiszeiten nahezu vollständig von Inlandeis bedeckt war und dessen Oberflächenformen noch heute durch das damalige Inlandeis geprägt sind.
Lage
Der Kanadische Schild umfasst im engeren Sinne die kanadischen Regionen Labrador, Nord-Québec, Nord-Ontario, die Hudsonbay-Niederung, die Nordwest-Territorien, das Yukon-Territorium und den Arktischen_Archipel; im weiteren Sinne im Südosten auch die Regionen bis zum St.-Lorenz-Tiefland und im Südwesten bis Minnesota und Wisconsin.
Geologie
Die geologische Struktur Kanadische Schild besteht im Untergrund aus archaischen und proterozoischen Schichten- kristallinen Gesteinen mit alten Eruptivmassen. Im westlichen Teil - dem Sklaven Kraton wurden 1999 die weltweit ältesten Gesteine, die Acasta Gneise aus dem Hadaikum (4.030 mya), gefunden.
Glaziale Überformung
Das Vordringen und spätere Abschmelzen des Inlandeises hat das riesige Gebiet glazial_überformt und in eine sanft gewellte Fastebene mit wenigen herausragenden Hügeln und Bergrücken abgeschliffen, zwischen denen sich tausende von Seen und Eisstauseen gebildet haben. Der lockere Oberboden wurde von Eis und Schmelzwasser nach Süden hin wegtransportiert und im Bereich der Großen_Seen abgelagert.
Nach dem Abschmelzen der gewaltigen Inlandeismassen hat sich das Gebiet als Ganzes gehoben und am Rande aufgewölbt. Diese nacheiszeitliche Anhebung hat neue Erosionsformen geschaffen und kann als Ursache für die zahlreichen Stromschnellen und Wasserfälle angesehen werden. Weite Gebiete sind versumpft.
Klima
Klimatisch ist der Kanadische Schild geprägt durch seine Öffnung gegen den kalten Norden und seine Lage im Bereich des Polarkreises. Das Klima ist streng kontinental, im Norden polar. Die Winter sind sehr kalt und lang und die Sommer kühl. Nördlich der -2 Grad-Jahres-Isotherme beginnt der Dauerfrostboden, durch den der Untergrund wasserundurchlässig ist, so dass sich in den Sommermonaten das Oberflächenwasser staut und sich Sümpfe bilden, eine ideale Brutstätte von riesigen Mückenschwärmen.
Vegetation
Prägende Vegetationszone im Norden ist die Tundra, die sich bis zum Südufer von Großem_Bärensee, Großem_Sklavensee, Athabascasee und Hudsonbay ausdehnt.
Daran grenzt im Süden der Streifen der nördlichen_Nadelwälder, der hier eine Breite von 1.000 bis 1.400 km hat. Am Südrand des Kanadischen Schilds schließen sich Mischwälder an, die auf den fruchtbaren Böden zwischen den Rocky Mountains und den Großen_Seen vielfach für eine landwirtschaftliche Nutzung gerodet worden sind.

