Lorenzo Campeggi
Lorenzo Campeggi (1474 in Bologna; ? 25. Juli 1539 in Rom) war ein italienischer Kardinal.Der Sohn des berühmten Juristen Giovanni Campeggi studierte die Rechte und wurde Professor, trat aber nach dem Tod seiner Gattin in den geistlichen Stand und wurde von Papst Julius II., dem er zur Herrschaft über Bologna verholfen hatte, zum Bischof von Feltre ernannt und als Nuntius nach Deutschland und Mailand geschickt. Leo X. übertrug ihm das Erzbistum Bologna und beförderte ihn 1517 zum Kardinal.
1519 ging er als päpstlicher Legat nach England, wo ihm Heinrich_VIII. das Bistum Salisbury gab. Seine bekannteste Sendung ist die an den Reichstag zu Nürnberg 1524, wo er den entschiedenen Forderungen der Stände nach einer Kirchenreform geschickt auszuweichen wusste, während er gleichzeitig in Regensburg einige deutsche Fürsten für einen festen Anschluss an den Papst gewann. Eine neue Mission nach England, um Heinrich VIII. von der Absicht einer Ehescheidung abzubringen oder Katharina zu freiwilligem Verzicht zu bewegen, war dagegen erfolglos (1528). Nachdem er der Krönung Karls_V. in Bologna beigewohnt hatte, begleitete er den Kaiser 1530 auf den Reichstag zu Augsburg, wo er denselben zur Unnachgiebigkeit gegen die Protestanten und im Notfall zur Gewalt antrieb. Nachdem er 1534 für die Wahl Pauls_III. eifrig gewirkt hatte, starb er 1539.
Sein Neffe Thomas Campeggio begleitete den Onkel bei mehreren Missionen, folgte ihm als Bischof von Feltre, nahm als päpstlicher Nuntius am Wormser Religionsgespräch 1540 teil und war in der ersten Zeit des Trienter Konzils päpstlicher Legat. Er starb 1564.

