Campact
Campact ist eine 2004 entstandene Nichtregierungsorganisation (NRO/(engl.)NGO) mit Sitz in Verden (Aller). Die Organisation hat sich nach dem Vorbild der US-amerikanischen Online-Plattform MoveOn ([http://www.moveon.org/]) gegründet und bietet ein Internet-basiertes Beteiligungsforum, mit dem Protest-E-Mails oder -Anrufe nicht vereinzelt, sondern gebündelt an politische Entscheidungsträger verschickt werden können. Laut Eigenbeschreibung entsteht mit Campact "im Internet ein Netzwerk von Menschen, die sich einmischen, wenn politische Entscheidungen auf der Kippe stehen. Campact ermöglicht es ihnen politisch aktiv zu werden, auch wenn neben Studium, Beruf und/oder Familie nur wenig Zeit bleibt - per E-Mail, Fax oder dem Griff zum Telefonhörer."Ziele
Campact organisiert Kampagnen zur gesamten Bandbreite politischer Themen. Erklärte Ziele der Organisation sind u.a. die "Stärkung des Sozialstaates", die "Herstellung von Steuergerechtigkeit", der "Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen" und die "Stärkung demokratischer Teilhabe". Seine Analysen und Positionen sichert Campact durch einen Beraterkreis und die Kooperation mit Fachorganisationen ab.
Kampagnen
Campact hat bisher Kampagnen für mehr Transparenz über Nebeneinkünfte von Abgeordneten, gegen ein Comeback der Atomenergie, für Alternativen zur Erhöhung der Mehrwertsteuer, gegen Softwarepatente, für Volksentscheide auf Bundesebene und gegen eine Verwässerung des Gentechnik-Gesetzes organisiert. Ziel von Campact-Kampagnen ist zum einen, die Kommunikation zwischen BürgerInnen und Politik bei aktuellen politischen Themen zu stärken. Zum anderen will Campact es BürgerInnen ermöglichen, Politik mit Online-Aktionen zu beeinflussen. Sie können immer dann aktiv sein, wenn politische Entscheidungen getroffen werden.
Im Jahr 2005 organisierte Campact eine Kampagne für die Offenlegung der Nebeneinkünfte von Abgeordneten. In Kooperation mit dem BUND, Attac, Transparency International und Mehr_Demokratie_e.V. begleiteten BürgerInnen mit Online-Aktionen den politischen Prozess und machten Druck für verschärfte Transparenzregeln. Die Kampagne trug mit dazu bei, dass Ende 2005 schärfere Veröffentlichungsregeln erlassen wurden.
Im April 2005 startete Campact gemeinsam mit dem Linux-Verband und Attac eine Kampagne gegen die geplante Richtlinie für Softwarepatente in der Europäischen_Union. Fast 5.000 Menschen luden ein Bild von sich als Teil einer Online-Demonstration auf die Seite. Alle Bilder wurden zu dem Schriftzug "No e-patents" zusammengesetzt. Die Online-Demonstration wurde am Tag der Abstimmung als Banner vor dem Europäischen Parlament entrollt. Am 5. Juli 2005 lehnte das Parlament die Richtlinie ab.
Zusammen mit dem BUND und X-tausendmal quer organisiert Campact seit September 2005 die Anti-Atom-Kampagne ".ausgestrahlt". Ziel der Kampagne ist es, ein Comeback der Kernenergie zu verhindern. Mit Online-Aktionen und Präsenz vor Ort begleitete das Bündnis die Koalitionsverhandlungen.
Im Januar 2006 startete Campact eine Kampagne gegen eine Verwässerung der Haftungsregeln durch eine Novellierung des Gentechnik-Gesetzes. Campact mobilisierte für eine [http://www.campact.de/gentec/ballonvideo Ballonaktion] im Bereich Gentechnik. 13.000 Ballons der Unterstützer/innen bildeten im November im Regierungsbezirk den Schriftzug ?Gen-Food ? Nein Danke!? und wurden anschließend gemeinsam gestartet.
Im Herbst 2006 startete Campact eine Kampagne gegen die geplante Reform des Urheberrechts. Eine zunächst vorgesehene Bagatellklausel wurde auf Druck von Musik- und Medienkonzernen aus dem Gesetzentwurf gestrichen. Sie hätte alle, die Kopien nur in geringem Umfang und für den privaten Gebrauch herstellen, vor Strafverfolgung geschützt. Mit Streichung der Klausel besteht die Gefahr der Kriminalisierung großer Bevölkerungsteile.
Campact hat das erste [http://www2.wir-haben-privat-kopiert.de/flash/ Internet-Gefängnis] der Welt geöffnet, um gegen die geplante Urheberrechtsreform zu mobilisieren.
Vor kurzem wurde die Kampagne "Spritfresser stoppen!" gestartet. Ziel ist es im europäischen Verbund verbindliche Obergrenzen für den CO2- Ausstoß von Neuwagen zu erreichen. Innerhalb von fünf Tagen kamen 12.000 Menschen dem Aufruf nach, eine Protest-E-Mail an die verantwortlichen Politiker zu schicken.
Die neueste Kampagne steht unter dem Titel "Zeit zum Handeln-Rettet das Klima!". Hier werden die mangelnden klimapolitischen Fortschritte während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft angemahnt. Mit einem [http://www.campact.de/klima/home "Klima-Appell"] an die Bundeskanzlerin sollen sechs konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz durchgesetzt werden. Für das informelle Treffen der EU-Umweltminister am 1. Juni in Essen ist eine Aktion vor Ort geplant.
Weblinks
• Campact-Homepage
• Homepage des US-Vorbildes MoveOn.org
• "Politik to go" - Bericht über Campact, Frankfurter Rundschau vom 15.12.2004 (Kopie auf der Campact-Homepage)
• Interview mit Campact-Campaigner Christoph Bautz zum Thema Nebeneinkünfte, "tageszeitung" vom 5.2.2005
• Podcast über die Idee von Campact
• Stoppt Seehofer! Video zur Ballon- Aktion gegen Gentechnik
• Rettet das Klima! Video zum Klima-Appell
Aktuelle Kampagnen-Links
• Klima-Appell an die Bundesregierung anläßlich der EU-Ratspräsidentschaft
• Spritfresser - Kampage für verbindliche CO2-Grenzwerte bei Neuwagen
• Privat kopieren ist kein Verbechen!- Campact-Kampagne für eine Bagatellklausel im Urheberrecht
• Stoppt Seehofer - Campact-Kampagne gegen eine Verwässerung des Gentechnik-Gesetzes
• Lobbyismus entschärfen!- Campact- Kampagne für die Offenlegung von Politiker-Nebeneinkünften

