Bad Camberg
Bad Camberg ist mit 15.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Landkreis Limburg-Weilburg, sowie die südlichste Stadt im Regierungsbezirk Gießen. Sie liegt im westlichen Hintertaunus im Goldenen_Grund, etwa 30 km nördlich von Wiesbaden und 20 km südlich von Limburg an der Lahn. Bad Camberg ist der Zentralort des Goldenen Grundes mit guter Infrastruktur und ein Unterzentrum mit Teilfunktion eines Mittelzentrums.
Der anerkannte Kneippkurort ist der älteste in Hessen und der drittälteste in Deutschland. Im Stadtteil Oberselters befindet sich ein Mineralbrunnen des bekannten Selterswassers. Das Wahrzeichen der Stadt ist die Kreuzkapelle.
Geographie
Geographische Lage
Bad Camberg liegt nördlich des Hauptkammes des Taunus, dem Hintertaunus, 18 km südöstlich von Limburg an der Lahn und ist damit die südlichste Stadt in Mittelhessen. Die nächsten Großstädte sind (die Kilometerangaben sind die Wege über die Straßen) Wiesbaden (31 km südlich), Frankfurt am Main (48 km südöstlich, 59 km über Autobahn), Koblenz (72 km) und Gießen (75 km).
Höhen
Die Stadt liegt auf einer Höhe von 209 m. Die höchste Erhebung des Landkreises Limburg-Weilburg, das Kuhbett (526 m), liegt in der Germarkung des Stadtteils Erbach an der Grenze zur Gemeinde Weilrod im Hochtaunuskreis. Höchste Erhebung in der Germarkung der Kernstadt ist der Kapellenhügel mit etwas mehr als 300 Metern.
Nachbargemeinden
Die umliegenden Gemeinden von Bad Camberg sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Selters (Landkreis Limburg-Weilburg), Weilrod (Hochtaunuskreis), Waldems (Rheingau-Taunus-Kreis), Idstein (Rheingau-Taunus-Kreis), Hünstetten (Rheingau-Taunus-Kreis), Hünfelden (Limburg-Weilburg). Außer den zum Kreis Limburg-Weilburg gehörenden Gemeinden sind alle Bad Camberger Nachbargemeinden nicht Teil des Regierungsbezirks_Gießen, sondern gehören zu Südhessen.
Fläche
Statistische AngabenStadtgliederung
Die Stadt besteht aus sechs Stadtteilen, deren Einwohnerzahlen sich wie folgt entwickelt haben:
Geschichte
Frühgeschichte
Der Bandkeramik-Kultur aus der Jungsteinzeit (5000-3000 v. Chr.), die ihre Bezeichnung auf Grund ihrer Töpferwaren erhielt, sind die ältesten Funde im Raum Camberg zuzurechnen. Während die meisten damaligen Gruppen auf Jagen und Sammeln angewiesen waren, produzierten die Bandkeramiker ihre Nahrung bereits durch Ackerbau (u. a. Emmer und Einkorn) und Tierzucht. Die Haustierhaltung stützte sich vor allem auf Schafe, Schweine, Ziegen und vor allem Rinder, sie deckte bis zu 90% des Fleischbedarfs.
Die Hausformen dieser Kulturen sind bekannt. Die Häuser waren meist 20 bis 25 Meter lang und 5 bis 7 Meter breit, bestehend aus fünf Pfostenreihen, von denen die drei mittleren das Dach, die äußeren die Wände aus Flechtwerk mit Lehmbewurf trugen. Diese Häuser dienten zur Unterbringung von Menschen, Vorräten und Tieren, sie waren immer einer bestimmten Himmelsrichtung zugeordnet (Nordwest-Südost oder Nord-Süd). Innerhalb der Siedlungen werden immer unregelmäßige Gruben angetroffen, wobei zur Errichtung der Häuser deren Aushub verwendet wurde. Sie wurden dann immer wieder mit Abfällen wie Holzkohle, Tierknochen, Asche, Steine und Keramikscherben befüllt. Die Bauern bevorzugten bei der Erschließung neues Ackerlandes den Lössboden. In einigen bebauten Gebieten der Kernstadt haben die Straßen mehrere Abfallgruben angeschnitten.Camberg 700 Jahre Stadtrechte, S. 19
Die zweite Siedlungszeit wird in die Zeit von 600 v. Chr. bis 500 v. Chr. zugeordnet. Die Hügelgräberfelder an beiden Seiten der Straße zur Tenne werden dieser Zeit zugeordnet. http://www.camberg-online.de
Mittelalter
Am 6. Februar 1000 schenkte Kaiser Otto III. dem Kloster Burtscheid den Besitz Cagenberghttp://www.camberg-online.de/geschichte.php. Cagenberg bedeutet Berg des Cargo, wobei Cargo eine Abkürzung des Namens Garganhardt istCamberg 700 Jahre Stadtrechte S. 25. Aus dem Namen Cagenberg entwickelten sich Cainburg, Camburg, Kamberg und Camberg und nach anderen Angaben Cagenberc (1018), Kamberch (1156), Kahberg (1194) Kamberc (1197) und später Kaynburg. Im Jahre 1281 verlieh König Rudolf_I. die Stadtrechte, die 1300, 1336 und 1365 erneuert wurden
Nach dem Dreikönigsfest 1357 waren der Legende nach alle Camberger betrunken und schliefen, als Walsdorfer Raubritter versuchten, die Stadt auszurauben. Die Stadtmauer war damals noch im Bau, es musste also nur das Gebück (die Hecke) überquert werden. Dort lebten jedoch Atzeln (hochdeutsch Elstern), die den Raubversuch bemerkten und Alarm schrien. Dadurch wurden die Camberger aufgeweckt, der Angriff verteidigt und die Walsdorfer in die Flucht geschlagen.
Neuzeit
In den Jahren 1630 und 1659 fanden in Camberg große Hexenprozesse statt. 14 Frauen wurden verurteilt, fünf von ihnen wurden hingerichtet und sieben, oft nach der Folter, entlassen.
1861 gründete Moritz Lieber ein Krankenhaus, das Lieber'sche Hospital, in der Gisbert-Lieber-Straße. Es wurde 1959 aufgelöst.
Das Lieber'sche Hospital existierte von 1861 bis 1958 in der Gisbert-Lieber-Straße.
= Besitzverhältnisse 1788
=In der Tabelle steht, welchem Stand wie viel Boden im Jahre 1788 gehörte (Angaben in Prozent):
Oberselters und seine Geschichte, S. 98
= Kurstadt
=Niederselters, Eisenbach und Haintchen sowie Hasselbach, heute zu Weilrod gehörig, unterzeichneten diese. Am 11. Dezember 1969 verkündete der hessische Innenminister, das für alle Gemeinden des Landes Vorschläge zur Neugliederung ausgearbeitet werden. Dies sah vor, Camberg, Würges, Erbach, Schwickershausen und Dombach zur Stadt Camberg zu vereinigen, während Oberselters mit Niederselters, Eisenbach und Haintchen die Gemeinde Selters (Taunus) bilden sollte. Die Gemeindevertretung Dombachs war der Meinung, dass die Selbstständigkeit des Dorfes beibehalten werde, bis es von Seiten des Landes eine Zwangsvereinigung geben werde. Auch die Gemeindevertretung von Würges befürchtete, dass bauliche Maßnahmen in ihrem Dorf zurückgestellt werden und Camberg kultureller Mittelpunkt der Stadt werde.
Im Januar 1971 wurde vom Landkreis Limburg erneut die kleine Lösung vorgeschlagen. Die heutigen Stadtteile außer Oberselters sollten die neue Stadt Camberg bilden. Es wurde jedoch auch in Betracht gezogen, dass eventuell Oberselters, Hasselbach, Walsdorf und Steinfischbach zu Camberg gehören könnten. Die Gemeindevertretung von Oberselters sprach sich im Falle einer Zusammenlegung eher für Camberg als für Selters aus, während Hasselbach sich eher nach Weilrod orientierte. Die Bevölkerungen Walsdorfs und Steinfischbachs waren mehrheitlich für Idstein bzw. Waldems, so dass die damals geplante Zusammenlegung mit den heutigen Stadtgrenzen übereinstimmt. Die Gemeinden Camberg, Erbach, Schwickershausen und Oberselters befürworteten diese Zusammenlegung, Dombach wollte erst abwarten und Würges keine freiwillige Zusammenlegung. Das Land Hessen nannte den 31. Dezember 1971 als letzten möglichen Termin für einen freiwilligen Zusammenschluss.
Am 9. November 1971 kam es zur Unterzeichnung eines Grenzänderungsvertrag zwischen den fünf heutigen Camberger Stadtteile ohne Würges sowie von Eisenbach und Haintchen zur Gründung der neuen Stadt Camberg. Dieser Vertrag jedoch wurde von der Hessischen Landesregierung nicht anerkannt, diese forderte, Eisenbach, Haintchen und Oberselters der Gemeinde Niederselters anzuschließen und schlug die Vereinigung Cambergs mit Erbach, Schwickershausen und Dombach vor. Die Gemeinden klagten vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof, um doch noch die Eingemeindung von Oberselters, Eisenbach und Haintchen zum 1. Januar 1972 durchzusetzen. Die Regierung wurde verpflichtet, die Fusion zuzulassen, sie legte jedoch Revision ein. Vor dem Bundesverwaltungsgerichtshof in Kassel kam es zu keiner mündlichen Verhandlung mehr und das Berufungsverfahren wurde im Mai 1975 eingestellt.Bad Camberg 700 Jahre Stadtrechte S. 288-90
Am 1. Juli 1974 wurden dann Camberg, Würges, Erbach, Schwickershausen und Dombach zur Stadt Camberg zwangsvereinigt. Die Gemeinde Oberselters schloss sich dem Verband an.
Landeshoheiten
Von der ersten Erwähnung 1000 gehörte Camberg zur Grafschaft Diez, die 1388 an die Grafschaft Nassau-Dillenburg fiel. 1420 erbten die Herren_von_Eppstein die Hälfte der Stadt, während die andere Hälfte bei Dillenburg blieb. Acht Jahre später erhielten die Eppsteiner ein weiteres Viertel Cambergs. Dieses Viertel wurde 1453 von den Grafen von Katzenelnbogen gekauft. Ein Jahr später kauften diese ein weiteres Achtel von Dillenburg, verkauften dieses jedoch 1481 wieder an Dillenburg. 1470 fiel Katzenelnbogen an Hessen-Marburg und 1508 Eppstein an die Grafen von Königstein. Als die Grafen von Königstein 1535 ausstarben, hat das Kurfürstentum Trier Camberg besetzt und erhielt die Hälfte der Stadt. 1557 wurde im Frankfurter Vertrag das Hessische Vierte Nassau-Dillenburg zugeschlagen. Von 1607 bis 1628 gehörte ein Viertel, das davor und danach dillenburgisch war, Nassau-Hadamar. 1952 ging die Dillenburger Hälfte an Nassau-Diez und 1743 an Oranien-Nassau.
1802 übernahm Nassau-Weilburg die Kurtrierer Hälfte. 1806 wurde aus Oranien-Nassau, Nassau-Usingen und Nassau-Weilburg das Herzogtum Nassau, somit endeten die Mehrfachherrschaften über die Stadt. 1816 wurde das Amt Camberg dem Amt Idstein zugeteilt. 1866 fiel Nassau an Preußen, dort gehörte es der Provinz Hessen-Nassau, dem Regierungsbezirk Wiesbaden und dem Untertaunuskreis an. 1986 wurde Camberg Teil des neuen Kreises_Limburg. 1945 wurde die Stadt der US-Amerikanischen_Besatzungszone zugeteilt und somit Teil Hessens. Die Stadt gehörte zum Regierungsbezirk Wiesbaden. Mit dessen Auflösung 1968 wurde Camberg Teil des Regierungsbezirks_Darmstadt und 1981 Gießens. 1974 wurde die Stadt Teil des Landkreises Limburg-Weilburg.
Bevölkerung
Religionen
Alle Camberger Stadtteile sind mehrheitlich katholisch. Es gibt sechs katholische Kirchengemeinden: St. Peter und Paul in Camberg, St. Mauritius in Erbach, St. Ferrutius in Würges, St. Antonius in Oberselters, St. Georg in Schwickershausen und St. Wendelin in Dombach. Der Gemeinde St. Peter und Paul gehören 3.600 Katholiken und damit zwei Drittel der Camberger an. Die Evangelische Martinskirche gibt es seit 1890.
Einwohnerentwicklung und Ausländeranteil
bis 2002: Statistisches Landesamts, ab 2004: Fortschreibung der EinwohnerzahlenPolitik
Bürgermeister
3. Wahlgang
Hier sind die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl in den Stadtteilen:
Stadtverordnetenversammlung
Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:
{| class="prettytable"
|--- class="hintergrundfarbe6"
|colspan="2" | Parteien und Wählergemeinschaften
|align="center" | %
2006
|align="center" | Sitze
2006
|align="center" | %
2001
|align="center" | Sitze
2001
|----
|CDU
|Bündnis 90/Die Grünen
/'>align="right" |7,0
|align="right" |3
|align="right" |8,4
|align="right" |3
|----
| FDP
| Frankreich und
Bad Sulza in Thüringen. Am 9. Januar 1991 kam es zur feierlichen Unterzeichnung der ?Vereinbarung über die Städtefreundschaft zwischen Bad Sulza und Bad Camberg?.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
* Die Kreuzkapelle ist das Wahrzeichen der Stadt.* Die beliebteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist die Fachwerkbautengruppe des Amthofes aus dem Jahr 1605. Er erstreckt sich über eine Frontlänge von 140 Metern.
* Angrenzend an den Amthof findet man den Obertorturm, ebenfalls ein Wahrzeichen der Stadt, der auch im Stadtwappen erscheint. Direkt daneben befindet sich die Hohenfeldkapelle. Heute dienen beide als Stadt- und Turmmuseum.
* Der Untertorturm wird im Volksmund der ?Schiefe Turm von Bad Camberg? bezeichnet. Diesen Namen verdankt der Turm einer Neigung von 1,44 Metern bei einer Höhe von 21 Metern.
= Katholische Kirche St. Peter und Paul
=Die Katholische Kirche St. Peter und Paul steht in Bad Camberg im Nordwesten der Altstadt. Erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1156 wurde eine St. Peter Kirche in Camberg erwähnt. Der älteste Teil der heutigen Kirche ist der 1580 gebaute Turm. Nachdem das Kirchenschiff im 18. Jahrhundert zerfallen war, musste eine neue Kirche gebaut werden. Sie wurde vom Dillenburger Bauinspektor Friedrich Sckell erbaut. Der Kurtrierer Weihbischof Johannes Maria von Herbain weihte die Kirche am 15. Juli 1781 zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus.http://www.region-online.de/kirchen/kathbc
= Evangelische Martinskirche
=Die Evangelische Kirche und das Pfarrhaus wurden unter Pfarrer Ernst 1896/97 gebaut. Der Wiesbadener Regierungsbaurat Eggert entwickelte die Pläne. Der Architekt L. Hofmann aus Herborn nahm unter Oberaufsicht der königlichen Regierung die Bauleitung. Zur Einweihung hat Königin Auguste Viktoria eine Altarbibel überreicht.Camberg 700 Jahre Stadtrechte, S. 215
Regelmäßige Veranstaltungen
In Bad Camberg findet seit 1781 jedes Jahr gleichzeitig mit dem Herbstmarkt die Camberger Kerb (hochdeutsch: Kirmes = Kirchweih) statt. Zeitpunkt ist immer das zweite Wochenende im Oktober, obwohl das eigentliche Kirchweihfest am 29. Juni (Peter und Paul) gefeiert wird. Seit dem Jahr 2004 wird diese wieder traditionell im Festzelt in den Pfortenwiesen (Alter Sportplatz) abgehalten. Veranstaltet wird die Camberger Kerb vom Verein zur Förderung des Brauchtums Camberger Kerb e. V. und dem aktuellen Kerbejahrgang.
Das in der VW-Szene weltweit bekannte VW-Veteranen-Treffen der Familie Lottermann ist seit 1979 Tradition in Bad Camberg. Nachdem das letzte Treffen schon vier Jahre her ist, findet das 8. Internationale Bad Camberger Veteranen-Treffen 2007 wieder statt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Unternehmen
Im Stadtteil Oberselters ist der Brunnenbetrieb ?Oberselters? beheimatet. Hier werden unter verschiedenen Namen Mineralwasser abgefüllt (z. B. Nassauer Land, Oberselters, Bad Camberger Taunusquelle).
Kurbetrieb
Das Kurangebot umfasst eine Kurklinik und eine Rehabilitationsklinik, mehrere Kurheime, das Kur-und Gesundheitszentrum (städtische Bäderabteilung mit Krankengymnastik) sowie mehrere Wassertretanlagen.
Verkehr
Bad Camberg liegt an einer der ältesten Handelstraßen der Welt.
= Hohe Straße - Autobahn
=Bereits zur Bronzezeit, die in Mitteleuropa etwa um -1750 beginnt, führte auf der Wasserscheide der Bäche Ems und Wörs die Hohe Straße vorbei, die von Konstantinopel nach Brüssel führte. Zubringer von der Stadt zur Hohen Straße war der Limburger Weg (1355 erstmals als Lympurger Weg erwähnt), der wergen der Verwechslungsgefahr mit der Limburger Straße 1959 in Taunusstraße und 1979 in Lahnstraße umbenannt wurde. Im 18. Jahrhundert wurde die Hohe Straße nicht mehr benutzt.
1934 trat die Stadt Camberg der Gesellschaft zur Vorbereitung der Autobahn Frankfurt-Köln bei. Diese Reichsautobahn (heute A3/E35 wurde 1937 bis 1939 gebaut. Im Goldenen Grunde stimmt deren Verlauf etwa mit dem der alten Hohen Straße überein.
Bad Camberg ist mit der gleichnamigen Anschlussstelle an die Autobahn angeschlossen. Ursprünglich war für Camberg keine eigene Anschlussstelle vorgesehen. Es wurde dann allerdings eine gebaut, da die Orte im Goldenen Grund sonst gegenüber dem heutigen Bestand erheblichen Schaden leiden müssten. 1954 wurde an der Autobahn in Richtung Köln die Tank- und Raststätte Bad Camberg-Ost eröffnet, ein Jahr später folgte Bad Camberg-West in Richtung Frankfurt.Camberg 700 Jahre Stadtrechte, S. 70/71
= Via Publica - Bundesstraße 8
=Im 12. Jahrhundert wurden allmählich auch Straßen in den Tälern angelegt. Dazu trug vor allem das Anwachsen von Warenhandeln aber auch die wachende Gefahr auf der Hohen Straße bei. Dabei entstand die Emstalstraße, ein Teilstück der alten Via Publica (Brüssel-Prag).
Im Jahre 1968 begann Kurtrier mit dem Chaussee-artigen Ausbau der Landstraßen wie auch der Straße von Limburg bis zur Staatsgrenze zwischen Würges und Walsdorf, die 1780 fertig gestellt wurde. Der Oberbau der Chaussee, die am Untertortum westlich der damaligen Stadtgrenzen vorbei führte, war nach zwei bis drei Jahren durch den vielen Verkehr wieder vollständig zerstört. 1786 beantragte darauf hin die Bürgerschaft, die Chaussee von Erbach zum Obertorturm, dann durch die Stadt durch zum Untertorturm und dann weiter nach Würges führen zu lassen. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt. Auf Grund der kurtrierischen Wegebau-Ordnung von 1753 mussten die Bürger des Amtes_Cambergs im Frühjahr und im Herbst Chausseefrondienste leisten. Die Lohn- und Materialkosten für die Brückenbauten stellte die kurfürstliche Hofkammer, während die Gemeinden und das Amt die Materialien zur Verfügung stellen mussten. Erst nach der Revolution von 1848 wurden alle Frondienste aufgehoben.
Aus dieser Straße entwickelte sich dann Anfang des 20. Jahrhunderts die Reichsfernstraße 8 und heute die Bundesstraße 8, sie führt derzeit durch Erbach, Bad Camberg und Würges und führt an Oberselters vorbei. Für die ersten drei Orte ist seit über dreißig Jahren eine Umgehungsstraße geplant.Camberg 700 Jahre Stadtrechte, S. 71/72
= Bahnlinie
=1876 wurde die Eisenbahnstrecke Eschhofen-Niederselters um fünf km nach Bad Camberg verlängert. Später wurde die Strecke erweitert, so dass durchgehende Züge heute die gesamte Strecke Limburg-Bad Camberg-Niedernhausen-Frankfurt bzw. Wiesbaden fahren können. Nach Frankfurt führt die RMV-Linie 20 (Main-Lahn-Bahn, nach Wiesbaden 21 (Ländchesbahn).
= Stadtbus
=Seit Dezember 2004 fährt in Bad Camberg ein Stadtbus. Es fahren die zwei Linien LM-31 und LM-32 Bahnhof-Innenstadt-Erbach und Bahnhof-Innenstadt-Würges. Beide Linien fahren über getrennte Wege vom Bahnhof in die Innenstadt und dann nach Erbach oder Würges.
Bildung
In Bad Camberg gibt es drei Grundschulen: die Regenbogenschule im Ortsteil Erbach, die Atzelschule in Bad Camberg und die Grundschule Würges im Ortsteil Würges. Die Taunusschule Bad Camberg ist eine Gesamtschule, an der Hauptschulabschluss, Mittlere Reife und das Abitur gemacht werden kann. 1815 wurde die Freiherr-vom-Schütz Schule, eine Gehörlosenschule (heute mit angeschlossenem Internat), eröffnet.
Kindergärten
In Bad Camberg gibt es sechs Kindergärten, drei städtische und drei in Trägerschaft der katholischen Kirche.http://www.region-online.de/
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
* Caspar Hoffmann (29. Oktober 1899 in Camberg, ? unbekannt), kath. Priester
* Gisbert Lieber (1759, ?1843), Geheimer Regierungsrat beimm Grafen von Sternberg-Manderscheid
* Moritz Lieber (* 1790 in Blankenheim, ?29. Dezember 1860, Sohn von Gisbert Lieber, Stifter des Hospitals
Ernst Lieber (16. November 1838 in Camberg, ? 31. März 1902 in Camberg), Sohn von Moritz Lieber, Zentrumspolitiker, Abgeordneter des Preußischen Landtags und Deutschen Reichstags, Mitbegründer und zeitweise Präsident des Deutschen Katholikentags
* Johann Theodor Zöller (* 1684, ? 1758), kath. Pfarrer, später Übertritt zum kalvinistischen Glauben
* Anton Becker, Doktor
* Anna Elisabeth Koch-Burdi, Mutter des Malers Joseph Anton Koch
* Heinrich Lauer (26. Oktober 1816 in Camberg, ? 12. Juni 1889 in Ober-Walluf am Rhein)
* Peter Cathrein (* 8. Juni 1829, ? 17. August 1911), Bürgermeister
* Franz Alfred Muth (1839 in Hadamar, ? 3. November 1890 in Dombach im Taunus), Priester
* Christian Meurer (20. Januar 1856, ? 6. März 1935)
* Johannes Pipberger (1876 in Dehrn/Lahn, ? unbekannt), Bürgermeister 1905-1933
Heinrich_Held (6. Juni. 1868 in Erbach, ?4. August 1938 in Regensburg) bayerischer Politiker und Ministerpräsident
* Friedrich Heil (1877 in Dehrn/Lahn, ? 8. Oktober 1954 in Camberg), befasste sich mit der Camberger Geschichte
* Franz Lawaczeck (3. Juli 1880 in Camberg, 20. Januar 1969 in Pöcking am Starnberger See), Bürgermeister und Erfinder-Ingenieur
bekannte Bürger
• Lieber] (* 16. November 1838 in Camberg, ? 31. März 1902 in Camberg) Zentrumspolitiker, Abgeordneter des Preußischen Landtags und Deutschen Reichstags, Mitbegründer und zeitweise Präsident des Deutschen Katholikentags
• Held (Politiker)|Heinrich Held] (* 6. Juni. 1868 in Erbach, ?4. August 1938 in Regensburg) bayerischer Politiker, geboren in Erbach
• Weimar] (* 30. Januar 1950 in Kirberg) hessischer Finanzminister, lebt derzeit in Erbach
• Mörl] (* 27. August 1959 in Camberg) deutscher Popsänger, geboren in Camberg
Weblinks
• Offizielle Webseite der Stadt*

