Echte Zaunwinde
Die Echte Zaunwinde (Calystegia sepium, Syn.: Convolvulus sepium) gehört zu den Windengewächsen (Convolvulaceae).
Beschreibung
Die Zaunwinde besitzt grüne windende Sprosse mit einfacher wechselständiger Beblätterung ohne Nebenblätter. Die trichterförmige Blüte wird etwa 5 bis 7 cm groß und besitzt einen oberständigen Fruchtknoten. Die weiße 5-zählige Blüte besitzt außen zwei deutlich ausgeprägte grüne Vorblätter. Sie bildet Kapselfrüchte.
Biologie
Die Zaunwinde gehört wegen ihrer weit kriechenden, unterirdischen Achsen zu den Kriechpionierpflanzen. Die Sprossspitzen führen kreisförmige Suchbewegungen (eine Umdrehung in 1 h 45 min) entgegen dem Uhrzeigersinn durch, um sich an einer geeigneten Unterlage emporwinden zu können. Die Bestäubung erfolgt durch Nachtschmetterlinge (Schwärmer) und Schwebfliegen.
Vorkommen
Die Pflanze kann überall in Deutschland gefunden werden. Hier wächst sie zumeist in Hecken oder dichtem Gestrüpp. Sie bildet Blüten zwischen Juni und September.
Inhaltsstoffe
Die Pflanze enthält Calystegine, polyhydroxylierte Nortropan-alkaloide, die sich in ihrer Biosynthese von der Tropan-alkaloidbiosynthese ableiten. Calystegin A3 und B2 akkumulieren als Hauptalkaloide in der Convolvulaceae Calystegia sepium in allen Pflanzenorganen.
Es wurden zwei cDNA-Sequenzen mit hoher Homologie zu Tropinonreduktasen (TR) isoliert. Beide Sequenzen zeigen die typischen Merkmale der kurzkettigen Dehydrogenasen/Reduktasen. Eine cDNA-Sequenz wurde in E. coli heterolog exprimiert. Dieses Enzym reduziert Tropinon ausschließlich zu Tropin und stellt damit eine TRI dar. Die Expressionsanalyse der trI in den einzelnen Pflanzenorganen ergab eine hohe Transkriptionsrate in der Pflanzenwurzel und ein schwaches Signal in der Sprossachse. Die Untersuchung der genomischen Struktur der trI im Southern Blot lässt auf eine Genfamilie mit mindestens 3 verschiedenen Genen schließen.
Die zweite Sequenz konnte heterolog weder in Bakterien, noch in Hefe oder einem Pflanzensystem exprimiert werden und wird als putative TR betrachtet. Das native Protein der pseudotropinbildenden Tropinonreduktase (TRII) wurde aus Wurzelkulturen isoliert, angereinigt und charakterisiert. Es ähnelt in seinen biochemischen Eigenschaften den bisher bekannten TRII der Solanaceen.
Der Verlauf der Biosynthese vom Tropinon über Pseudotropin zu den Calysteginen wurde mit einer 15N-Tropinonfütterung belegt. Der Einbau der Markierung wurde sowohl mit NMR als auch quantitativ mit GC-MS analysiert. Norpseudotropin konnte als weiterer Metabolit der Calysteginbiosynthese identifiziert werden.
(Quelle:http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/03/04H028/of_index.htm)
Systematik
Es können zwei Unterarten der Calystegia sepium ausgemacht werden, die sich im Wesentlichen nur in der Blütenfarbe unterscheiden:
* C. sepium ssp. sepium: besitzt weiße Blüten, kommt in Hecken und an Zäunen vor.
* C. sepium ssp. baltica (Rothm.): besitzt zartrosa gefärbte Blüten, behaarte Blattstiele, in Gebüschen, Schilfrändern vor allem an der Ostsee zu finden.
Bild:Calystegia sepium sepium - side (aka).jpg|C. sepium subsp. sepium
Bild:Calystegia sepium sepium - top (aka).jpg|C. sepium subsp. sepium
Image:Calystegia sepium LC0038.jpg
Weblinks
• Blütenbau im Detail.

