Bananenfalter
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! Cramer, 1775)
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Der Bananenfalter (Caligo eurilochus), ist ein Schmetterling (Tagfalter) aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae).
Merkmale
Der Falter erreicht eine Spannweite von 10 - 13 cm und hat eine braune Grundfarbe. Die Flügeloberseite der Vorderflügel ist teilweise beige übergossen. Zum Außenrandes wird das Beige schwächer und zum Innenwinkel geht die Grundfarbe in Schwarz über. Die Oberseite der Hinterflügel ist schwarz. Beide Flügel der Männchen schimmern dunkelblau, wobei die Intensität zur Basalregion zunimmt.
Die Unterseiten der Flügel sind kontrastreich braun, schwarz und cremefarben gemustert. Auf dem Hinterflügel befindet sich ein großer dunkelbrauner Augenfleck, der dünn beige und schwarz umrandet ist. Ein bis zwei kleinere Augenflecken befinden sich davor Richtung Vorderkante des Hinterflügels. Ein kleiner Augenfleck mit blauschwarzem Kern und rostbraunem Ring befindet sich nahe der Flügelspitze des Vorderflügels. Durch ihre Detailtreue zählen die großen Augenflecken der Caligo-Arten zu den besten Imitationen von Augen bei Tieren. Das trifft auch besonders für Caligo eurilochus zu. Der dunkle Kern mit einem hellen Halbring darauf und dem hellen Rand erinnern stark an eine helle Iris mit einer dunklen Pupille, die eine Spiegelung hat. Sie kann als Eulenauge interpretiert werden, das von einer nachgebildeten Gefiederstruktur umgeben ist, weshalb die Caligo-Arten auch als Eulenfalter bezeichnet werden. Lunau, K.: Warnen, Tarnen, Täuschen. Mimikry und andere Überlenbensstrategien in der Natur, 2002 Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt. Es ist aber umstritten, ob diese Augenflecken die Augen eines bestimmten Tieres imitieren oder ob sie als Sekundärschutz, wenn ein Fressfeind zu nahe kommt, dienen. Primär sind die Tiere durch ihre kontrastreiches Muster auf der Flügelunterseite, einer Rindenmimese, geschützt, wenn sie Tagsüber mit geschlossenen Flügeln an Baumstämmen ruhen. Koepke, J.: Artspezifische Muster der Tarnfärbung aas- und kotfressender Tagschmetterlinge im tropischen Regenwald von Peru., 1980, Diplomarbeit Universität Kiel
Merkmale der Raupen
Die Eiraupen sind weiß und haben zwei rote Längstreifen. Die hörnerlose Kopfkapsel ist hellbraun und das gegabelte Körperende ist schon deutlich erkennbar. Nach der ersten Häutung, im zweiten Larvenstadium (L2), sind die Raupen grün gefärbt und haben die äußere Form der späteren Larvenstadien. Diese Raupen haben einen flachen, leicht behaarten Körper. An der Kopfkapsel tragen sie vier Paar nach hinten gerichtete Hörner mit feinen Haaren, die von außen nach innen länger werden. Das Körperende hat einen behaarten Gabelschwanz. Auf dem Rücken befinden sich bis zu sechs schwarze Dornen, wobei die mittleren etwas größer sind. Ab L4 sind die Raupen dunkelbraun gefärbt. In Ecuador werden sie dann la vaquita negra (kleines Kälbchen) genannt.
Bild:Caligo eurilochus - Eier (HS).jpg|Bananenfaltereier auf einem Bananenblatt
Bild:Caligo eurilochus - Raupe 1 (HS).jpg|Junge Raupe mit grüner Färbung an einem abgefressenen Bananenblatt
Bild:Caligo eurilochus - Raupe 2 (HS).jpg|Ältere Raupe mit brauner Färbung an einer Bananenstaude
Bild:Caligo eurilochus - Puppe (HS).jpg|Puppe von Caligo eurilochus
Ähnliche Arten
* Caligo memnon, Felder 1866
* Caligo brasiliensis, Felder 1862, wurde von Stichel noch als Unteart von C. eurilochus angesehen und wird heute als eigene Art betrachtet. Verbreitet in Zentral- und Südbrasilien.
* Caligo illioneus, Cramer 1776
* Caligo idomeneus, Linnaeus 1758
Bild:Owl butterfly Reese.jpg|Caligo memnon
Bild:Caligo idomeneus 074.jpg|Caligo idomeneus
Vorkommen
Caligo eurilochus eurolichos ist in Guyana, Suriname, Französisch-Guayana und im östlichen und zenralen Amazonas Brasiliens verbreitet.
Verbreitung der Unterarten:D'Abrera, Bernard: Butterflies of the Neotropical Region Pt. 3. Brassolidae, Acraeidae, Nymphalidae (part), 1995, Hill House Publishers, S. 385 ? 525, ISBN 978-0959363951
* C. eurilochus livius, Staudinger, kommt im westlichen Amazonas vor
* C. eurilochus caesia, Stichel, kommt in Venezuela und Panama vor
* C. eurilochus sulanus, Fruhstorfer 1904, kommt in Nordpanama und Guatemala vor
* C. eurilochus galba kommt in Kolumbien vor
* C. eurilochus morpheus, Stichel 1903, kommt in Südkolumbien, Ecuador und Peru vor.
Lebensweise
Die kugelrunden weißen Eier werden von den Weibchen einzeln oder in kleinen Gruppen an der Unterseite von Futterpflanzen abgelegt. Außer an Bananen, die erst mit den Europäern nach Amerika kamen, fressen die Raupen an Helikonien. Die Raupen sind nachtaktiv und verbringen den Tag in Schlafkolonien an der Futterpflanze. Die grünen Raupen sind gut an die Blätter der Futterplanzen angepasst, an denen sie tagsüber Schlafkolonien an den Mittelrippen bilden. Ältere Raupen sind braun wie Bananenstämme oder die Scheinstämme der Helikonien und ihre Schlafkolonien daran sind damit nur schwer zu erkennen. Für den Aufenthalt an den Blättern sind sie in diesem Stadium schon zu groß und auffällig. Da keine Ungenießbarkeit oder Giftigkeit der Raupen bekannt ist, ist eine gute Tarnung die einzige Möglichkeit für die Raupen, sich vor Fressfeinden zu schützen.
Die Raupen werden nach vier Häutungen etwa 13 cm lang und laufen etwa 2 Tage vor dem Verpuppen unruhig umher. Danach fertigen sie ein Gespinnst an einer stabilen Stelle der Futterplanze an, an der der sie sich befestigen, bevor sie sich wenige Tage später zu einer 4 -5 cm langen, kantigen Stürzpuppe entwickeln. Nach etwa 5 Wochen schlüpfen die Falter. [http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=972108629&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=972108629.pdf Hannes Petrischak: Analyse von Farbmustern und Verhaltensweisen bei Tieren im Regenwald Costa Ricas auf der Grundlage von Studien an Tagfaltern (Lepidoptera: Nymphalidae: Ithomiinae, Brassolinae) und deren multimediale Darstellung im ?Mediendom?, Dissertation, Kiel 2003]
Die Falter trinken oft in Gesellschaft an gärenden Früchten im Unterholzbereich, wo ihre gedämpften Farben ihnen einen guten Schutz bieten. Wenn die Falter genug Nahrung finden, können sie bis zu sieben Wochen alt werden. Die Imagos sind dämmerungsaktiv und sitzen tagsüber oft mit geschlossenen Flügeln an Baumstämmen.
In Bananenplantagen kann Caligo eurilochus'' zum Schädling werden, obwohl 8 verschiedene Arten von Parasiten (Hymenoptera und Diptera) bekannt sind.
Literatur
Weblinks
*Brower, Andrew V. Z. 2006. Caligo Hübner 1819. Version 01 November 2006. http://tolweb.org/Caligo/70752/2006.11.01 in The Tree of Life Web Project, http://tolweb.org/

