Cala Rajada
Cala Rajada (kastilisch Cala Ratjada, deutsch: Rochenbucht) ist ein Urlaubsort mit etwa 2500 Einwohnern in der Comarca Llevant im Nordosten der Baleareninsel Mallorca. Verwaltungstechnisch ist er ein Ortsteil der Gemeinde Capdepera.
Geschichte
Im 17. Jahrhundert wurde der Hafen von Bewohnern von Capdepera angelegt. Bald siedelten sich Fischer an. Unter anderen wurden Rochen (= ratjadas) und Langusten gefangen. Obwohl die Fangquoten im 21. Jahrhundert beschränkt sind, ist Cala Rajada immer noch nach Palma der zweitwichtigste Fischereihafen Mallorcas.
Vom Bauboom, der sich im Zuge des Tourismus in den 1970er Jahren auf der Insel ausbreitete, ist Cala Rajada bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts nur eingeschränkt erfasst worden. Dies hat dem Ortskern den Charakter eines historischen Fischerortes mit Hafen erhalten. Rege Bautätigkeit hat jedoch um 2000 außerhalb der Kernregion des Ortes eingesetzt, sofern diese nicht unter Naturschutz stehen. Im Sommer wird der Ort, vorzugsweise von deutschen Touristen, stark frequentiert.
Tourismus / Sehenswürdigkeiten
Im wehrhaften Hafen dümpeln sowohl die für die Balearen typischen Fischerboote, Llaüts, als auch Motoryachten, Trawler und Sportsegler. Von hier aus starten Ausflugsschiffe nach Cala Millor und Porto Cristo. Ein Schnellboot verbindet den Hafen in 75 Minuten mit der Nachbarinsel Menorca. In der näheren Umgebung des Ortes befinden sich einige beliebte Strände, unter anderem Cala Agulla, Cala Son Moll und Cala Gat.
Nördlich des Hafens sind die historischen Langustenhäuser, weiße quaderförmige Gebäude, in denen die Schalentiere vor dem Verkauf in Meerwasserbecken lebendig gehalten wurden, erhalten und heute unter Denkmalschutz gestellt.
Auf einem Hügel oberhalb des Ortes hat sich der Tabakschmuggler, Immobilienhändler und spätere Bankier Juan March (Joan March i Ordinas) 1911 auf den Ruinen eines Wachtturms aus dem 15. Jahrhundert das Refugium Sa Torre Cega (= Der blinde Turm) erbaut. In dem die Villa umgebenden 60.000 m² großen Park (Jardines March), den der britische Gartenarchitekt Russell Page angelegt hat, befand sich eine Sammlung ca. 40 zeitgenössischer Skulpturen (u.a. von Auguste Rodin, Max Bill und Henry Moore). Juan March ist 1962 83-jährig bei einem Autounfall umgekommen. Der Komplex, der im 20. Jahrhundert auf Anmeldung zu besichtigen war, ist heute nicht mehr öffentlich zugänglich, die Skulpturen werden teilweise in dem von seinem Sohn Juan March II gegründeten Museum Palau March in Palma_de_Mallorca als permanente Ausstellung aufbewahrt.
Östlich des Ortes führt eine Stichstraße durch eine zerklüftete Felslandschaft mit kleinen Badebuchten zum Punta de Capdepera mit dem in der Mitte des 19. Jahrhunderts erbauten Leuchtturm (Far de Capdepera). Auf dieser Halbinsel steht auch die Ruine des mittelalterlichen Wachtturms Torre Embucada.
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Feste
* 16. August Sant Roc
* 24. August Sant Bartomeu
* 21. Januar St. Antoni
Markt
Jeden Samstag ist auf dem Pinienplatz und den angrenzenden Straßen Markttag. Vom klassischen Markt mit Lebensmitteln ist auch der von Cala Rajada mittlerweile weit entfernt, und man findet heute vor allem Händler mit Kleidung, Spielwaren und Kunst.
Sport
Beliebt bei Touristen ist jede Art von Wassersport (Tauch- und Segelschule an der Cala Lliteras, Bootsverleih, Wasserski). Golfplätze gibt es bei Capdepera und Canyamel.
Literatur
Gisela Völger: Mallorca Richtig Reisen, DuMont, Köln 1996

