Cajun (Sprache)
Cajun ist der westfranzösische Dialekt der Cajuns, die im Cajun Country im US-Bundesstaat Louisiana leben.
Die Sprache ist die der französischsprachigen Einwanderer aus der ostkanadischen Provinz L'Acadie. Daher stammt auch ihre französische Eigenbezeichnung "Acadiens", die die Amerikaner später über "Acadians" zu "Cajuns" (sprich Käidschens) verballhornten. Von dort wurden sie 1755 von den Briten nach deren Sieg im Britisch-Französischen Krieg brutal vertrieben. Viele Überlebende siedelten sich nach mehreren Jahren Irrfahrt in den 1760er Jahren im damals von den Franzosen an die Spanier übereigneten Louisiana an. Louisiana kam, nach erneutem französischem Besitz, 1803 durch Verkauf seitens Napoléon_Bonapartes an die USA.
Kinder, die ihr Cajun French in der Schule sprachen, wurden in der Vergangenheit oft bestraft, als Hinterwäldler betrachtet und wegen ihres fehlerhaften, harten Englischs ausgelacht und verachtet. Erst in den 1970er Jahren erkannte man nach langen Bemühungen seitens der Cajuns den Wert ihrer Kultur an, Französisch wird seitdem durch die staatliche Agentur CODOFIL (Council for the Development of French in Louisiana) gefördert. Nach der Volkszählung des Jahres 2000 sprechen 194.000 Bewohner Louisianas die Sprache.
Sprecher des Français Acadien (Cajun) verwenden aufgrund der englischsprachigen Umgebung in der Regel viele Anglizismen (z.B. truck). Da die Mehrheit der Cajun Sprechenden auch keinen Unterricht in Standard-Französisch erhalten hat, wird oft auch eine anglisierende Schreibweise verwendet. Beispiel: Cajun Les le bon ton rouller statt Laissez les bons temps rouler (Lasst die guten Zeiten rollen = genießt das Leben).
Siehe auch:
Französisch in den USA

