Cairn (Steingrab)
thumb|right|325px|Cairn_nördlich_von_Gordale_Scar,_Malham,_EnglandCairn (von schottisch-gälisch: Steinmal) ist die, hauptsächlich auf den Britischen_Inseln und in Frankreich benutzte, Bezeichnung für einen artifiziellen Hügel aus Bruchgestein mit dem eine oder mehrere (multi-chambered) Kammern einer steinzeitlichen Megalithanlage bedeckt wurden. Den oft runden Hügeln wurden aber auch komplexe Formen gegeben, die mittels Randmauerwerk, Randsteinen oder (inzwischen vergangenen) hölzernen Pfählen gefasst wurden.
Abgrenzung
Die zumeist neolithischen Cairns sind nicht zu verwechseln, mit so genannten Steinmännern, Steinhaufen die mitunter ebenfalls als Cairns bezeichnet werden. Die Grabhügel aus Erde heißen im engl. Sprachraum Barrows. Die Nomenklatur bzw. Einordnung von Cairns und Barrows über Megalithanlagen oder Pfahlbauten ist aber wegen einiger Hybridformen und lokaler Abweichungen nicht durchgängig.
Vorkommen
Britische Insel
Cairns gibt es als runde und gestreckte Hügel, die Long cairn (Cairns von Camster) bzw. Round cairn (z.B. Clava Cairns) genannt werden. Unregelmäßiger Formen hat die Gruppe der Clyde tombs und der Court-Cairns, die auch als horned bzw. heel-shaped (absatzförmig) (Pettigarth´s Field), oder D-förmig bezeichnet werden (Ormiegill). Eine Gruppe ostschottischer Anlagen wird als "chamberless Longcairns" bezeichnet. Die Kammern dieser Anlagen waren, da mit steinzeitlichen Methoden verarbeitbare große_Steine in diesem Landesteil nicht zur Verfügung stand, aus Pfahlbauten, wie sie auch im Kontext mit den Barrows vorkommen und sind zusammengestürzt. Eine relativ kurze Form ist bei den Passage tombs auf den nordschottischen Inseln vertreten. Bei den Passage tombs finden sich mitunter auch Kombinationen von Stein- und Erdhügel. 50 Cairns gibt es auf den Scilly-Inseln und etwa 20 in Cornwall.
Runde oder gestreckte Erdhügel, die in der Osthälfte der Britischen Insel ggf. auch über Wooden chambers errichtet vorkommen, heißen Long Barrow (Fussell?s Lodge) bzw. Round Barrow (Callis Wold).
Siehe Britische Megalithik
Irische Insel
Es gibt über 500 Cairns in Irland. Die Cairns (A - M) von Carrowkeel im County Sligo und die etwa 30, zum Teil mit Felsritzungen versehenen Cairns von Loughcrew im County Meath, sowie die von Heapstone, Knocknarea, im County Sligo sowie auf dem Slieve Gullion etc. sind rund bis oval. Sehr lange komplex gestaltete Cairns haben die meisten der primär in der Nordhälfte der Insel verbreiteten Court tombs. Einen keilförmigen oder auch heel-shaped genannten Cairn haben Wedge tombs, Oft sind es sehr kurze Steinhügel, die an ihrer geraden oder konkaven Zugangsseite eine aus größeren Steinen errichtete exedraartige Schaufassade besitzen.
Auf der irischen Insel sind Erdhügel in der Osthälfte anzutreffen. Der wohl bekannteste barg die Steinkiste von Linkardstown und ist bronzezeitlich. Aber auch eine Anzahl von Portal tombs war wahrscheinlich von Barrows bedeckt.
Frankreich
In Frankreich bezeichnet man mit Cairn (oder Galgal) Steinsetzungen unterschiedlicher Art. Der Ort Carnac, wo auch etwa 3.000 Menhire stehen, leitet seinen Namen von dem gleichbedeutenden franz. Wort Carn ab. Hauptsächlich steht der Begriff jedoch für jene großen Anlagen im Finistére, die auf den Inseln Carn bei Ploudalmézeau und kaum 5 km entfernt auf der Guennoc (Gaignoc) bei Landéda liegen. Bekannter ist der auf dem Fstland liegende Cairn von Barnenez an der Bucht von Morlaix, bei Plouézoc´h. In Frankreich sind das Calvados, das Morbihan und die Charente Regionen, in denen weitere Cairns vorkommen.
Daneben gibt es hier den Begriff Tumulus (plur. Tumuli), der primär irdene Rund- oder Langhügel bezeichnet, die einen oder mehrere Megalithanlagen (Dolmen) des unterschiedlichsten Typs enthalten können. Sie sind entweder unmittelbar mit Erde bedeckt (Kercado), oder ihr Bruchgesteinmantel (Gavrinis, Dissignac) wurde final mit einer Erdschicht abgedeckt.
Skandinavien
Eine bronzezeitliche Variante der Cairns sind die skandinavischen Röser (Röjr), die vor allem in Schweden endneolithische Steinkisten bedecken.
Literatur
* Giot P. R.: Vorgeschichte in der Bretagne 1991 ISBN 2855430763
* Lynch F.: Megalithic Tombs and Long Barrows in Britain 1997 ISBN 0747803412
* Shee Twohig E. Irish Megalithic Tombs 1990 ISBN 0747800944
* Walkowitz J.E.: Das Megalithsyndrom. Bd. 36 Beitraege zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas, 2003. ISBN 3-930036-70-3
Weblinks
[http://www.knowth.com/loughcrew-images.htm] Bilder von Loughcrew

