Cadillac Seville
Cadillac Seville, benannt nach der spanischen Stadt Sevilla, war der Name mehrerer Modellserien von Cadillac.Cadillac Eldorado Seville (1956-1960)
Zunächst war Seville von 1956 bis 1960 die Bezeichnung für die geschlossene Version des Cadillac Eldorado.
Cadillac Seville (1975-1980)
Im Mai 1975 ließ Cadillac den Namen Seville wieder aufleben. Es war auf der technischen Basis des Chevrolet Nova eine viertürige Limousine entstanden, die offensichtlich keinen Sinn für Schnörkel und unnötigen Zierrat mehr hatte. Erstmalig war Cadillac hier auch von den typischen, schmalen Heckleuchten abgekommen. Auch Heckflossen suchte man vergebens. Der kompakte und schnörkellose Auftritt des Seville lag in erster Linie darin begründet, dass er bewusst als Mercedes- und BMW-Konkurrent angelegt war. Im Innenraum wartete ein Interieur mit polierten Rosenholz-Applikationen.
Angetrieben wurde der Seville von einem 5,7 l-V8 mit Einspritzung, der 183, später 172 PS entwickelte, in den Modelljahren 1978 und 1979 auch mit dem 5,7 l-V8-Diesel aus dem Hause Oldsmobile (127 PS). Eine Dreigangautomatik war selbstverständlich Serie.
Mit gut 200.000 abgesetzten Einheiten war der erste Seville sehr erfolgreich.
Cadillac Seville (1980-1985)
Mit dem Seville der zweiten Generation setzte sich der scheidende General Motors-Chefdesgner William Mitchell selbst ein Denkmal in Gestalt des nach Art der Automobile der dreißiger Jahre aufgesetzt wirkenden, kurzen und stark abfallenden Kofferraums. Das Design war umstritten, wirkte aber in der US-Oberklasse vorübergehend stilbildend - sowohl der Lincoln Continental des Jahres 1982 als auch der 1981 eingeführte Chrysler Imperial verfügten über ähnlich gezeichnete Heckpartien. Unterstützt wurde die ungewöhnliche Linienführung des Seville durch eine Zweifarbenlackierung.
Angeboten wurde der Seville mit einem 5,7 l-Diesel-V8 (106 PS, 1980-1985), dem hauseigenen 6,0 l-V8 (142 PS, nur 1980), der sogenannten V8-6-4-Variante des Sechsliters (147 PS, nur 1981), Cadillacs neuem 4,1 l-V8 (127-137 PS, 1982-1985) und einem ebenfalls 4,1 Liter großen V6 von Buick (127 PS, 1981/82).
Technische Neuerungen wie die elektrische Kofferaum-Zuziehhilfe oder der elektronische Tacho unterstrichen Cadillacs Status als Innovationsführer, der anfällige V8-6-4-Motor, bei dem die Zylinderabschaltung den Benzinverbrauch senken sollte, scheiterte indes an technischen Problemen und wurde nach nur einem Jahr wieder aus dem Programm genommen.
Vom Seville der zweiten Generation, der Frontantrieb besaß und unter dem Blech weitgehend dem damaligen Cadillac Eldorado entsprach, verließen 198.000 Stück die Cadillac-Bänder.
Cadillac Seville (1985-1991)
Mit dem Modelljahr 1986 hatte sich der Seville grundlegend verändert. Hier sei die konservative Form mit wuchtigem Heck und steiler Heckscheibe genannt. Dazu war die gesamte Karosserie noch kompakter geworden. Dies wurde dadurch möglich, dass der Seville das erste Serienauto der Welt mit quer eingebautem V8-Motor war. Hubraum und Leistung dieser dritten Seville-Generation wuchsen ständig; auf den 4,1 l-V8 der Modelljahre 1986/87 (132 PS) folgte ein 1988/89 ein 4,5 l-V8 mit 157 PS, der 1990 auf 183 PS gebracht wurde, und schließlich 1991 ein 4,9 l-V8 mit 203 PS.
Ab 1988 war der Seville mit Touring Sedan-Paket lieferbar, das mit strafferem Sportfahrwerk für eine bessere Straßenlage sorgte und beim Nachfolger den Status einer eigenständigen Modellvariante erlangte.
Der amerikanischen Klientel war der auf gut 480 cm geschrumpfte Seville wohl eine Nummer zu klein; der Absatz schrumpfte weiter auf insgesamt 142.000 Exemplare.
Cadillac Seville (1991-1997)
Der Seville der vierten Generation wuchs beträchtlich, auf 517 cm, und präsentierte sich mit einem sehr modernen, europäisch anmutenden Karosseriedesign. Gewicht 1962Kg. Verbrauch 14-16 Liter normale Fahrweise, 20 Liter sind auch ohne Probleme zu erreichen.
Im Programm standen die Versionen Seville Luxury Sedan (kurz SLS), die 1992/93 noch von dem bekannten 4,9 l-V8 mit 203 PS, 1994-1997 von einer 274/279 PS starken Variante des Northstar-V8 befeuert wurde, und der Seville Touring Sedan (STS) mit dem 203 PS-Triebwerk (nur 1992) bzw. dem 4,6 l-Northstar, der hier auf 299/304 PS kam.
Ausstattungsmerkmale wie selbst einschaltende Scheinwerfer, automatisch lösende Fussfeststellbremse, Kontrolle der Heckleuchten durch zwei LEDs im hinteren Dachhimmel, die über den automatisch abblendenen Innenspiegel kontrolliert werden konnten, zählten schon damals zu den Grundausstattungen eines Cadillac Seville.
In Europa wurde der Seville wegen seiner Ausmaße gegen die gängigen Oberklasselimousinen positioniert und wegen unserer hohen Autobahngeschwindigkeit und der Belastung für das Automatikgetriebe immer nur in der stärksten und bestausgestatteten Version STS angeboten, da dieses über einen Automatikölkühler und stärkere Auslegung verfügte. Darüber hinaus wurde die schwächere Version SLS mit weniger Ausstattung und Abriegelung bei 200 km/h gerne "grau" importiert. Er hatte aber gegen die deutsche Konkurrenz (Mercedes S-Klasse, BMW 7er) nie eine Chance. In Nordamerika hingegen, preislich unterhalb des Cadillac DeVille positioniert, konnte er beachtliche Verkaufserfolge vorweisen.
Vom Seville der vierten Generation produzierte Cadillac insgesamt 247.000 Exemplare.
Cadillac Seville (1997-2003)
Für das Modelljahr 1998 präsentierte Cadillac einen neuen Seville, der technisch mit dem Oldsmobile Aurora verwandt war. Äußerlich ähnelte das neue Modell stark seinem Vorgänger, wartete aber mit einer Fülle von Änderungen an Technik und Fahrwerk auf. Erneut standen ein SLS und ein STS im Angebot, 279 bzw. 304 PS stark. Im Modelljahr 2003 erhielten beide Seville-Modelle das aktive Fahrwerk Magnaride.
Die Fertigung des STS endete im Mai 2003, diejenige des SLS im Dezember 2003. Nachfolger des Seville ist der STS mit Hinterradantrieb.
Quellen
*Flammang, James M./Kowalke, Ron: Standard Catalog of American Cars 1976-1999. Krause Publications, Iola 1999. ISBN 0-87341-755-0

