Cachuela Esperanza
Cachuela Esperanza ist eine Kleinstadt im _bolivianischen Departamento Pando.Lage
Cachuela Esperanza ("Stromschnellen der Hoffnung") liegt am rechten Ufer an den Stromschnellen des Río Beni, 30 km bevor sich dieser mit dem Río Mamoré zum Río_Madeira vereinigt. Der Ort ist nur über unbefestigte Straßen zu erreichen und liegt auf einer Höhe von 134 m ü.NN.
Geschichte
Der Siedlungsplatz an den Stromschnellen des Beni wurde 1846 von dem bolivianischen Wissenschaftler José Agustín entdeckt. Angezogen vom Kautschuk-Boom überquerte im Jahr 1872 Nicolas Suárez zusammen mit seinen sechs Brüdern die Anden und errichtete in Cachuela Esperanza das Zentrum seines bolivianischen Kautschuk-Imperiums, mit Außenstellen in Acre, Manaus, Belém, und London. Er ließ hier ein Theater und Tennisplätze bauen, ein Luxushotel mit Blick auf die Stromschnellen und ein modernes Krankenhaus. Hier stand der erste Röntgenapparat Boliviens, und mit einem Wasserflugzeug wurden die Millionäre aus Rio de Janeiro und São Paulo eingeflogen. Als in den 1920ern der Kautschuk nach und nach durch synthetische Gummimischungen verdrängt wurde, ließ auch die Bedeutung von Cachuela Esperanza nach, und mit der bolivianischen Revolution von 1952 versank die künstliche Dschungelstadt endgültig in der Bedeutungslosigkeit.
Bevölkerung
Cachuela Esperanza hat heute noch knapp 200 Einwohner. Herausragendste Persönlichkeit des Ortes in der Vergangenheit war der Kautschukkönig Nicolas Suárez Callaú, neben den Zinnbaronen Patiño, Hochschild und Aramayo einer der einflußreichsten Großindustriellen Boliviens. Cachulea Esperanza war darüber hinaus im Jahr 1925 Geburtsort von Eugen Gomringer, Sohn eines Schweizers und einer Bolivianerin, der als Vater der Konkreten_Poesie gilt.
Stromschnellen
Die gewaltigen Stromschnellen bei Cachuela Esperanza unterbrechen den Schiffsverkehr auf dem Río Beni 30 km oberhalb seiner Mündung, und in der Trockenzeit können Flutwellen hier eine Höhe von bis zu 8 Metern erreichen. Durch ein Abkommen zwischen den Staatsregierungen von Bolivien und Brasilien im Jahr 1984 wurden Pläne aufgelegt, durch den Bau eines Wasserkraftwerks die Stromschnellen zu zähmen und Elektrizität für den Export nach Brasilien zu erzeugen, dieses Vorhaben ruht jedoch bis zum heutigen Tag.

