Jaume Cabré
Jaume Cabré i Fabré (1947 in Barcelona) ist ein katalanischer Philologe und Schriftsteller.
Hochschulabschluss in Katalanischer Philologie an der Universitat de Barcelona (UB), Studienrat auf Befreiung und Professor an der Universitat de Lleida (UdL). Mitglied an der Philologischen Abteilung des Institut d?Estudis Catalans (IEC).
Viele Jahre lang hat er die literarische Schrift mit dem Lehrberuf kombiniert. Er hat als Drehbuchautor sowohl für das Fernsehen, als auch für die Filmindustrie gearbeitet. Zusammen mit Joaquim Maria Puyal war er der Gründer und Drehbuchautor von der ersten Fernsehserie des katalanischen Fernsehens (TV3): La Granja (1989-1992), später folgten andere Titel wie Estació d?Enllaç (1994-1998), Crims (2000) und die Fernsehfilme La dama blanca (1987), Nines russes (2003) und Sara (2003). Zusammen mit Jaume Fuster, Vicenç Villatoro und Antoni Verdaguer war er Mitverfasser für das Drehbuch des Filmes von Antoni Verdaguer La teranyina (1990), das auf dem Roman von Jaume Cabré basiert. Mit dem gleichen Team hat er auch das Drehbuch Havanera (1993) geschrieben.
Literarische Werke
Die Anfänge
Er fängt mit 2 Erzählungsbüchern an: Faules de mal desar (1974) und Toquen a morts (1977).
Sein erster Roman, Galceran l?heroi de la guerra negra (1978), zeigt schon die häufigen Themen in seinen Werken: die Macht und die menschliche Verfassung. Die Figur des Strassenräubers Jaume Galceran, voller Widersprüche, wird als Held gezwungenermassen im Laufe des Krieges "la guerra dels matiners" (zweiter Karlistenkrieg) geschildert.
In dem zweiten Roman, Carn d?olla (1978) wird eine völlig andere Figur hervorgehoben, nämlich Barringa Barranga, eine Exprostituierte, die in der Nachbarschaft Sant Antoni in Barcelona ein Beziehungsnetz gegründet hat.
In El mirall i l?ombra (1980) erscheint zum ersten Mal die Musik und, in gewisser Weise, das Nachdenken über den Wert der künstlerischen Schöpfung, die in seinen späteren Werken konstant eine Rolle spielen werden.
1980 veröffentlicht er ein Buch für Kinder, den Roman La història que en Roc Pons no coneixia, und ein Jahr später eine Kurzgeschichte, die den Titel El blauet trägt.
Die Etablierung
Während 1984 und 1985 erscheinen die drei Titel, die das Feixes Sage bilden werden, an denen er seit vielen Jahren gearbeitet hatte. 1984 erscheint La Teranyina, das in der Tragischen_Woche von Barcelona spielt. Dieses Buch beschreibt die Zwischenfälle von damals, aber nicht in Barcelona, sondern in der Stadt Feixes; eine literarische Wechselbeziehung von Terrassa. Der Kampf um die politische, wirtschaftliche und familiarische Macht spielt sich in den Bewegungen der verschiedenen Figuren der Familie Rigau und den anderen Figuren, die in dem Roman leben, wider.
Im gleichen Jahr erscheint Fra Junoy o l?agonia del sons, ein Roman mit einem langsamen Reifeprozess, wie alle Romane von Cabré ab diesem Moment sein werden. Neben den unterirdischen Bewegungen der kirchlichen Welt von Feixes und des Klosters von La Ràpita, in dem der Hauptmönch Beichtvater ist, spielt Musik auch hier eine sehr erwähnenswerte Rolle. Einige von den Figuren von La Teranyina und der Welt von Feixes sind auch in diesem Roman dabei, der, in gewisser Weise, die Fortsetzung von den 2 Ersten ist. Hier wird die Persönlichkeit von Fra Junoy hervorgehoben, der eine Art Opfer von denjenigen ist, die durch ihre Macht manipulieren können.
1985 veröffentlicht er die ?nouvelle? Luvowski o la desraó, die das Ende für die Figuren und Familien, die in den Romanen zuvor gelebt haben, bedeutet. Diese Erzählung wurde in dem Erzählungsbuch Llibre de preludis geschildert, in dem die Musik noch eine große Rolle spielt.
1984 erscheint sein 2. Kinderroman: L?home de Sau.
Die Reife
1991 erscheint Senyoria, ein Roman über die Justizkorruption, die aus der unumschränkten Macht hervorgeht und am Ende des 18. Jahrhunderts in Barcelona stattfindet. Wenn er mit Fra Junoy ein Opfer geschildert hat, schildert er jetzt mit don Rafel Massó, der der bürgerliche Herrscher des Gerichtshofes von Barcelona ist, die Figur eines Scharfrichters- mit all seinen Ängsten und all seinem Egoismus.
L?ombra de l?eunuc (1996) ist ein Roman, der die letzten Jahre der Franco-Ära, den Übergang und die folgenden Jahre aus dem Blickwinkel der Autorgeneration beschreibt und vom Romanheld Miquel Gensana verkörpert wird. Gleichzeitig ist es ein nachdenklicher Roman über die künstleriche Schöpfung, vor allem aber über die musikalische Schöpfung. Die Struktur der Erzählung basiert auf der gleichen Struktur des Konzertes für Violine und Orchester von Alban Berg.
Während er an seinem nächsten Roman arbeitet, dringt er in andere Gattungen ein. 1999 veröffentlicht er El sentit de la ficció, ein Essay über die literarische Schöpfung, das Schreiben und die Kochkunst des Schriftstellers.
Im Jahre 2000 schreibt er wieder ein Erzählungsbuch: Viatge d?hivern, in dem 14 Geschichten durch innerliche Antriebe miteinander verknüpft sind. Der Leser erkennt die Beziehungen beim Lesen der Erzählungen. Die Bindung zwischen ihnen bleibt bestehen, obwohl jede Erzählung in verschiedenen Orten und Epochen stattfindet. Es zeigt einen Blick auf das Europa, das wir nicht anders geschaffen haben.
Im nächsten Jahr (2001) wird er im Teatre Nacional de Catalunya (Nationaltheater Kataloniens) das Theaterstück Pluja seca veröffentlichen und uraufführen. Da behandelt er das Thema über die Fälschung der historischen Erinnerung und die Tatsache, dass die Geschichte von den Gewinnern geschrieben wird. Das Drama fängt im Schloss von Peníscola an - verwandelt als Papsthof (wahr für sie, schismatisch für Rome)- als Benedikt_XIII. stirbt. Dann entscheidet das Kardinalskollegium einen Nachfolger zu nominieren, den sie in Rom für einen Antipapst halten.
Les veus del Panamo (2004) ist zur Zeit sein letzter Roman. Er beginnt in den 40er Jahren im fiktiven Dorf Torena in der katalanischen Region Pallars Sobirà und geht bis zum heutigen Zeitpunkt. Hauptfiguren sind der Lehrer Oriol Fontelles, die Lehrerin Tina Bros und Elisenda Vilabrú, eine Gutsherrin mit fast unebschränkter Macht in Torena. Die historische Erinnerung, die Unmöglichkeit zu verzeihen und die Angst vor dem Vergessen sind einige der Themen, die in diesem Roman eine Rolle spielen.
2005 veröffentlicht er seinen zweiten Essay: La matèria de l?esperit. Es geht über das Lesen.
Bibliografie
Erzählungsbücher
* Faules de mal desar (Verlag Selecta. Barcelona, 1974).
* Toquen a morts (Verlag La Magrana. Barcelona, 1977).
* Tarda lliure (1981) (Preis ?Recull?. 1980).
* Llibre de preludis (Verlag 62. Barcelona, 1985). Verlag Proa. Barcelona, 2002.
* Viatge d?hivern (Verlag Proa. Barcelona, 2000).
Romane
* Galceran, l?heroi de la guerra negra (Verlag Proa, Barcelona).
* Carn d?olla (Verlag Moll. Mallorca, 1978). Verlag Proa. B., 1999).
* El mirall i l?ombra (Verlag Laia. Barcelona, 1980).
* La teranyina (Verlag Edicions Proa. Barcelona, 1984).
* Fra Junoy o l?agonia dels sons (Verlag 62. B., 1984) Verlag Proa. B., 1998.
* Senyoria (1991) (Verlag Proa, Barcelona).
* El llibre de Feixes (Die Trilogie von Feixes) (Verlag Proa. Barcelona, 1996).
* L?ombra de l?eunuc (Verlag Proa. Barcelona, 1996).
* Les veus del Pamano (Verlag Proa. Barcelona, 2004).
Essay
* El sentit de la ficció (Verlag Proa. Barcelona, 1999).
* La matèria de l?esperit (Verlag Proa. Barcelona, 2005).
Theater
* Pluja seca (Verlag Proa-TNC. Barcelona, Januar 2001).
Kinderromane und -erzählungen
* La història que en Roc Pons no coneixia (Verlag La Galera. Barcelona, 1980).
* L?any del blauet (Verlag Barcanova. Barcelona, 1981).
* L?home de Sau (Verlag La Galera. Barcelona, 1985).
Drehbücher
* La dama blanca (Fernsehfilm) (1987).
* La teranyina (Rundfunk) (1988).
* Fins que la mort ens separi (Rundfunk) (1989).
* La granja (Fernsehserie) (1989-1992).
* La teranyina (Film) (1990).
* Havanera (Film) (1993).
* Estació d?enllaç (Fernsehserie) (1994-1998).
* Crims (Fernsehserie) (2000).
* Nines russes (Fernsehfilm) (2003).
* Sara (Fernsehfilm) (2003).
Übersetzte Werke
* Übersetzungen von Senyoria
** Spanisch. Señoría (Übersetzer Daniel Royo). Verlag Grijalbo-Mondadori. Barcelona, 1993. 2. Ausgabe: Random House- Mondadori. Barcelona, 2005).
** Ungarisch. Ömeltósága. (Ü. Tomcsányi Zsuzsanna.) Európa Könyvkiadó. Budapest, 2001.
** Rumänisch. Excelenta (Ü. Jana Balacciu Matei) Editura Merònia. Bukarest, 2002.
** Galicisch. Señoría (Ü. Dolores Martínez Torres) Editorial Galaxia. Vigo, 2002.
** Französisch. Sa Seigneurie (Ü. Bernard Lesfargues) (Christian Bourgois Éditeur. Paris, 2004).
** Italienisch. Sua Signoria (Ü. Francesco Ardolino für Alberto Gaffi, editore in Roma. 2006).
** Portugiesisch. Sua Senhoria (Ü. Jorge Fallorca) Tinta da China ediçôes. Lisboa 2007.
** Zur Zeit wird es gerade ins Albanische übersetzt.
* Übersetzungen von L?ombra de l?eunuc
** Ungarisch. Az eunuch Árnyéka (Ü. Tomcsányi Zsuzsanna). Európa Könyvkiadó. Budapest, 2004.
** Rumänisch. Umbra eunucului (Ü. Jana Balacciu Matei). Editura Merònia. Bukarest, 2004.
** Französisch. L?ombre de l?eunuque (Ü. Bernard Lesfargues für Christian Bourgois Éditeur. 2006).
** Slowenisch. Evnuhova senca (Ü. Simona Skrabec). Studentska zalozba - Beletrina aus Ljubljana, 2006.
* Übersetzungen von Les veus del Pamano
** Ungarisch. A Pamano zúgása (Ü. Tomcsányi Zsuzsanna) Európa Könyvkiadó. Budapest, 2006.
** Spanisch. Las voces del Pamano (Ü. Palmira Feixas) Editorial Destino. Barcelona, 2007.
** Zur Zeit wird es gerade ins Deutsche, Niederländische, Französische, Italienische und Rumänische übersetzt.
* Übersetzungen von Fra Junoy o l?agonia dels sons
** Spanisch. Fray Junoy o la agonía de los sonidos. (Ü. Enrique Sordo). Espasa-Calpe. Madrid, 1988.
** Zur Zeit wird es gerade ins Ungarische übersetzt.
* Übersetzungen von La teranyina
** Spanisch. La telaraña. (Ü. Enrique Sordo). Argos-Vergara. Barcelona, 1984.
** Französisch La toile d?araignée (Ü. Patrick Gifreu). Editions Du Chiendent, 1985.
* Übersetzungen von Llibre de preludis
** Spanisch. Libro de preludios. (Ü. Enrique Sordo). Espasa-Calpe. Madrid, 1989.
* Übersetzungen von L?home de Sau (Kinderroman)
** Spanisch. El hombre de Sau (Ü. Mercedes Caballud). La Galera. Barcelona, 1986.
* Übersetzungen von La història que en Roc Pons no coneixia (Kinderroman)
** Spanisch. El extraño viaje que nadie se creyó. (Ü. Mercedes Caballud). La Galera. Barcelona, 1981.
Auszeichnungen
* Fastenrath, 1980. Carn d?olla
* Recull, 1980. Tarda lliure
* Crítica Serra d?Or, 1981. La història que en Roc Pons no coneixia
* Sant Jordi, 1983. La teranyina
* Prudenci Bertrana, 1983. Fra Junoy o l?agonia dels sons
* Crítica Serra d?Or, 1985. Fra Junoy o l?agonia dels sons
* Die spanische Kritik, 1985. Fra Junoy o l?agonia dels sons
* Crexells, 1991
* Lektoren von ?El Temps?, 1992. Senyoria
* Prudenci Bertrana, 1992. Senyoria
* Crítica Serra d?Or, 1992. Senyoria
* Die spanische Kritik, 1992. Senyoria
* Prix Méditerranée 2004 als bester ausländischer Roman Sa Seigneurie
* Bundespreis für Literatur, 1992. La Granja
* Ciutat de Barcelona, 1997. L?ombra de l?eunuc
* Crítica Serra d?Or, 1997. L?ombra de l?eunuc
* Lletra d?Or, 1997. L?ombra de l?eunuc
* Fundació Enciclopèdia Catalana, 1999. Viatge d?hivern
* Crítica Serra d?Or, 2001. Viatge d?hivern
* Preis vom Katalanischen Schriftstellerverband für seinen literarischen Werdegang, 2003
* Die katalanische Kritik, 2005. Les veus del Pamano Übersetzung von Marta Vives García
Weblinks
• Dokumentierte Biographie von AELC
• Katalanischer PEN Club
• Jaume Cabré ins Lletra. Virtualer Raum der katalanischen Literatur

