Kabelfernsehen
Beim Kabelfernsehen, fälschlich auch als Kabelanschluss bezeichnet, werden Bild- und Tonsignale über ein Breitbandkabel bis in die Haushalte übertragen.Kabelfernsehen im Privathaushalt
Zum Empfang benötigt man ein Antennenkabel, über das man die Antennensteckdose des Fernsehers oder anderer Empfangsgeräte wie Videorekorder oder Digitalreceiver (digital, hier nur nach DVB-C-Norm empfangbar), mit der Kabelanschlussdose an der Zimmerwand verbindet. Diese Antennensteckdose wird gewöhnlich von einem Elektriker oder Informationselektroniker installiert.
Im Unterschied zum Antennen- und Satellitenfernsehen muss man für das Kabelfernsehen in der Regel Grund- beziehungsweise Anschlussgebühren und außerdem meistens monatliche Abonnement-Gebühren bezahlen.
Dazu kommt für den Kunden die Rundfunkgebühr (Deutschland: GEZ; Österreich: GIS; Schweiz: Billag), so dass monatlich leicht bis zu 40 Euro und mehr für Radio und Fernsehen anfallen können.
Analoges und digitales Kabelfernsehen
Man unterscheidet zwischen dem analogen (konventionellen) Kabelfernsehen mit der analogen TV-Übertragung und dem digitalen Kabelfernsehen via DVB-C.
In der Regel ist analoges und digitales Kabelfernsehen je nach Vertragsverhältnis und Anbieter verfügbar.
Mit nur dem analogen und digitalen Kabelfernsehangebot sehen die Betreiber auf Dauer keine weiteren Marktentwicklungsmöglichkeiten mehr.
Deshalb haben manche Kabelnetzbetreiber ihre Netze ganz oder teilweise in der Region auf breitbandige Dienste umgerüstet. Dadurch kann der Kunde unter Benutzung eines Kabelmodems Telefonie- und Breitbanddienste nutzen.Der Empfang des digitalen Kabelfernsehens setzt in der Regel einen DVB-C-Receiver für jedes Fernsehgerät voraus, auch als Set-Top-Box (STB), Digitalreceiver oder Kabelbox bekannt. Mit diesen Geräten können häufig auch digitale Radioprogramme, die ebenfalls mit DVB-C übertragen werden können, empfangen werden.
Das in Deutschland bekannteste Gerät war die d-Box für Kabelfernsehen. Da das Gerät nicht mehr weiterentwickelt wurde (Produktion wurde 2001 eingestellt), haben die regionalen Kabelfernsehbetreiber weiter entwickelte Set-Top- Boxen ihren Kunden (je nach Vertragsart auch subventioniert) angeboten. Diese Geräte müssen aber nicht für Premiere geeignet sein. Jeder Verbraucher kann auch eigenständig einen für DVB-C geeigneten Digitalreceiver im Fachhandel erwerben (Kosten bei ca. 70 Euro) und anschließen. Teilweise wird die d-Box von Kabelanbietern nicht mehr akzeptiert. [http://www.heise.de/newsticker/meldung/89506 heise.de:] Kabel Deutschland akzeptiert nicht mehr alle dBoxen
Sog. digitale_Fernsehgeräte können die DVB-Signale heute direkt empfangen und benötigen keine Set-Top-Box mehr.
Alernativ kann ein PC mit einer TV-Empfangskarte für DVB-C auch zum Empfang des digitalen Kabelfernsehens verwendet werden.
Viele digitale Programme werden verschlüsselt im Kabelfernsehen übertragen und sind nur nach einer zusätzlichen Freischaltung durch sogenannte Smartcards mittels kostenpflichtiger Zusatzverträge empfangbar.
Für den Kunden verwirrend ist die Vielzahl von Smart Cards (SC) der jeweiligen Anbieter passend zur eigenen STB.
Kabelfernsehen und HDTV
Hochauflösendes Fernsehen oder auch HDTV genannt, gibt es für analoge und digitale Übertragungwege.
Da die zur TV-Übertragung erforderliche Bandbreite beim HDTV wesentlich größer ist als beim konventionellen Fernsehen, erfolgt die Übertragung beim Kabelfernsehen vorzugsweise mittels digitaler Übertragungsverfahren, da hier der Bandbreitenbedarf geringer ist als bei einer vergleichbaren analogen Übertragung.
Die Übertragung des HDTV-Signals kann wahlweise auch wie beim konventionellen Fernsehen auch verschlüsselt erfolgen.
Zum Empfang des HDTV sind in der Regel spezielle Settop-Boxen für HDTV erforderlich.
analoges UKW-Radioangebot im VHF-Band II im Frequenzbereich 87,5 - 108 MHz
Neben dem analogen Fernsehsignal wird auch ein analoges UKW-Radioangebot im VHF-Band II in dem Frequenzbereich von 87,5 bis 108 MHz über das Kabel übertragen.
Zum Empfang dieser Radiosender sind keine speziellen Radiogeräte nötig. Hier ist nur die Verbindung des Antennenanschlusses am UKW-Receiver mit dem entsprechenden Anschluss an der Kabelanschlussdose mit einem hochwertigen Antennenkabel erforderlich.
Digitalisierung des Kabelfernsehens
Unter diesem Begriff ist der Prozess zur Einführung von digitalen Zusatzdiensten und die Umstellung von analogem auf digitales Kabelfensehen auch unter der Verwendung von DVB-C zu verstehen.
Durch den Einsatz von digitalen Übertragungsverfahren lässt sich die aus technischen Gründen begrenzte Bandbreite im Kabelfernsehen besser wirtschaftlich nutzen.
Analogabschaltung 2010 und Digitalisierung des Kabelfernsehens
Das analoge Radio und Fernsehen soll bis zum Jahr 2010 (siehe Analogabschaltung) europaweit eingestellt werden.
Der Betrieb und die Kanalbelegung beim Kabelfernsehen wird in Deutschland durch die Landesmedienanstalt des jeweiligen Bundeslandes genehmigt.
Abgrenzung des Kabelfernsehens von der Gemeinschaftsantennenanlage
Das Kabelfernsehen kann mit einer Gemeinschaftsantennenanlage, mit der zusätzliche lokale Radio- oder TV-Sender in diese Anlage eingespeist werden können oder bei der ein Satelitendirektempfang mittels eines SAT-Receivers in der eigenen Wohnung möglich ist, kombiniert werden oder auch mit dieser verwechselt werden.
Die Unterscheidung kann in Deutschland durch die Definition der Netzebenen des Kabelfernsehens erfolgen.
Kabelfernsehen und Netzebenen
Das Kabelnetz kann organisatorisch in mehrere Netzebenen aufgeteilt werden. In Deutschland gibt es eine klare Trennung dieser Netzebenen, während dieses in anderen Ländern, wie der Schweiz, anders ist.
In Deutschland ist man in der Regel Kunde des Anbieters auf der Netzebene 4.
Kabelfernsehen und seine technischen Erweiterungen (Triple Play)
Moderne Kabelnetze sind in der Regel bidirektionale Netze, mit deren Hilfe eine Rückkanalfähigkeit gegeben ist. Hierdurch lassen sich auch Mehrwertdienste und interaktive Dienste nutzen, wie zum Beispiel Breitband-Internetzugang mittels Kabelmodem über das Fernsehkabel, sofern sie vom Kabelnetzbetreiber angeboten werden. Darüber hinaus ist das Telefonieren über das Kabelnetz in Ausbaugebieten möglich. Diese Funktionen stehen aber in Deutschland noch ziemlich in ihren Anfängen.
Die Schweizer Netze bieten diese Funktion, die österreichischen in größeren Städten. Damit kann per Kabel Fernsehen, Radio, Internet und Telefon genutzt werden, so genanntes Triple Play.
Telefonieren über den Kabelanschluss via TCP/IP SIP
Die Telefonanschlüsse und die verwendeten IP-Adapter für das Telefon arbeiteten mit VoIP nach dem SIP-Standard. Die Telefonadapter werden einfach an ein Internet-Kabelmodem angeschlossen.
In der Kopfstation steht ebenfalls ein Kabelmodem, das den Datenstrom in die IP-Telefonanlage weiterleitet. Von dort aus erfolgt die Weiterleitung der Gespräche in das Festnetz und zu den anderen Telefongesellschaften.
Die Identifikation des Teilnehmers erfolgt über die MAC-Adresse des IP-Adapters.
Durch eine exklusive Nutzung des Übertragungsmediums Kabel sind bis zur Telefonanlage keine Paketverluste wie z. B. bei SIP-Gate üblich zu erwarten. Lediglich bei der Nutzung von Datendiensten und Fax über diese Anschlüsse kann es zu Störungen auf Grund einiger verwendeter Übertragungsverfahren kommen.
Bei Internet über Kabelfernsehen können auch Skype und SIP-Gate direkt genutzt werden. Hier teilt sich der IP-Datenstrom des VoIP die Bandbreite des Internetanschlusses mit allen Nutzern. Deshalb muss hier mit Störungen durch Paketverluste gerechnet werden.
Signalstärke und Qualität des Kabelfernsehens
Die vom Kabelfernsehbetreiber zur Verfügung stehende Signalstärke und die Signalqualität sind genormt.
Diese Parameter sind für den Kunden am zentralen Übergabepunkt (Ende Netzebene 3) oder an der Antennendose (Ende Netzebene 4) zur Verfügung zu stellen.
Sie reicht von 60 dBµV - 80 dBµV (in absoluten Zahlen sind das etwa 1 bis 10 mV); in den meisten Häusern befindet sich nahe dem eigentlichen Anschluss im Keller ein Verstärker und ein zentraler Verteiler, die idealerweise an jeder Anschlussdose 70 dBµV (etwa 3 mV) zur Verfügung stellen sollten.
Der Pegel (Signalstärke) ist so hoch, dass in der Regel zwei TV-Geräte mit einem passiven Verteiler direkt und ohne Störungen an eine Kabelantennensteckdose angeschlossen werden können.
Durch die Übertragung von Signalen mit einer definierten Stärke (Pegel) auf einer festgelegten Frequenz im Kabel (Pilotton) können Kabelverstärker automatisch schwankende Kabeldämpfungen, die durch Temperaturschwankungen entstehen, selbst ausgleichen.
Diese Verstärker werden in der Regel nur zur Überbrückung großer Entfernungen, nicht jedoch als sogenannte Hausanschlussverstärker eingesetzt.
Kabelfernsehen und seine angebotenen Kanäle
Neben dem analogen Fernsehsignal wird auch ein analoges UKW-Hörfunkangebot im Band II über das Kabel übertragen. In den bis mindestens 450 MHz ausgebauten Netzgebieten wird im so genannten Hyperband (Sonderkanäle beginnend mit S 21) auch ein digitales Angebot (siehe auch Angebot_von_DVB-C) in Form digitaler Senderpakete beziehungsweise Bouquets bereitgestellt. Die digitale Übertragungsart ist dabei, die alte analoge Übertragungsart abzulösen (siehe dazu Analoger_?switch-off?). Zum Empfang der in den digitalen Angeboten übertragenen Fernseh- und Hörfunkprogramme wird ein Digitalreceiver benötigt ? in der Regel als Set-Top-Box, bei zukünftigen Fernsehern zunehmend bereits eingebaut (siehe digitale_Fernseher) ?, der die im DVB-C-Standard kodierten Signale für die Wiedergabe umsetzt. Zum Empfang von Bezahlfernsehen wie Premiere, Kabel_Digital_Home oder KabelKiosk wird zusätzlich eine Dekoder-Karte benötigt.
Jedoch ist das digitales_terrestrische_Fernsehen (DVB-T) durch seine Technik und was die Anzahl der Sender betrifft eine kostengünstige Alternative zum Kabelfernsehen in einigen Städten geworden, weshalb Kabel-TV-Anbieter verstärkt dazu gezwungen sind, ihrerseits ihre Netze für den Kunden durch die Digitalisierung mit den gleichzeitigen Ausbau ihres Angebotes attraktiver zu machen.
Aufgrund der hohen laufenden Kosten (i. d. R. um die 17 ? Grundgebühr + weitere Gebühren für DVB-C), relativ schlechter Bildqualität (z.T auch bei DVB-C, Ausfällen bei schlechtem Wetter und des begrenzten Programmangebotes vor allem von ausländischen Sendern und auch den öffentlich-rechtlichen Radiosendern (siehe auch "Hörfunktransponder") wandern viele Kunden zu DVB-S und DVB-T ab.
In Deutschland wird häufig von großen Kabelfernsehanbietern UKW-Radio, ARD, ZDF und die lokalen Fernsehsender über analoges Kabelfernsehen als kleine Grundversorgung sehr preisgünstig auf Nachfrage angeboten. Hier wird mit Hilfe von (Sperr-)Filtern, die sich in dem Verteilersystem oder in der Kabeldose befinden, die Bandbreite des Kabelanschlusses technisch begrenzt und damit die zusätzlichen Angebote ausgesperrt.
Bandbreite des Kabelfernsehens
Unter der Bandbreite des Kabelfernsehens versteht man die Anzahl der gleichzeitig übertragbaren Kanäle und den dabei genutzten Frequenzbereich. Dieser nutzbare Frequenzbereich wird kontinuierlich von den Betreibern erweitert und ausgebaut.
Eine Erhöhung des nutzbaren Frequenzbereiches des Kabelfernsehnetzes ist immer von den verwendeten Kabeln, Verstärkern, Verteilern, Anschlussdosen und der Größe der Anlage abhängig.
Da beim digitalen Kabelfernsehen zur Zeit mehr TV-Sender als beim analogen Kabelfernsehen in dem gleichen Frequenzbereich übertragen werden können, werden neben der Erweiterung des nutzbaren Frequenzbereiches neue TV-Kanäle vorzugsweise digital übertragen.
Das Kabelfernsehen bietet Platz für mehr Kanäle als bei terrestrischer Ausstrahlung, aber viel weniger als über Satellit.
Ausbaustufen und Bandbreite des Kabelfernsehens
Unter der Ausbaustufe wird häufig die nutzbare Bandbreite (Frequenzbereich) beim Kabelfernsehens verstanden.
In der Geschichte des Kabelfernsehens wurde die Anzahl der gleichzeitig übertragbaren Kanäle und der dabei genutzte Frequenzbereich mehrfach von den Betreibern erweitert. Ursprünglich war eine maximale Übertragungsfrequenz für das Kabelnetz von 470 MHz geplant. Später wurde diese Grenze auf 600 MHz und in neuester Zeit auf 790 MHz erweitert.
Durch den Einsatz von Rückkanälen für Internet und Telefonie über Kabelfernsehen sinkt für den Kunden die nutzbare Bandbreite für das TV-Angebot. Es ist jedoch auch technisch möglich, in den vorhanden Lücken weitere Radiosender und TV-Kanäle (z. B. zur Videoüberwachung) dem Kabelfernsehen hinzuzufügen und unerwünschte Dienste aus dem Kabelnetz mittels Sperrfilter zu unterdrücken.
Technische Schwierigkeiten
Da die Frequenzen im Kabelnetz anders belegt sind als in der Funkübertragung und darüber hinaus auch Frequenzbereiche im Kabelnetz freigegeben sind, die außerhalb von anderen Diensten als Radio und Fernsehen genutzt werden, kann neben terrestrischem Fernsehen und Radio auch Flugfunk und Amateurfunk gestört werden, falls die Antennenkabel und Steckverbindungen nicht korrekt oder nicht ausreichend abgeschirmt sind oder bewusst manipuliert wurden.
So kommt es gerade in älteren Wohngebieten häufiger vor, dass alte, unzureichend geschirmte Antennenleitungen weiterverwendet wurden und somit zum Beispiel im Autoradio Radiosender aus dem Kabelnetz empfangen werden können und andere Funkdienste gestört werden.
Besonders bei Internet über Kabelfernsehen haben die oben beschriebenen Effekte noch größere Auswirkungen, da durch die Emission von hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung (Aussendungen) im Kurzwellenbereich Störungen verursacht werden.
Gestört wird dann u. a. der Kurzwellenrundfunk, der Seefunkdienst, Wetterfunk, Flugfunk, militärische Funkdienste, Botschaftsfunk, Amateurfunkdienst/ Notfunk und Presseagenturen.
Gegenüber den bisher bekannten Störungen im UHF-/VHF-Bereich, die einige 100 m weit reichen konnten, können diese ungewünschten Aussendungen zu Störungen im KW-Bereich in -zig Kilometern Entfernung führen.
Durch mangelnde Schirmung, durch unzureichende Entzerrung des Pegels im genutzten Frequenzband oder auch durch zu hohe Verstärkung kann der Kabelfernsehempfang massiv gestört werden.
Typisch sind folgende Störungen:
*Schnee oder Griesel durch zu geringen Signalpegel;
*Schatten und sonstige Störungen des Empfangs durch mangelnde Abschirmung oder durch Reflexionen im Kabelnetz;
*Im Extremfall ist sogar der unerwünschte Empfang anderer Funkdienste durch mangelnde Abschirmung möglich.
Als Kunde kann man schon durch die Verwendung von hochwertigen, mehrfach geschirmten Kabeln und Verteilern diesen Störungen im eigenen Bereich wirksam selbst entgegenwirken.
Da nun die TV Kanäle im Sonderkanal 02 und 03 für dvb-c benutzt werden, ist zum Empfang häufig neue "breitbandige Antennendose" erforderlich, die in der Regel der Betreiber bei Bedarf beim Kunden vor Ort ersetzt.
Kabelfernsehen in Deutschland
Kabelfernsehen wird von verschiedenen Netzbetreibern gegen Gebühren bereitgestellt. Heute nutzen etwa 49 % der Deutschen Kabelfernsehen, 46 % nutzen die Parabolantenne oder Offset Antenne und 5 % empfangen über die Dachantenne oder verzichten auf das Fernsehen.
In Deutschland sind Anbieter zur Zeit iesy (Hessen), ish (Nordrhein-Westfalen), Kabel BW (Baden-Württemberg), Tele Columbus, Kabel Deutschland (übrige 13 Bundesländer, bei weitem größter Anbieter) und Primacom (siehe auch Kabelnetzbetreiber).
Die Landesmedienanstalten überwachen die Kabelnetzbetreiber und legen die Programme fest, die in das Kabelnetz eingespeist werden müssen. In der Regel müssen alle lokalen (deutschen) Sender, die ohne besonderen Aufwand vor Ort frei empfangbar sind in das Kabelnetz analog eingespeist werden.
Das digitale Angebot der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (ARD und ZDF) muss via DVB-C in das Kabelnetz eingespeist werden. Die Einspeisung aller TV- und Radioprogramme der ARD über DVB-C erfolgt, obwohl mit geringen technischen Aufwand möglich, zur Zeit nicht von allen Kabelnetzbetreibern. Zur Zeit sind keine Termine zur Einspeisung der fehlenden ARD-Sender und des sogenannten Hörfunktransponder über DVB-C von einigen Anbietern bekannt.
Häufig wird auch heute noch eine sehr preiswerte reine analoge Grundversorgung für die lokalen Radio- und Fernsehsender auf Nachfrage angeboten.
Kabel Deutschland bietet heute für Neukunden kein analoges Kabelfernsehen mehr an (siehe DVB-C). Trotzdem sind bei Kabel Deutschland analoges und digitales Kabelfernsehen für alle Kunden noch verfügbar, wenn auch für diese Neukunden vertraglich kein Anspruch mehr auf ein analoges Kabelfernsehen besteht.
Geschichte
In der Bundesrepublik Deutschland kam es erst Anfang der 1960er Jahre zur Einführung einer Form von Kabelfernsehen: Gemeinschafts- und Großantennenanlagen zur Versorgung von Mietshäusern lieferten per Kabel Fernsehen in die einzelnen Wohnungen. Dieses war allerdings noch allenfalls eine Vorstufe zum Kabelfernsehen, wie wir es heute verstehen.
Erst 1972 begann die Deutsche Bundespost mit dem Bau von Kabel-Versuchsnetzen in abgeschatteten Gebieten der Städte Hamburg und Nürnberg mit einer Kapazität von je zwölf Fernseh- und Hörfunkprogrammen. Ende 1974 wurden diese Kabelnetze in Betrieb genommen.
In der DDR gründeten örtliche Antennengemeinschaften Ende der 1970er Jahre die ersten Kabelfernsehnetze. Diese Netze verbreiteten neben dem staatlichen Fernsehen der DDR auch das öffentlich-rechtliche_Fernsehen der BRD, ab Mitte der 1980er Jahre auch kommerzielle_Privatsender (zunächst Sat.1 und RTL plus) und sogar unverschlüsselt den schweizerischen Pay-TV-Sender TeleClub.
Kabelfernsehen wurde in Westdeutschland erstmals am 1. Januar 1984 im Rahmen des Kabelpilotprojekts Ludwigshafen ausgestrahlt. Die Geburtsstunde des Kabelfernsehens war auch gleichzeitig die Geburtsstunde des kommerziellen Privatfernsehens.
Dadurch entwickelte sich auch der Sender SAT.1.
Hier gibt es offenbar widersprüchliche Informationen. Aus Recherchen über Kabel Deutschland ging folgendes hervor:
Anlässlich der Eurobau soll 1978 in Altenholz (bei Kiel) die erste Kopfstelle in Betrieb gegangen sein. Die erste Satellitenempfangsanlage (SEE) soll 1983 auf dem Kieler Fernsehturm aufgebaut worden und in Betrieb gegangen sein.
(Kabel Deutschland erhielt bei Abkauf der Kabelnetze in Schleswig-Holstein alle Unterlagen zum Kabelfernsehen. Die heutige Telekom AG hat bestätigt, dass Akten und Vermerke zur Errichtung der Kabelnetze komplett an Kabel Deutschland übergeben wurden. Eine historische Dokumentation wird von der Telekom AG nicht geführt. Diese bedauerliche Entwicklung zeigt, dass eine Dokumentation der Ereignisse hier um so wichtiger ist.) Durch die Umrüstung auf zentraler Verteilung durch Glasfaserkabel wurden mittlerweile die alten Standorte der örtlichen Empfangsstellen aufgegeben und zurückgebaut.
Die Netze waren damals in der Hand der staatlichen Deutschen_Bundespost und gingen später im Rahmen der Aufsplittung und Privatisierung an die Deutsche Telekom, die sie aus kartellrechtlichen Gründen verkaufen musste. Anfang 2004 stand Kabel Deutschland vor der Übernahme anderer großer Mitbewerber, was erneut zu einer Monopolstellung führen könnte; das Bundeskartellamt hat die Übernahme daher fürs Erste untersagt. Anfang 2005 strebten in einem neuen Anlauf zwei regionale Anbieter - ish (Nordrhein-Westfalen) und iesy (Hessen) - einen Zusammenschluss an. Dieser Zusammenschluss ist inzwischen erfolgt unter dem gemeinsamen Namen Unity Media. Durch Zukauf von Tele Columbus wurden noch mehr Kunden integriert.
Bis Mitte, Ende der 90-Jahre gab es jedoch keinen flächendeckenden TV-Empfang in Deutschland.
Mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hielt der neue HDTV-Standard auch im Kabelnetz Einzug, jedoch nur im Pay-TV.
Kabelfernsehen in der Schweiz
Etwa 93 % der Schweizer TV-Haushalte empfangen ihre Programme über einen Kabelnetz-Anbieter, die restlichen Haushalte über eine Dachantenne (in der Regel nur SF1 und SF2) oder über Satellit.
Wichtigster Anbieter ist die Cablecom mit einem Marktanteil von über 50 %. Gesamtschweizerisch gibt es 422 Kabelnetzbetreiber. Diese gehören Unternehmen, Genossenschaften oder Gemeinden. Nur 11 Kabelnetzbetreiber haben mehr als 22.000 Kunden. Dieses zeigt, wieviele kleinere Anbieter es gibt.
Die Netze sind in der Regel für 862 MHz ausgelegt und dadurch werden oftmals über 50 verschiedene TV-Programme verbreitet. In einigen Kabelnetzen wird auch Digital-TV angeboten. Mit insgesamt 130.000 Kunden ist dieses Angebot jedoch noch nicht erfolgreich.
Erfolgreich ist hingegen der Breitband-Internet-Zugang über das Kabelnetz mittels Kabelmodem mit über 440.000 Anschlüssen (Stand: September 2004). Die Konkurrenz-Technologie ADSL zählt 800.000 Anschlüsse (Stand: Dezember 2004). Cablecom bietet seit Juli 2004 auch das Telefonieren übers Kabelnetz an.
Geschichte
Bereits Mitte der 1950er Jahre entstehen die ersten Kabelnetze. Die PTT (heute Swisscom) verzichtete auf ihr Monopol, da sie noch zahlreiche Telefonanschlüsse in Betrieb nehmen musste und sich deshalb nicht auch noch mit dem Aufbau eines Kabelnetzes beschäftigen wollte. In den folgenden Jahren entstehen an zahlreichen Orten Kabelnetze. Anfangs der 1990er Jahren werden die Kabelnetze oftmals auf 600 MHz oder gar 862 MHz ausgebaut. In einigen Netzen werden bis zu 65 TV-Programme verbreitet. 1994 fusionieren mehrere größere Kabelnetze zur Cablecom. 1995 bieten die ersten Kabelnetze den Internet-Zugang. Seit 1. November 2006 bietet die Swisscom auch TV-Programme über ADSL-Anschlüsse bzw. VDSL-Anschlüsse an.
Kabelfernsehen in Österreich
• UPC Telekabel (Wien, Baden, Wr. Neustadt, Graz und Klagenfurt)
• Salzburg AG (Salzburg)
• Kabelsignal (Niederösterreich)
• (Oberösterreichischer Zentralraum, westliches Niederösterreich)
*[http://www.telesystem.com telesystem Tirol (Tirol)
• B.net (Burgenland)
sowie einige regionale Kabelnetzbetreiber. Alle großen Österreichischen Kabelnetzbetreiber bieten über Ihre Leitungen auch Internet und Telefonie an.
Kabelfernsehen in den USA und in Kanada
Geschichte
Schon Mitte der 1940er Jahre entstand in den USA vereinzelt eine Form von Kabelfernsehen, allerdings als Notlösung: Um auch Menschen in abgelegenen Gebieten Fernsehempfang zu ermöglichen, wurden in manchen Regionen große Antennen aufgestellt; anschließend wurden von dort Kabel zu den einzelnen Häusern verlegt.
Der Wunsch nach mehr Programmen führte in den USA und in Kanada dann in den 1950er Jahren dazu, dass neben der gewöhnlichen Fernsehversorgung per Funk auch ?echtes? Kabelfernsehen eingeführt wurde!
Service: Kanäle und Frequenzen im deutschsprachigen Raum
Historisch bedingt sind vor der Einführung des Kabelfernsehen die technisch zur Verfügung stehenden Frequenzen dem TV-Empfang, dem UKW-Radio und auch anderen Funkdiensten zugeteilt worden.
Um eine mögliche Doppelvergabe oder Verwechslung der bestehenden TV-Kanäle zu verhindern, wurden die im Kabel noch freien Frequenzlücken, die sonst durch andere Funkdienste belegt waren mit den sogenannten Sonderkanälen für das Kabelfernsehen belegt.
Deshalb können Kanäle, die nur eine Nummer tragen, auch für das herkömmliche Fernsehen über Antenne verwendet werden. Die mit S bezeichnete Kanäle, sogenannte Sonderkanäle, sind dagegen außerhalb des Kabelnetzes in dem Funkbetrieb für andere Zwecke reserviert.
Fernsehgeräte von vor etwa 1985 können daher gewöhnlich auch am Kabel nur Sender empfangen, die nicht auf mit S bezeichneten Kanälen liegen, da ihr Empfänger nicht für die Sonderkanäle gebaut ist (Ausnahmen bestätigen die Regel, meistens sind S06 bis S19 auch mit älteren Geräten empfangbar als Kanal 86 bis 99).
Um den Empfang der Sonderkanäle des Kabelfernsehens auf alten Geräten zu ermöglichen konnten die TV-Tuner durch sogennate Kabeltuner ersetzt werden.
Eine weitere Möglichkeit war die Umsetzung der TV-Kanäle mittes eines Kabelkonverters in den UHF-Bereich (TV-Kanäle 21-69), der damals durch das Kabelfernsehen nicht oder nur teilweise genutzt wurde.
Die folgende Tabelle gibt nur die Zuordnungen für den deutschsprachigen Raum an ? in anderen Ländern können die gleichen Kanalnummern teilweise andere Frequenzen bezeichnen (siehe hierzu auch Frequenzen der Fernsehkanäle). Angegeben ist jeweils die Frequenz des Bildträgers ? zu jedem Kanal gehören aber alle Frequenzen von 1,25 MHz unterhalb der angegebenen Bildträgerfrequenz bis 1,25 MHz unterhalb der Bildträgerfrequenz des nächsten Kanals. Der Kanal 2 erstreckt sich z. B. von 47 MHz bis 54 MHz.
Frequenztabelle für Deutschland
D73 und D81 werden nur bei den Netzen der Kabel Deutschland GmbH genutzt. Sie sind keine wirklich registrierten Kabelkanäle, sondern nur eine Notregelung, um flächendeckend das gleiche Angebot bieten zu können(in den Ausbaugebieten ist das, was sonst auf D73 ist, auf Kanal 27 im UHF-Band)
Der hier folgende Frequenzbereich VHF II (87,50 MHz - 108,00 MHz) ist für UKW-Radio reserviert.
Ende des empfangbaren Bereichs in Kabelnetzen mit Ausbaustufe 470 MHz.
Ende des empfangbaren Bereichs in Kabelnetzen mit Ausbaustufe 510 MHz.
Ende des empfangbaren Bereichs in Kabelnetzen mit Ausbaustufe 600 MHz.
Der Sonderkanal S 1 kann wegen der Überschneidung mit dem UKW-Radio-Frequenzband nicht genutzt werden.
Siehe auch
Antennen-Fernsehen
Digitalradio
Satellitenfernsehen
Kabelnetz
Kabelmodem
Drahtfunk
Literatur
*Christoph Engel: Kabelfernsehen. (= Wirtschaftsrecht der internationalen Telekommunikation; Vol. 29). Nomos, Baden-Baden 1996, ISBN 3-7890-4432-6
*Erwin Faul, Michael Jäckel (Hrsg.): Kabelfernsehen in Deutschland. Pilotprojekte, Programmvermehrung, private Konkurrenz. Ergebnisse und Perspektiven. (= Reihe Medien-Skripten; Bd. 11). R. Fischer, München 1991, ISBN 3-88927-082-4
*Harald H. Zimmermann: Kabelfernsehen. Eine Einführung. Universität, Saarbrücken 1984 ([http://scidok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2007/808/ Digitalisat])
Weblinks
*http://www.cablemodem.ch - Informationen zu Breitbandinternet über das Kabelnetz der Schweiz
• Informationsportsportal der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

