Cabildo
Cabildos waren eine von der spanischen Kolonialmacht Kubas eingesetzte Stadtverwaltung für Sklavensiedlungen. Sie wurden später zum Sammelbegriff für Zentren kultureller Betätigung, sozialer Hilfe und zum Teil religiöser Art.Die steigende Zahl der Sklaven im Laufe des 17. Jahrhunderts auf den Kolonialinseln Kuba hat die spanischen Herrscher dazu gebracht, soziale Strukturen zu schaffen, innerhalb derer die Sklavengesellschaft sich besser kontrollieren ließ. Da die Kommunikation zwischen Sklavenhaltern und Sklaven - und auch Sklaven verschiedener Stämme und Regionen - schwierig, ja fast unmöglich war, begann man, die Sklaven in verschiedenen Gruppen oder Gemeinschaften der verschiedenen afrikanischen Völker zu unterteilen. Diese Gemeinschaften wurden Cabildos genannt.
Cabildos wurden nicht nur auf Kuba, sondern von Spanien in allen Kolonien eingeführt. Ein cabildo ist ein gewählter Stadtrat, der für die innere Verwaltung von resguardos (Reservate) verantwortlich war und diente der Entmachtung indianischer Kaziken. Deren Aufgaben und Rechte wurden nun im 17.Jahrhundert auf die Cabildo-Funktionäre (cabildantes) übertragen. Um eine Machtzentralisierung zu vermeiden wurden etliche Regeln und Vorschriften eingeführt, so durften z.B. cabildo-Mitglieder nicht miteinander verwandt sein.
Die Anzahl der cabildo-Funktionäre hing von der Größe des Ortes ab. Es wurde alljährlich neu gewählt und eine Wiederwahl war erst nach Ablauf von drei Jahren zulässig.
Cabildo Insular auf den Kanarischen Inseln
Als Cabildo werden auf den Kanaren gegenwärtig auch die regionalen administrativen Einheiten der Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera, El Hierro, Lanzarote, Gran Canaria und Fuerteventura bezeichnet. Eingeführt wurden sie 1912 nach Inkrafttreten der Ley de Cabildos (dt.: Cabildo-Gesetz), die Zusammensetzung des Cabildo wird durch demokratische Wahl bestimmt.
Siehe auch:
Sklaverei
Spanische Kolonien
Kanarische Inseln

