Der Himmel lacht! Die Erde jubilieret
Der Himmel lacht! Die Erde jubilieret (BWV 31) ist eine geistliche Kantate von Johann Sebastian Bach.Entstehung
Das Werk wurde für den 21. April 1715, den ersten Ostertag, in Weimar komponiert und später in Leipzig in veränderter Form mehrfach wiederaufgeführt. Belege gibt es diesbezüglich für die Jahre 1724 und 1731; eine weitere Aufführung im Jahre 1735 ist wahrscheinlich.
Thematik
Der Text stammt aus dem "Evangelischen Andachts-Opffer" des Weimarer Hofdichters Salomon Franck, der als Verfasser von insgesamt neun Kantatentexten Bachs gesichert ist. Die Verse bestehen rein aus freier Dichtung und deuten, dem Anlass gemäß, die Osterbotschaft, verbunden mit der Aufforderung an die Gläubigen, Jesus auch in ihrer Seele auferstehen zu lassen. Der abschließende Satz, die letzte Strophe des Sterbechorals ?Wenn mein Stündlein vorhanden ist? von Nikolaus Herman, erweist sich als Hinweis auf die Auferweckung des Christen nach seinem Tode durch Jesus.
Besetzung
*Gesangsolisten: Sopran, Tenor, Bass,
*Chor: Sopran I/II, Alt, Tenor, Bass
*Orchester: _Trompete, I-III Pauke, Oboe I-III, Taille, Violine I/II, Bratsche I/II, Violoncello I/II, Basso continuo
Besonderheiten
Obwohl bei Bachs Kantaten eine große Besetzung an hohen Festtagen wie Ostern üblich war, ist die Besetzung dieses Werkes mit 3 Trompeten und 5 Rohrblattinstrumenten von bemerkenswerter Differenzierung und führt dazu, dass nicht weniger als 17 verschieden Instrumente bei der Aufführung der Kantate mitwirken.
Gleich zu Beginn wird der festliche Charakter des Werkes durch eine Sonata mit fanfarenartiger Einleitung demonstriert. Darauf folgt in Gestalt des Eingangschors eine fünfstimmige Chorfuge, welche die jubilierende Grundstimmung aufnimmt und weiterträgt. Es folgen mit zwei Rezitativen, die eine Bassarie umrahmen, drei Sätze, die lediglich vom Basso continuo begleitet werden und dementsprechend stark mit den beiden Anfangssätzen kontrastieren. Die folgende Tenorarie wird von einem wogenden Streicherritornell begleitet. Bei der letzten Arie kontrastieren Sopran und Solo-Oboe mit einem tiefliegenden Streicherunisono, welches die Choralmelodie des Schlusssatzes bereits vorwegnimmt.
Da in Weimar der Chorton der Orgel, nach dem die Streichinstrumente gestimmt wurden, vermutlich eine Terz höher lag als der Kammerton in Leipzig, musste Bach für die Leipziger Wiederaufführungen bei den Holzbläsern teilweise ursprünglich vorgesehene Stimmen entweder weglassen oder umschreiben bzw. von anderen als in der Ursprungsbesetzung vorgesehenen Instrumenten spielen lassen.
Literatur
*Alfred Dürr: Johann Sebastian Bach: Die Kantaten. Bärenreiter, Kassel 1999, ISBN 3-7618-1476-3
• Neumann]: Handbuch der Kantaten J.S.Bachs, 1947, 5.Auf. 1984, ISBN 3-7651-0054-4
* Hans-Joachim Schulze: Die Bach-Kantaten: Einführungen zu sämtlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs. Leipzig: Evangelische Verlags-Anstalt; Stuttgart: Carus-Verlag 2006 (Edition Bach-Archiv Leipzig) ISBN 3-374-02390-8 (Evang. Verl.-Anst.), ISBN 3-89948-073-2 (Carus-Verl.)
*Christoph Wolff/Ton Koopman: Die Welt der Bach-Kantaten Verlag J.B. Metzler, Stuttgart, Weimar 2006 ISBN-13: 978-3-476-02127-4
Weblinks
[http://www.cs.ualberta.ca/~wfb/cantatas/31.html Aufbau und vollständiger Text der Kantate]

