Friedrich Wilhelm Buttel
thumb|right|Stadtkirche_in_1. Dezember 1796 in Zielenzig; ? 4. November 1869 in Neustrelitz durch Freitod) war Baumeister, Oberbaurat und Hofbaumeister der Großherzöge zu Mecklenburg-Strelitz.Leben
Buttel wuchs in Meseritz auf und legte dort als Sohn eines Maurermeisters 1813 seine Gesellenprüfung zum Maurer ab. Danach meldete er sich als Freiwilliger, um im 1. Pommerschen Infanterie-Regiment gegen Napoleon zu kämpfen. Ab 1817 bis 1819 studierte er in Berlin Mathematik, Bildende Künste und Architektur. An der Bauakademie lernte er Karl Friedrich Schinkel kennen und an der Akademie der Künste wurde er durch den Unterricht bei Johann Gottfried Schadow nachhaltig geprägt. Sein Studium beendete er 1819 mit dem Abschluss Baukondukteur, das Zeugnis war vom Direktor der Bauakademie Johann Albert Eytelwein und von Schinkel persönlich unterschrieben. Unter dessen Leitung gelangte er in preußische Dienste und wirkte als Regierungsbaukondukteur an der Überbrückung des Opernkanals und dem Bau der _Neuen_Wache mit. Die Stellung dürfte nach heutigem Verständnis einem leitenden Bauingenieur entsprochen haben. Daneben bereitete er sich auf das große Bauexamen vor, doch konnte er dann wegen eines Stellenwechsels in ?der Kürze der Zeit die Prüfung zum architektonischen Zeugnis nicht mehr machen?so im Brief vom 14. März 1821 an die Großherzogliche Kammer von Mecklenburg-Strelitz.
Im Alter von 25 Jahren wurde er durch die Fürsprache Schinkels 1821 als Beamter in die Bauverwaltung der Mecklenburg-Strelitzischen Landesregierung in Neustrelitz aufgenommen. Großherzog Georg von Mecklenburg-Strelitz war ein baufreudiger Landesherr, in dessen Diensten der von der Schinkelschule geprägte Buttel bereits 1823 zum Hofbaumeister befördert wurde und seine architektonischen und landschaftsgestalterischen Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte. An zahlreichen Bauprojekten des Großherzogs war Buttel maßgeblich beteiligt und viele Landadlige folgten dem Beispiel ihres Herrschers und beauftragen den _klassizistischen Architekten mit der Planung neuer oder der Umgestaltung bestehender Herrenhäuser. Im Todesjahr _Goethes 1832 wurde er zum Baurat und 1860 zum Oberbaurat befördert. Damit hatte er im Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz eine ähnlich einflussreiche Stellung wie Schinkel im Königreich Preußen: Buttel unterstand das gesamte Bauwesen, er prägte einen eigenständigen regionalen Stil und optimierte die ästhetische Gestaltung der Bauprojekte des Landes. Prestigeträchtig waren dabei insbesondere der Umbau der _Orangerie_Neustrelitz, welche 1842 unter der Beteiligung Schinkels und Friedrich August Stühlers erfolgte, sowie der Bau der dortigen Schlosskirche von 1855 bis 1859.
Noch 1869 wurde Buttel zusätzlich zum Betreuer der Bauten des _Norddeutschen_Bundes in Mecklenburg-Strelitz. Er sah nur noch schlecht und war stark überarbeitet. Bauschäden an der Schlosskirche und der Verlust seiner Frau zermürbten ihn. Kurz nach seinem Freitod erschienen in Berlin die anonym verfaßten Erinnerungen an Friedrich Wilhelm Buttel.
Werke
* Belvedere bei Neubrandenburg (1823)
* Komödienhaus in Neubrandenburg (1825)
* Gymnasium Neubrandenburg (1826), Kriegsverlust 1945
* Turm der Stadtkirche Neustrelitz (1828/1831)
* Mädchenschule Neustrelitz (am Markt) (1831-1832)
* Rathaus Burg Stargard (1832/1833), Kriegsverlust 1945
* St. Marienkirche Neubrandenburg (Restauration) (1832-1842)
* Kammerkanal bei Neustrelitz (1840-1842)
* Rathaus Neustrelitz (Umbau) (1840-1843)
Orangerie (Neustrelitz), grundlegender Umbau (1840-1842)
* Louisenstift Mühlenstraße (erster Kindergarten Mecklenburgs) (1842)
* Hebetempel Schlosspark Neustrelitz (1845)
* Stadtkirche Fürstenberg/Havel (1845-1849)
* Marienpalais Neustrelitz (1850)
* Karolinenpalais Neustrelitz (1850-1851)
Schlosskirche (Neustrelitz) (1855-1859)
* Kirche in Zierke (1864-1865)
* Landgericht Neustrelitz (1865)
* Pläne für den Marstall (1869-70)
* sowie zahlreiche Gutshäuser in Mecklenburg-Vorpommern, u. a. das in Schönhausen und zwischen 1836 und 1858 die Anlage einiger Chausseen
Anmerkungen
Literatur
* Museum der Stadt Neustrelitz (Hrsg.): Friedrich Wilhelm Buttel 1796 - 1869. 1996
* Melanie Ehler, Matthias Müller (Hrsg.): Schinkel und seine Schüler. Thomas Helms Verlag, Schwerin 2004
* Ohne Urheberangabe: Erinnerungen an Friedrich Wilhelm Buttel. Roloff, Berlin 1870
Weblinks
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