Buschtunnel
Der Aachener Buschtunnel ist ein Eisenbahntunnel zur Unterquerung des Aachener Waldes (Öcher Bösch) in der Nähe der deutsch-belgischen Grenze.Bestehende Röhre
Der bestehende Tunnel wurde in den Jahren 1838 bis 1843 erbaut und ist damit der älteste noch befahrene Eisenbahntunnel Deutschlands. Er ist 691 Meter lang, bei einer maximalen Überdeckung von 45 Metern. Aufgrund des inzwischen sehr schlechten Zustands der Tunnelmauerwerkes darf der gerade Tunnel nur mit 40 km/h befahren werden. Die Röhre führt durch sandigen Boden und wird planmäßig nur von Personenzügen genutzt (Thalys, ICE_International sowie die Regionalzüge Aachen?Lüttich). Güterzüge fahren von Aachen West durch den Gemmenicher Tunnel nach Montzen.
Neubau einer zweiten Röhre
Seit 2004 entsteht im Abstand von 25 bis 45 Metern südlich des alten Tunnels eine neue, 711 m lange, eingleisige und leicht gebogene Tunnelröhre. Mit dem Neubau soll die Geschwindigkeit auf der Stecke vom Hauptbahnhof_Aachen zur neuen Schnellfahrstrecke Aachen--Lüttich (Achse Köln?Paris) angehoben werden.
Der 3,2 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen der Ronheider Rampe und der deutsch-belgischen Grenze wird in diesem Zug für Tempo 160 ausgebaut (bisher maximal 120 km/h). Das Kreuzungsbauwerk westlich des Tunnels, auf dem bisher der Gleiswechsel (Links-/Rechtsverkehr) erfolgt, wird dabei entfernt. Künftig wird ab bzw. bis Aachen Hbf im Linksverkehr gefahren (siehe auch Mehrgleisigkeit). Im Tunnel wird eine feste_Fahrbahn eingebaut.
Die vorbereitenden Arbeiten für den Neubau begannen im September 2004. Dabei war auch eine Kampfmittelräumung des im Zweiten_Weltkriegs starkem Bombardement ausgesetzten Tunnelgebietes erforderlich. Am 24. Juni 2005 erfolgte der Tunnelanschlag durch die Tunnelpatin, Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, die ihren Wahlkreis in Aachen hat. Der Tunneldurchschlag erfolgte am 27. Mai 2006, seit Oktober 2006 läuft die Betonierung der Innenschale. Die Eröffnung ist für September 2007 geplant.
Nach Eröffnung der neuen Röhre soll die alte saniert werden. In der bestehenden, gemauerten Tunnelröhre wird dabei neben einer neuen Innenschale aus Beton u. a. auch ein Rettungsweg, eine Beleuchtung und Brandschutz-Maßnahmen eingebaut. Dafür ist auch eine ?Tieferlegung? zur notwendigen Vergrößerung des Tunnelquerschnitts erforderlich. Nach Abschluss dieser Maßnahme stünde pro Richtung je eine eingleisige Röhre zur Verfügung, um den erwarteten Mehrverkehr auf der Achse Köln?Paris abwickeln zu können. Mit Beginn dieser Maßnahme wird im Laufe des Jahres 2008 gerechnet; die Realisierung ist jedoch noch nicht gesichert. Erfolgt kein Ausbau, wäre der Buschtunnel der einzige eingleisige Abschnitt zwischen Köln und Paris.
Das Investitionsvolumen für den Tunnel-Neubau, den Ausbau der Gleisanlagen sowie begleitende Maßnahmen (z. B. Schallschutz, Leit- und Sicherungstechnik) beläuft sich auf 50,5 Millionen Euro. 4,4 Millionen Euro werden von der Europäischen_Union kofinanziert. Die Sanierung der alten Röhre soll 12,5 Millionen Euro kosten.
Der Tunnel wird im Auftrag der DB Netz AG durch ein Konsortium der Firmen Hochtief Construction AG, Hartung Bau GmbH & Co KG und der Eichholz-Gruppe errichtet.
Weblinks
• www.buschtunnel.de - der ultimative Tunnelblick
• Projektinformation auf db.de
• Buschtunnel
• Bilder aus dem Buschtunnel
• Chronik des Baus
• Video aus dem Tunnel

