Thomas Buscher
Thomas Buscher (7. März 1860 in Gamburg im Taubertal; ? 13. Mai 1937 am Starnberger See) war ein bedeutender Bildhauer und Holzschnitzer des Historismus.Leben
Er wurde als sechstes Kind des Steinmetzmeisters Friedrich Buscher und seiner Frau Dorothea, geb. Häfner, geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters 1866 wurde der elterliche Betrieb vom ältesten Sohn Karl Anton Buscher übernommen. Thomas ging in der Holzbildschnitzerwerkstatt von Joseph Elsner in München in die Lehre. 1890 heiratete er Creszentia Maria Mamhofer, Tochter eines Holzhändlers, und machte sich in München als ?Fertiger für Holzschnitzarbeiten aller Art? selbständig. Sie hatten vier Töchter.
Er spezialisierte sich auf kirchliche Werke und war stilistisch dem Historismus verpflichtet. Er setzte sich allerdings sehr persönlich mit Inhalt und Gestaltung seiner Werke auseinander. Eine fabrikmäßige Kopie gotischer Vorbilder findet sich bei ihm nicht. Jede Arbeit ist vielmehr ein unverwechselbares Unikat von großer handwerklicher Qualität.
Auswahl seiner Werke
*1902 ein Flügelaltar zum Marienleben für die Wallfahrtskirche Liebfrauenbrunn bei Werbach
*1903 Hochaltar der Heilig-Geist-Kirche (Mannheim)
*1906 Kolossale Steinbildwerke der Kurfürsten Carl_Theodor und Carl_Philipp für die Vorhalle der Jesuitenkirche (Mannheim). St. Josefsaltar für die Stadtpfarrkirche St._Paul in München.
*1907 Seitenaltar für die Wallfahrtskirche_Engelberg am Main.
*1911 2 Statuen für die Stadtpfarrkirche in Hockenheim und der Marienaltar in der Johanniskirche auf dem Freisinger_Domberg.
*1915 und 1932 mehrere Werke für die Pfarrkirche St. Martin in Tauberbischofsheim
*1916 ?Nagelaltar? im Bamberger Dom
*1922 und 1925 Kreuzweg und Hochaltar zum Marienleben in der Liebfrauenkirche (Mannheim)
*1934 Ausstattung der Pfarrkirche Uissigheim bei Tauberbischofsheim und Apostelfiguren für die Stadtpfarrkirche St. Jakob in Cham.
Er starb am 13. Mai 1937 am Starnberger See.
Aufgrund des einhellig abschätzigen Urteils über den Historismus in der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts sind viele Werke dieser Zeit zerstört worden. Zwar ist diese Haltung überwunden, doch warten die vorhandenen Werke noch auf eine eingehendere kunsthistorische Untersuchung und Bewertung.
Literatur
*Heinz Bischof, Chronik der Buscher-Brüder, Ein vergessenes deutsches Künstler-Schicksal, Frankonia-Buch im Verlag Fränkische Nachrichten 1988, ISBN 3-924780-13-7
*Heinz Bischof, in Festschrift 2003: Gemeinde im Wandel der Zeit - 100 Jahre Liebfrauenkirche Mannheim
Weblink
#[http://www.werbach.de/frames.htm Liebfrauenkapelle in Werbach]
#[http://www.thomas-buscher.de Homepage mit ausführlichen Informationen und Bildern]

