Burgundenkrieg
Der Burgunderkrieg von 523-524 war eine militärische Auseinandersetzung zwischen den Franken auf der einen und den Burgunden auf der anderen Seite, dessen Ursprünge ? neben dem fränkischen Expansionsstreben ? vor allem in innerfamiliären Streitigkeiten im burgundischen Königshaus zu finden sind.Chlothilde von Burgund (um 474 ? 544) war die zweite Ehefrau des Frankenkönigs Chlodwig I. und Mutter seiner Nachfolger Chlodomer, Childebert I. und Chlothar I.. Sie hatte als junge unverheiratete Frau miterleben müssen, wie ihr Vater, der Burgundenkönigs Chilperich_II. von seinem Bruder Gundobad im Rahmen eines Bruderkrieg um die Herrschaft in Burgund getötet worden war.
Im Jahr 523, als Gundobads Sohn Sigismund seinen Sohn Sigerich als Aufrührer töten ließ, und die Allianz zwischen den Burgunden und den Ostgoten dadurch in eine Krise geriet, sah Chlothilde die Zeit gekommen, Rache zu üben, so wie ihre Söhne eine günstige Gelegenheit vermuten, ihren Machtbereich zu erweitern.
Die drei jüngeren Söhne Chlodwigs ? ihr älterer Halbbruder Theuderich I. hielt sich fern, wohl weil er mit einer Tochter Sigismunds verheiratet war ? marschierten in das Königreich Burgund ein, schlugen den König und bemächtigten sich seines Herrschaftsgebiets. Mit dem gefangenen König und seiner Familie kehrten die Brüder ins Frankreich zurück und ließen eine Garnison vor Ort.
Sigismunds Bruder Godomar II. kehrte an der Spitze einer Armee, die sein Verbündeter und Verwandter, der Ostgotenkönig Theoderich der Große geschickt hatte, nach Burgund zurück, wo es ihm gelang, die fränkische Garnison zu vernichteten.
Chlodomer, der zu seiner Residenz Orléans zurückgekehrt war, ließ daraufhin Sigismund und dessen zwei Söhne Gisald und Gondebaud am 1. Mai 524 töten, und brach anschließend zu einem zweiten Feldzug gegen die Burgunder und ihre Verbündeten auf. Die Invasoren wurden von Godomar in der Schlacht bei Vézeronce am 25. Juni des gleichen Jahres geschlagen, in der Chlodomer ums Leben kam. Die Franken zogen sich danach aus Burgund zurück und gaben den Kampf vorläufig auf.
Nach Theoderichs Tod 526 verloren die Burgunden 532 in der Schlacht von Autun endgültig gegen die Franken und mussten ihre politische Selbstständigkeit aufgeben.

