Burgstall Gegenpoint (Fürstenfeldbruck)
Der hochmittelalterliche Burgstall Gegenpoint (Geggenpoint) liegt etwa zwei Kilometer östlich des Klosters_Fürstenfeld (Fürstenfeldbruck) auf einem Sporn der Amperleite. Die Burg wurde im 15. Jahrhundert verlassen und anschließend als Steinbruch ausgebeutet. Heute sind nur noch die Erdwerke des ehemaligen Adelssitzes im Gelände erkennbar.Geschichte
Der Ortsname ?Kekinpuint? erscheint bereits 857 in einer Schriftquelle. Er bedeutet wohl ?umzäuntes Feld? (Point) in der Nähe einer Quelle (Kekin). Von 1147 bis 1340 saßen die Herren von Gegenpoint auf der Veste. Möglicherweise stammt das Geschlecht von einer älteren Familie ab, die ursprünglich auf dem Engelsberg über dem späteren Kloster saß und sich nach dem Ort ?von Prukk? benannte. Allerdings zeigt die Anlage des Burgstalls auf dem Gegenpoint Übereinstimmungen mit frühmittelalterlichen Wehranlagen (Doppelgräben), vielleicht wurde hier eine Vorgängeranlage, etwa eine kleinere Ungarnschutzburg, ausgebaut.
Die Gegenpointner scheinen Dienstleute Herzog Heinrichs_des_Löwen gewesen zu sein. Die Größe des Burgstalls und die Bezeichnung ?nobilis? deuten auf eine hervorgehobene Stellung dieser Familie im Umfeld des Welfenherzogs und auf eine mutmaßliche edelfreie Herkunft. Die exponierte Stellung als welfischer Vorposten an der Grenze zum Gebiet der aufsteigenden Wittelsbacher führte schließlich zum Untergang der Burg. 1340 verkaufte der Schwiegersohn Heinrichs von Gegenpoint einen Großteil seiner Güter an das Kloster Fürstenfeld, das die Wittelsbacher 1263 in der Nähe angelegt hatten. Nach dem Sturz des Welfen begann der wirtschaftliche Abstieg der ehemals so mächtigen Gegenpointner, der noch durch einige Erbteilungen beschleunigt wurde. Das Kloster als größter Grundherr der Gegend verzichtete auf den Schutz durch Burgen und Dienstleute, nach dem Kauf wurde die Burg bis auf die Kapelle abgerissen. Die Familie verschwand am Ende des 14. Jahrhunderts vollständig aus der Geschichte (Gunter der Wat von Geggenpoint, 1391).
Die Kapelle stand noch bis ins Jahr 1785, wurde dann aber wegen Baufälligkeit und aus Desinteresse abgetragen.
Der Historische Verein Fürstenfeldbruck errichtete 1990 einen Gedenkstein hinter der nordöstlichen Einfahrt. Dahinter erzählt eine Informationstafel von der Geschichte der Burg.
Beschreibung
Der Burgstall besteht aus der rechteckigen Kernburg (ca. 20 x 30 Meter) über dem Ampertal und der vorgelegten geräumigen Vorburg im Süden, die durch einen drei bis vier Meter tiefen Halsgraben getrennt werden. Der Kegel der Hauptburg wird auf drei Seiten durch die Steilabfälle geschützt, das Plateau der Vorburg von einem Doppelgraben umlaufen. Die innere Grabentiefe beträgt hier noch bis zu drei Meter, der Aussengraben ist etwa einen bis anderthalb Meter tief.
Der alte Burgweg zieht von Norden zur Vorburg hinauf, die Anlage liegt etwa 20 bis 30 Meter über dem Tal. Im Süden ermöglicht eine Erdbrücke unbekannter Zeitstellung den bequemen Zugang zur Vorburg, im Nordosteck heben sich die Fundamente der ehemaligen Burgkapelle deutlich vom Gelände ab.
Literatur
*Ulrich Bigalski: Vom Aufstieg und Niedergang einer bayerischen Adelsfamilie. in: Brucker Blätter 1990 (Jahrbuch des Historischen Vereins für die Stadt und den Landkreis Fürstenfeldbruck, Heft 1). Fürstenfeldbruck, 1991
*Volker Liedke, Peter Weinzierl: Landkreis Fürstenfeldbruck (Denkmäler in Bayern, Band I.12). München, 1996. ISBN 3-87490-574-8

