Burgstall Bachern
Der Burgstall Bachern liegt südlich des Bachern im Landkreis Aichach-Friedberg in Bayerisch-Schwaben auf einer Anhöhe. Von der hochmittelalterlichen Burganlage haben sich nur der Halsgraben und der mächtige Turmhügel erhalten.
Geschichte
Bachern erscheint erstmals im Jahre 763 als ?Pahhara? in einer Urkunde. Um 1120 war das Stift St. Ulrich und Afra zu Augsburg hier begütert. Schirmvogt über die Besitzungen des Stiftes jenseits des Lechs war damals Pfalzgraf Otto V. von Wittelsbach.
Ein Ortsadel ?de Pacharn? tritt 1135 ins Licht der Geschichte. 1140 bzw. 1171 werden Arnoldus und Gelwart von Pachern urkundlich. Ein Haidenricus de Bachern schenkte dem Kloster im 12. Jahrhundert weitere Güter. 1177 wird in einer päpstlichen Bulle ein Meierhof ?zu Paeche? aufgeführt, der bereits 1270 zum Amt Wittelsbach, Landgericht Aichach gehörte.
Die Burg war zu dieser Zeit wohl schon verlassen. Das ehemalige Schloss im Dorf entstand erst 1595 durch das Kloster Heilig Kreuz (Augsburg), steht also mit dem Burgstall in keinem direkten Zusammenhang. Später wurde die Westseite des Turmhügels teilweise zur Materialgewinnung abgegraben, auch der nördliche Auslauf des Halsgrabens ist gestört. Durch die Bewaldung der Anhöhe hat sich hier dennoch ein typisches Beispiel einer Hochmotte als Sitz eines Niederadelsgeschlechtes des Hochmittelalters erhalten. Ein ähnlicher Burgstall liegt nur sechs Kilometer westlich über Kissing auf der Lechleite.
Die Volkssage schreibt den Untergang der Veste der Hartherzigkeit der Bewohner zu, die Burg soll im Boden versunken sein. Nur die Magd sei verschont worden, da sie Mitleid mit den Armen gezeigt habe. Ähnliche Sagen ranken sich um zahlreiche Burgruinen und Burgstellen. Tatsächlich dienten die Aufbauten sicherlich als willkommener Steinbruch für die Bauern der Umgebung. Die Gebäude bestanden wohl zumindest teilweise aus Backstein, einige Ziegelsteine liegen noch im Gelände, ebenso zahlreiche Scherben von Dachziegeln.
Anlage
Der Burgstall wird im Westen durch den Steilhang geschützt. Im Süden ist ein Plateau - wohl eine ehemalige Vorburg ? vorgelagert. Um die Ostseite des Turmhügels läuft der vier bis fünf Meter tiefe Halsgraben, der im Westen als Berme oder Hanggraben weitergeführt ist. Auf dieser Seite fällt das Gelände etwa 30 Meter sehr steil ins Tal ab.
Der Erdkegel der Hauptburg ragt weitere zwei bis drei Meter über das Gelände, das Plateau ist über die steilen Flanken nur schwer zugänglich.
Siehe auch
Liste der Burgen und Schlösser in Bayern

