Burgruine Schaunberg
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Die Burgruine Schaunberg liegt in der Gemeinde Barbarossa die Maut zu Aschach an der Donau erhalten, ein sehr einträgliches Reichslehen. Mitte des 12. Jahrhunderts ließ "Heinricus de Scovenberch" etwa eine Wegstunde von Aschach entfernt eine Burg errichten.
In einer Urkunde aus dem Jahr 1316 bezeichnen sich die Schaunberger als Grafen und strebten Reichsunmittelbarkeit an. Herzog Rudolf IV. ermunterte jedoch seinen Gefolgsmann Eberhard_von_Wallsee, sich jenseits der Donau, Burg Schaunberg gegenüber, eine Zweitburg (Burg Oberwallsee) zu bauen.
Die Schaunberger Fehde
Im Jahr 1380 zog Reinprecht von Wallsee im Auftrag Herzog Albrecht_III. gegen Heinrich von Schaunberg. Obwohl der Schaunberger sich mit den Rosenbergern und deren Ministeralien verbündet hatte, besetzte der Wallseer in den ersten beiden Jahren der "Schaunberger Fehde" alle ihre Donauburgen, auch ihre Stadt Eferding. Burg Schaunberg belagerte er allerdings vergeblich. Da die Rosenberger ihn nicht unterstützten, musste Heinrich sich den Habsburgern unterwerfen.
Im Jahr 1388 erhielten Wallsee und Habsburg erneut Fehdebriefe, zwei Jahre später musste Heinrich von Schaunberg dann endgültig Urfehde schwören. Doch machten die "redenden Wasserspeier" auf dem Turm seiner Burg_Neuhaus offenkundig, was er von Habsburg und Wallsee hielt.
1548 verloren die Schaunberger ihre Reichsstandschaft, 1559 starben sie aus. Schon zu Anfang des Jahrhunderts waren sie in das von ihnen erbaute Schloss Eferding gezogen. Nach ihnen residierten hier ihre Erben, die Starhemberger.
Anlage
Mit eine Fläche von 17.500 m² war sie die größte Burganlage Oberösterreichs. Der Verfall der Burg begann in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Den Kern der Anlage bildet die von einer Ringmauer umgebene Hauptburg. In dieser befinden sich die Überreste des weithin sichtbaren, 32 Meter hohen Bergfrieds, des repräsentativen Herrenhauses (Palas), der Burgkapelle und weiterer Nebengebäude.
Bergfried
Der Bergfried steht frei, knapp hinter der Ringmauer der Burg. Sein Grundriss ist fünfeckig, die scharfe Kante des Keilturms zeigt in die vorgegebene Angriffsrichtung.
Man kann zwei Bauphasen unterscheiden:
*Die untersten 5 Stockwerke stammen aus der Mitte des 13. Jahrhundert. Die Mauerstärke im untersten Geschoss beträgt 350 cm. Alle Innenräume sind quadratisch, dadurch ergibt sich auf der Keilseite eine Mauerstärke bis zu 8 Metern. Ab dem ersten Obergeschoss verjüngt sich der Bergfried an den Außenseiten leicht. Die Mauerstärke ab dem 5. Stockwerk beträgt etwa 200 cm. Der Hocheinstieg lag an der Rückseite des Turmes, ungefähr 10 Meter über dem Hofniveau.
*Im 14. Jahrhundert erhielt der Turm weitere 3 Stockwerke.
Die Gesamthöhe beträgt 32 Meter, damit ist er wahrscheinlich der mächtigste Bergfried in Österreich.
Im Jahr 1825 brach der Nordteil des Bergfrieds vollständig ab, wobei der herbstürzende Schutt auch den gegenüberliegenden Palas beschädigte. Die erhaltene Hälfte des Turmes ist heute gut abgesichert und über eine Stahltreppenkonstruktion begehbar.
Wehranlagen
Dem Schutz der Burg dienten 4 Gräben und zwei Zugbrücken mit einem äußeren und einem inneren Torbau.
Nach Westen wurde die Burg durch eine Zwingermauer um eine Vorburg erweitert. Die westliche Mauer war der verwundbarste Punkt der Festung und wurde deshalb auf 5 Meter Dicke ausgebaut. Die Mauer war von zwei Ecktürmen flankiert und besaß in der Mitte einen Bergfried. Während die Ecktürme vollständig eingestürzt sind exisitiert von diesem zweiten Bergfried noch eine Ruine.
Palas
Hier ist u.a. ein gotischer Torbogen erhalten.
Literatur
* Maximilian Fuchs : Die Burg Schaunberg. Eine Darstellung aus Vergangenheit und Gegenwart. Verein der Schaunbergfreunde, Eferding 1962.
* Otto Wutzel: Die Burg Schaunberg. Lage, Name, Geschichte, Baubeschreibung. 2. Auflage. Verein der Schaunbergfreunde, Eferding 1981.
* Otto Wutzel: Die Burg Schaunberg. Eferding 1994.
Weblinks
• Geschichte der Burg Schaunberg
• Bilder der Burg
* www.burgenseite.com:
*• Der Bergfried von Schaunberg
*• Einsturz eines Teils der Ringmauer im Winter 2002

