Burgruine Schartenberg
Die Burg Schartenberg (auch: Schartenburg) ist eine Ruine auf dem Höhenrücken zwischen den beiden Tälern der Nebelbeeke und der Warme. Die nächsten Orte sind Meimbressen und Ehrsten im Osten, Zierenberg im Süden und die Güter Rangen, Laar und Hohenborn im Westen. Am Südende dieses Höhenzuges liegt der Hohe_Dörnberg, auf ihm liegt ein alter Weg, an dem auf einem Felsvorsprung die Schartenburg liegt.Beschreibung der Ruine (2006)
Die Ruine Schartenburg liegt auf dem Westabhang eines Höhenrückens. Seine höchsten Erhebungen sind der Kleine_Schreckenberg (475 m) und der Große_Schreckenberg (460 m) sowie der Schartenberg (404 m). Entlang des Westabhanges, der in das Tal der Warme abfällt, läuft hier der Fulda-Diemel-Wanderweg. An einer der steilsten Stellen des Hanges, südöstlich des Gutes Rangen, steht der Bergfried als einziges deutlich sichtbares Relikt der Ruine. Im Sommer ist er nicht zu sehen - erst im Winter, wenn die umgebenden Bäume keine Blätter tragen, kann man die Position erahnen. Derzeit ist der Zugang zur Anlage wegen Einsturzgefahr verboten.
Der Bergfried selbst ist rund und relativ hoch, aber am Westrand an der Wetterseite rund zur Hälfte eingebrochen. Es ist kein loses Schuttmaterial zu sehen. Die am Fuß breiten Mauern verjüngen sich nach oben stockwerkweise deutlich. Am Ende des 19. Jhdt.s wurde in die Basis des Turmes ein Tunnel in sein Inneres gebrochen. Dieser Tunnel ist eng und ebenso einsturzgefährdet. Im Inneren des Tunnels sind Stützen und Löcher für Balken und Zwischenböden als Reste der Einbauten zu erkennen. Die Bruchstellen des Turmes sind mit Birken und Eschen bewachsen, die auf die Dauer das Mauerwerk sprengen werden. Die Mauern sind aus dem lokal verfügbaren Kalkstein gemauert, dessen Farbe von feuerrot bis cremeweiß wechselt.
Der Fuß des Bergfriedes bildet den höchsten Punkt der Anlage. Nach Westen liegt eine Stufe, die von nur schwach erkennbaren und bewachsenen Mauerresten aus Kalkstein gesäumt ist. Sie dürfte den - oder einen? - Burghof gebildet haben. Die ursprüngliche Außenmauer ist nur in Ansätzen erkennbar, die sich von innen nicht erkennen lassen. Von außen, d. h. von unten, da der Berg sehr steil abfällt, erscheinen sie etwa einen bis stellenweise zwei Meter hoch. Nach Norden trennt ein tiefer Graben den Bergfried-Teil der Burg vom Nordteil. Nach Nordwesten schließen sich zwei weiteren Terrassen an, die als weitere Teile der Burg zu deuten sind. An deren Rand fällt der Berg sehr steil zum Warmetal ab. In diesem Nordteil der Burg sind nur geringe Mauerreste erhalten, während die Form des Berges deutliche Spuren menschlicher Formung zeigt.
Im Sommer 2006 begannen am Hauptturm aufwändige Restaurierungsarbeiten zur Mauersicherung.
Literatur
* Georg Landau: Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer. Cassel: Bohné, Vier Bände, 1832-39. Faks.-Nachdr. Vellmar: Historische Ed. Carl, 2000.
* Dr. Wilhelm Chr. Lange: Schartenberg. In: Touristische Mittheilungen aus beiden Hessen, Nassau. Frankfurt a. M., Waldeck und den Grenzgebieten: Dezember 1894, S. 69-72 und Januar 1895, S. 82-84.
* Ernst Happel: Mittelalterliche Befestigungsbauten in Niederhessen. Mit 52 Ansichten und 5 Grundrissen. Kassel 1902.
* Willi Vesper: Die Burg Schartenberg und ihre Geschichte. In: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar. 1952, S. 75-78.

