Burgenland
In der wirtschaftlich schwierigen Zeit nach dem Ersten_Weltkrieg wanderten viele Burgenländer in den 1920er Jahren in die USA aus, was dazu führte, dass Chicago zur größten Stadt der Burgenländer wurde. Aber auch durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Zeit des eisernen_Vorhanges konnte die wirtschaftliche Entwicklung mit der Restösterreichs nicht mithalten, so dass viele Burgenländer auch heute nach Wien auspendeln. Erst langsam durch einerseits größere EU-Förderungen und der Öffnung und EU-Erweiterung nach Osten entstehen im Burgenland vermehrt Arbeitsplätze mit der Möglichkeit im eigenen Bundesland zu arbeiten.
Bei der Volkszählung von 1991 gaben 29.000 Menschen an, Burgenlandkroaten zu sein (Selbsteinschätzung der Volksgruppe: 45.000). Dazu kommen ca. 5.000 Burgenlandungarn (Selbsteinschätzung 25.000). 122 gaben Romanes als Muttersprache an. Die wirkliche Zahl der Burgenland-Roma liegt vermutlich jedoch ebenfalls deutlich höher.
Die verschiedenen Sprachgruppen sind gesetzlich anerkannt als autochthon. Die kroatischsprachigen BurgenländerInnen, die ungarischsprachigen, und die Sinti und Roma haben das Recht auf Verwendung ihrer Sprachen im öffentlichen Verkehr und stehen unter Schutz. Ortschaften mit einem hohen Anteil an Burgenländerkroaten zum Beispiel haben zweisprachige Ortstafeln. Dies wird im Burgenland auf Grund der Geschichte und der damaligen Zugehörigkeit zu Ungarn als selbstverständlich betrachtet und ist nicht kontrovers im Gegensatz zu der Situation in Kärnten.
Religion
Obwohl die Mehrheit der Burgenländer wie im übrigen Österreich vorwiegend römisch-katholisch sind, ist hier mit 14 % auch ein sehr hoher Anteil an Protestanten, die in 29 Pfarrgemeinden organisiert sind. Es gab früher eine große und bedeutende jüdische Kultur, vor allem in Deutschkreutz und den sogenannten ?Sieben Gemeinden?. Der Holocaust zerstörte diese einzigarte Kultur fast komplett, heute erinnert nur noch sehr wenig im Burgenland daran, was einmal war.
Der Landespatron für das Burgenland ist der Hl._Martin_Bischof_von_Tours.
- Blick von Podersdorf Richtung Westen]]
Wirtschaft
Als wirtschaftlich unterentwickeltes jüngstes Bundesland Österreichs wurde das Burgenland 1995 zur Gänze zum Ziel-1-Gebiet der Europäischen_Union erklärt. Diese Förderungen laufen in einer ?Phasing Out? Phase bis 2013 weiter. In den zehn Jahren hat sich das Burgenland wirtschaftlich weiter entwickelt. Im Durchschnitt liegt der Anteil des Bruttoinlandsproduktes pro Kopf in Kaufkraftstandards KKS mittlerweile bei 77,4 % (2003) und hat damit die 75 % der EU15 überschritten. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht die Region einen Index von 84.7 (EU-25:100) (2003).Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25[http://epp.eurostat.cec.eu.int/pls/portal/docs/PAGE/PGP_PRD_CAT_PREREL/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2006/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2006_MONTH_05/1-18052006-EN-AP.PDF]
Nach wie vor herrscht auch ein Nord-Südgefälle in der Wirtschaftskraft. Diese Disparitäten können nur sehr langsam aubgebaut werden. Ca. 23.000 Burgenländer pendeln je nach Entfernung als Tages- oder Wochenpendler zur Arbeit nach Wien.
Das Burgenland ist mit Niederösterreich das wichtigste Weinbaugebiet Österreichs. Über 16.000 Hektar werden im Weinbau bewirtschaftet. Es wird untergliedert in die Weinbauregionen Neusiedlersee (7303 Hektar), Neusiedlersee-Hügelland (3923 Hektar), Mittelburgenland (2326 Hektar) und Südburgenland (507 Hektar).
Kultur
Kulturell bietet das Land vor allem im Sommer viel, mit den Operettenfestspielen_Mörbisch auf der wunderschönen Seebühne am Neusiedler See, den Opernfestspielen im St._Margarethener Römersteinbruch, den Schlossspielen_Kobersdorf oder den Burgspielen_Güssing.
Durch die vielen Minderheiten ist das Volksbrauchtum im Burgenland besonders reichhaltig. Es werden nämlich auch von den Minderheiten kulturelle Veranstaltungen wie z. B. kroatische oder ungarische Heimatabende abgehalten.
Das Burgenland hat auch der Jugend sehr viel zu bieten. So werden in Wiesen von Juni bis September zahlreiche Konzerte mit Weltstars in den Musikrichtungen Rock, Reggae, Alternativ und Jazz durchgeführt, die tausende Jugendliche aus ganz Österreich und dem benachbarten Ausland anlocken (z. B.: Nova Rock Festival).
Tourismus
Der Tourismuszahlen im Burgenland wurden in den letzten Jahren kontinuierlich besser. Jedoch kann es bei den Nächtigungszahlen nicht mit den Tourismushochburgen im Westen Österreichs mithalten. Zugpferde des Tourismus im Burgenland sind der Neusiedler See, die Thermen Lutzmannsburg (Sonnentherme), Stegersbach und Bad Tatzmannsdorf.
Besonders beliebt ist das über 5.000 km lange Radwegenetz. Obwohl das Land flach ist, können Radtouren anstrengend werden, wenn der Wind durch das flache Land zieht.
Bildung
Fachhochschulen
Betreiber der burgenländischen FHs ist die Fachhochschulstudiengänge Burgenland GesmbH. Es gibt einen Standort im Norden (Eisenstadt), der sich auf Informationstechnologie und Wirtschaft mit Schwerpunkt Ost-_und_Mitteleuropa spezialisiert hat, und einen Standort im Süden (Pinkafeld) der auf Energie- und Umweltmanagement und Gesundheit spezialisiert ist. Studierende im Burgenland haben keine Studiengebühren zu bezahlen.
Literatur
* Franz Hannabauer: Erstes Burgenländisches Mundart-Wörterbuch. Herausgegeben und verlegt von der Burgenländisch-Hianzischen Gesellschaft, ISBN 3-901783-12-1
* Bernhard Habla: Komponieren im Burgenland. Lexikon der Musikschaffenden aller Volksgruppen und Stilrichtungen. erstellt in Zusammenarbeit mit der Pannonischen Forschungsstelle der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz / Institut Oberschützen, herausgegeben vom Burgenländischen Blasmusikverband, Eisenstadt 2006, ISBN 3-200-00808-3
Siehe auch
• der Gemeinden im Burgenland]Weblinks
• Burgenländische Landesregierung
• Burgenland Tourismus
• ORF Burgenland Volksgruppenredaktion
• Kunst und Kultur im Burgenland

