Burgebrach
Burgebrach [] ist ein oberfränkischen Landkreis Bamberg und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Burgebrach.
Geografie
Burgebrach gilt als östliches Tor zum Steigerwald an der Einmündung der Mittleren_Ebrach in die Rauhe_Ebrach. Es befindet sich an der Bundesstraße 22 auf halbem Weg zwischen Bamberg und Ebrach.
Nachbargemeinden
Lisberg, Stegaurach, Frensdorf, Pommersfelden, Mühlhausen (Landkreis Erlangen-Höchstadt), Schlüsselfeld, Burgwindheim, Schönbrunn im Steigerwald und Walsdorf.
Marktgliederung
Die 27 Ortsteile des Marktes Burgebrach mit Einwohnerzahlen:
Stand: 31.12.2004
Geschichte
Die erste Bezeichnung des Ortes im Jahre 1023 war Urbs Ebraha. Kaiser Bistum Würzburg, das Burgebrach 1377 an das Hochstift_Bamberg verkaufte. Burgebrach war Urpfarrei für über 40 Orte der Umgebung. Das Marktrecht erhielt es am 21. August 1472 durch den Bamberger Bischof Georg von Schaumburg.
1499 mussten auf Verlangen des Bischofs drei Wehrtürme errichtet werden, dafür erließ er dem Ort die Steuern. Mauern wurden nicht benötigt, da die sumpfigen Wiesen und die beiden Ebracharme lange Zeit feindliche Angriffe verhinderten. So blieb Burgebrach im Hussiten- und im Bauernkrieg verschont. 1550 erst wurde es von dem berüchtigten Markgrafen Albrecht Alkibiades und am 16. Februar 1632 im Dreißigjährigen_Krieg durch die Schweden mit Plünderungen und Brandschatzungen heimgesucht. Im Jahre 1706 mussten an die Franzosen umfangreiche Geld- und Naturalabgaben geleistet werden.
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort vom Hochstift Bamberg zu Bayern.
Einwohnerentwicklung
Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 4.761, 1987 dann 5.037, im Jahr 2000 6.212 und im Jahr 2006 6.479 Einwohner gezählt.
Politik
Bürgermeister ist seit 1990 Georg Bogensperger (CSU).
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 2.610.000 ?, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 776.000 ?.
Gemeindepartnerschaft
Mit der Gemeinde Kapsweyer in Rheinland-Pfalz besteht eine Partnerschaft.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die überörtlich bekannte Kirchweih (Kerwa) findet jährlich am Sonntag nach Micheli (29. September), also am letzten September- oder ersten Oktoberwochenende statt.
Jedes Quartal (jeweils am zweiten Sonntag im März, Juni, September und Dezember) finden Märkte in Burgebrach statt, die gut besucht werden.
Sehenswert sind:
*Ölberg und Pfarrkirche St. Vitus
*Altes Rathaus
*Ruine Windeck
*Altes Pfarrhaus
*Ehemaliges Amtsgericht/Kreiskrankenhaus/jetzt Bürgerhaus
Bauwerke
* Die Pfarrkirche St. Vitus mit gotischen und barocken Bauteilen ist schon seit 1154 bezeugt. Der Bau des Turmes wurde im 13. Jahrhundert begonnen. Auf der rechten Seite im Chorraum stehen die Stifterfiguren des Bistums Bamberg: Kaiser Heinrich und seine Frau Kunigunde aus der Schule von Veit Stoß.
*Auf dem Kirchplatz steht eine Ölberggruppe in einem sechseckigen Sandsteingehäuse mit Netzrippengewölbe, Blendmaßwerk und verschieferter Kuppelhaube.
*Das Pfarrhaus war früher ein fürstbischöfliches Jagdschloss und wurde 1909 im Neorenaissance-Stil umgestaltet.
*Von der Befestigung blieb das Obere Tor erhalten (Torhaus aus dem Jahre 1720), das bis heute mit dem angebauten Verwaltungsgebäudes als Rathaus dient.
Wirtschaft und Infrastruktur
Burgebrach ist Unterzentrum und hat sein eigenes Krankenhaus, die Steigerwaldklinik u. Klinik am Eichelberg.
Zudem ist sehr viel Einzelhandel in Burgebrach ansäßig. Ein großer Automobilzulieferer und das Musikhaus_Thomann mit weltweitem Online-Versand werten die Wirtschaft zusätzlich auf.
Verkehr
Durch Burgebrach verläuft die Staatsstraße St 2262 und die B 22, über die Autobahn ist es zu erreichen über die AS Schlüsselfeld oder die AS Pommersfelden (BAB 3).
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
*Marcus Goldmann wurde 1821 als Sohn eines jüdischen Kleinbauers und Viehhändlers in Burgebrach geboren. 1848 wanderte er bei der ersten großen jüdischen Auswanderungswelle nach Amerika aus. Nach Jobs als Hausierer und Bekleidungsgroßhändler gründete er 1869 in New York ein Bankhaus. Es begann mit einem 1-Zimmer-Büro in New Yorks Pine Street. Zusammen mit seinem Schwiegersohn Samuel Sachs entstand daraus im Jahre 1882 die mittlerweile weltbekannte Großbank Goldman Sachs. Marcus Goldmann starb 1904.
*Thomas Schmauser - Der 1972 geborene Künstler ging nach seiner Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München ein festes Engagement am Niedersächsischen Staatstheater ein, wo er mit zahlreichen Hauptrollen auf der Bühne stand. Mit Intendant Ulrich Khuon wechselte er im Sommer 2000 an das Hamburger Thalia Theater, wo er u.a. als "Prinz Friedrich von Homburg" zu sehen ist. Mitte der 90er Jahre begann seine Kamera-Tätigkeit. Man sah ihn im Kino unter anderem in "Japaner sind die besseren Liebhaber" (1994), "Nach fünf im Urwald" (1995), "Ein todsicheres Geschäft" (1999) und "Die Einsamkeit der Krokodile" (2000). Für das Fernsehen entstanden ferner "Nur für eine Nacht" (1997), "Ein Dorf sucht seinen Mörder", "Und die Braut wusste von nichts" (beide 2002) sowie - 2003 -"Der Mörder ist unter uns" und die drei "Tatort"-Produktionen "Der Prügelknabe", "Die Liebe und ihr Preis" und "Teufelskreis". 1998 wurde er mit dem O.E.-Hasse-Förderpreis der Akademie der Künste Berlin ausgezeichnet.
Sonstiges
*Dort wo heute die Pfarrkirche St. Vitus steht, hätte nach den Plänen des damaligen Baumeisters Balthasar Neumann eine prunkvolle und viel größere Kirche erbaut werden sollen. Der Abt von Ebrach allerdings legte dagegen Widerspruch ein und so wurde die Kirche nie gebaut.
*Im Burgebracher Ortsteil Treppendorf befindet sich das größte Musikhaus Europas.
Weblinks
*
• Verwaltungsgemeinschaft Burgebrach

