Burgdorfer Kreisbahnen
Unter dem Namen Burgdorfer Kreisbahnen wurde eine normalspurige Kleinbahnstrecke im ehemaligen Landkreis Burgdorf in Niedersachsen betrieben, die vornehmlich dem Transport von Kali und Erdöl diente, daneben aber auch Personen beförderte. Der Zweck der Bahn zeigt sich auch in den Eigentumsverhältnissen. Anfangs gehörte sie dem Kaliwerk der Gewerkschaft Riedel, seit 1911 in der Form einer GmbH, deren Anteile überwiegend bei dem Kaliwerk lagen, das später an die Burbach-Kaliwerke AG Magdeburg, dann an die Kali + Salz AG überging.Die Strecke nahm ihren Ausgang im Bahnhof Burgdorf und führte in nordöstlicher Richtung über Weferlingsen nach Hänigsen. Bis hierher war sie ab 1911 als Kleinbahn des öffentlichen Verkehrs konzessioniert, und hier endeten auch die Personenzüge, die seit dem 11. Februar 1911 verkehrten. Güterverkehr hatte es schon seit dem 11. Juni 1908 in Form einer Anschlussbahn gegeben. Sie führte über Hänigsen hinaus bis zum Kaliwerk Riedel. Von dort stellte man 1951 eine Verbindung zu der Grubenanschlussbahn Wathlingen her, einer nicht öffentlichen Werksbahn, die seit 1906 vom Kaliwerk Niedersachsen zum Staatsbahnhof Ehlershausen führte, der ebenso wie Burgdorf an der Hauptstrecke Celle ? Lehrte liegt. Das Handbuch der öffentlichen Verkehrsbetriebe 1940 nennt als Eröffnungsdaten den 28. Juli 1907 für die Anschlussbahn und den 1. Januar 1917 für die Kleinbahn. Im Reichskursbuch 1914 findet sich kein Fahrplan.
1927 bis 1950 ruhte die Kaliproduktion. Die völlige Stillegung der Bahn unterblieb jedoch, weil nach 1935 eine große Munitionsanstalt nördlich von Hänigsen errichtet wurde, die einen Gleisanschluß erhielt, über den vor allem während des Zweiten Weltkrieges ein umfangreicher Verkehr abgewickelt wurde.
Der öffentliche Personenverkehr, der stets nur wenige Züge umfasst hatte, endete am 30. Juni 1949; doch wurden Werksangehörige noch bis zum 1. Juli 1957 befördert. Vier Jahre später, am 31. Juli 1961, endete auch der Güterverkehr zwischen Burgdorf und Hänigsen. Das bedeutete das Ende dieser Strecke. Auf der Grubenanschlussbahn Wathlingen blieb er noch länger bestehen, die bis 1968 dem Kaliwerk Riedel und dem Bahnhof Hänigsen auch weiterhin einen Anschluß zur Bundesbahn ermöglichte. Die Strecke ist noch heute vorhanden, wird aber nicht mehr befahren. In Wathlingen bestand keine Gleisverbindung zum Bahnhof der Staatsbahnstrecke Celle ? Braunschweig.
Bahnhöfe und Haltepunkte
Literatur
* Hans Wolfgang Rogl: Archiv deutscher Klein- und Privatbahnen - Niedersachsen ? Stuttgart 1996
* Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen - Teil 2 Niedersachsen ? Gifhorn 1973

