Burg Zwernitz
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Die Burg Zwernitz ist eine Burg in der zur Gemeinde Walpoten. Obwohl die Gemeinde Wonsees 2006 eine 850-Jahr-Feier ausrichtete, wurde der Name Zwernitz erst im Jahre 1163 erstmalig in einer Urkunde genannt.[http://www.wonsees.de/geschichte/Sanspareil850J/Bilder/Urk1163v.jpg Erste urkundliche Erwähnung (JPG, 305kB)] Die Walpoten Friedrich und Uodalrich nannten sich ?de Zvernze?. Nachdem im Jahre 1238 letztmals Friedrich III. Walpoto auf Zwernitz eine Urkunde unterzeichnet hatte, zerfiel der Besitz der Walpoten und die Burg wurde den Grafen von Andechs-Meranien zu Lehen aufgetragen. Nach dem Tod des letzten Meraniers waren in Folge des Meranischen Erbfolgestreits die Grafen von Orlamünde in den Besitz der Burg gekommen. 1290 verkaufte Graf Hermann von Orlamünde mit Zustimmung seines Bruders Otto Zwernitz an seinen Schwager, den Burggrafen Friedrich_III. von Nürnberg, der Burgvögte einsetzte. Die Burg blieb über 500 Jahre im Besitz der Hohenzollern.Dauerausstellung auf Burg Zwernitz, Tafel "Baugeschichte", 2. Spalte Erstmals 1318 nachgewiesen, wurde Zwernitz Sitz eines burggräflichen, später markgräflichen Amtes und Halsgerichtes. Im Hussitenkrieg trafen sich am 6. Februar (nach anderen Quellen am 6. März) 1430 der Hussitenführer Andreas Prokop und Burggraf Friedrich VI. (als Kurfürst von Brandenburg Friedrich_I.) auf der Burg Zwernitz und vereinbarten gegen hohes Lösegeld einen Waffenstillstand, worauf die Hussiten abzogen. Über die zur Herrschaft gehörenden Gemeinden kam allerdings große Armut, denn das Lösegeld wurde als Hussitensteuer vom Volk eingetrieben.
Im Zweiten_Markgrafenkrieg kam die Burg jedoch nicht so glimpflich davon. Die Truppen der Stadt Nürnberg unter dem Obristen Haug von Parsberg eroberten und zerstörten sie im November 1553 beim Durchzug zur Kulmbacher Plassenburg. Erst 17 Jahre später wurde sie notdürftig wieder hergerichtet. Ein weiteres Mal wurde die Burg 1632 von den Kroaten zerstört. Zwei Jahre später ordnete Markgraf Christian selbst die erneute Zerstörung an, um sie nicht noch einmal in die Hände feindlicher Truppen fallen zu lassen. Die Nachfahren des Markgrafen sorgten sich um die Wiederherstellung der Burg. Trotz aller Zerstörungen sind wesentliche Teile des mittelalterlichen Baus erhalten geblieben. So stammen Teile der Ringmauer sowie das Buckelquadermauerwerk des Bergfrieds und des Archivbaus überwiegend aus der Zeit um 1200 und somit von den Walpoten.
Markgräfin Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth hatte im 18. Jahrhundert die Burg Zwernitz und den anschließenden Felsenhain entdeckt. Im April 1745 wurde die Umgestaltung des Felsenhains in einen Landschaftsgarten begonnen, der seit 1764 den Namen Sanspareil trägt. In diesem Zusammenhang wurde auch die Burg als romantische Staffage wieder instandgesetzt.
1791 hatte der letzte Markgraf abgedankt, das Markgraftum Bayreuth war preußisch geworden und ab 1806 von kaiserlich-französischen Truppen besetzt. Zwernitz-Sanspareil kam 1810 mit dem gesamten hohenzollerschen Besitz an das Königreich Bayern.
Die Außenmauern und Gebäude der Vorburg sowie die Nebengebäude der Niederburg wurden fast gänzlich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgetragen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts folgte eine Nutzung der Burg als Jugendheim. Seit 1942 wird sie von der Bayerischen_Verwaltung_der_staatlichen_Schlösser,_Gärten_und_Seen betreut. Nach dem Ende des Zweiten_Weltkrieges diente die Burg zur Aufnahme von Flüchtlingen. Danach wurde sie nach und nach saniert und 1963 konnten die ersten Schauräume geöffnet werden.Dauerausstellung auf Burg Zwernitz, Tafel "Baugeschichte", 6. Spalte
Anlage
Die Burg Zwernitz gliedert sich in eine Höhenburg (Felsenburg) und eine Niederungsburg. Im Norden, Süden und Osten war sie von einer Vorburg mit äußerer Ringmauer umgeben, von der heute nur noch Mauerreste vorhanden sind. Der steile Felsabfall im Westen bot dort einen natürlichen Schutz.
Die Niederungsburg besteht heute aus einem schmalen, hohlwegartigen Vorhof, dem so genannten Kapellenbau, einem mittelalterlichen Fachwerkhaus und dem ?Hirschkopfbau?, der einen für die Verhältnisse der Anlage ungewöhnlich großen Saal birgt. Der 34,5 m hohe Bergfried, ein Rundturm mit einem Durchmesser von 7,5 m bei einer Mauerstärke von 2,5 m verbindet Hoch- und Niederburg. Er gehörte schon im Mittelalter einem System von Warttürmen an, von denen aus bei Gefahr durch Feuersignale alarmiert wurde.
Die Höhenburg ist das Ergebnis mehrerer Bauphasen, die vom Mittelalter bis in die Zeit der Renaissance und des Barock reichen. Sie besteht aus einem Vorraum, der mit Rüstungen und Waffen ausgestattet ist, einem Waffengang mit Feuerlöschspritzen und Mörsern aus dem 19. Jahrhundert, verschiedenen Hieb? und Stichwaffen (16.-18. Jahrhundert) und einer mit Eisenblech verkleideten Geldtruhe aus dem 17. Jahrhundert, drei mit Gemälden und Möbeln des 16. bis 18. Jahrhunderts ausgestatteten Kammern, dem kleinen, aber stimmungsvollen ?Schönhof? und dem so genannten Archivgebäude bzw. der Zehentscheune.
Literatur
* Albrecht Graf von und zu Egloffstein: Burgen und Schlösser in Oberfranken, S. 292 ff. München 1972 ISBN 3-426-04406-4
* Toni Eckert u. a.: Die Burgen der Fränkischen Schweiz. Ein Kulturführer, S. 212 ff. Gebietsausschuss Fränkische Schweiz ISBN 3-9803276-5-5
* Erich Bachmann, Lorenz Seelig: Felsengarten Sanspareil Burg Zwernitz. Amtlicher Führer. 7. Aufl., Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser und Seen, München 1995
Einzelnachweise
Weblinks
• 850 Jahre Zwernitz
* [http://www.burgenwelt.de/zwernitz/zwernitz.htm Burg Zwernitz] auf der Seite [http://www.burgenwelt.de burgenwelt.de]

