Burg Weckenstein
|Höhenordinate = 700
|Höhe-Bezug = DE-NN
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Die Burg Weckenstein, auch Heidenschloss Storzingen genannt, ist eine Burgruine südlich von Storzingen, einem Gemeindeteil von Stetten am kalten Markt im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg, Deutschland. Sie war die Stammburg des Adelsgeschlecht derer von Weckenstein.
Lage
Die Ruine liegt auf einer bewaldeten Talkante rechts des Schmeientals auf rund 700 Meter über Normalnull zwischen Storzingen und Oberschmeien im Naturpark Obere Donau. Sie wurde in strategisch günstiger Lage auf einem auf der Nord und Südseite steilabfallenden Geländesporn errichtet. Weiter östlich von ihr und auf circa 620 m gelegen fließt der Fluss Schmeie in südlicher Richtung der Donau entgegen.
Geschichte
Nach Christoph Bizers Datierung der Keramikfunde kann die Gründung der Burg Weckenstein vor 1150 erfolgt sein. Die Weckenstein wurde durch das edelfreie Geschlecht der Weckensteiner erbaut.
Ritter Burkhard von Weckenstein wird im Jahr 1212 urkundlichOriginal: Generallandesarchiv Karlsruhe; Replik: Urk.-Nr. 1249, REC Band I, Regesten der Konstanzer Bischöfe, im Freiburger Diözesanarchiv als Stifter des Zisterzienserklosters_Wald genannt. Seine Schwester Judintha wird Äbtissin und Ita Priorin. Davor allerdings erwarb er von Ulrich von Balbe südlich von Storzingen ein Grundstück, auf dem sich auch eine kleine Kirche befand. Die Pläne dort ein Zisterzienserkloster für seine beiden Schwestern Judintha und Ita zu errichten, verwarf er nach der Gründung in Wald zu Gunsten der zwischen 1227 und 1233 erbauten Burg. Zu dieser Zeit stand Burkhard in Diensten Kaiser_Friedrich_II.
Das Geschlecht derer von Weckenstein führte als Wappen auf rotem Schild eine auf die Spitze eines grünen Dreibergs stehende silberne Raute. Mit dem Erlöschen des Geschlechts 1383 begann auch der Untergang derer Stammburg. 1410 oder 1460 wird sie in einer Grenzbeschreibung anlässlich der Belehnung der Werdenberger mit der Grafschaft_Sigmaringen als ?Burgstall? bezeichnet.
Über die Jahrhunderte verfiel die einst stattliche Anlage und wurde zur Ruine. Die Anlage befindet sich heute im Besitz der Gemeinde Stetten.
Anlage
Die Burganlage auf dem rückenförmigen Fels ist frei zugänglich. Er wird im Süden (bergseitig) von dem schmalen Halsgraben, einer natürlichen Felsplatte vor einem Felskamm, getrennt. Der Zugang ist an der südlichen Bergflanke durch den Burggraben über einen erweiterten Vorhof zu finden.
Über einen neuzeitlichen Forstweg kann man in den Vorhof mit einer Kellergrube gelangen. Die Kellergrube ist die mögliche Lage eines einstigen Wirtschaftsgebäudes. Der Vorhof geht über in einen äußeren Hof, der der eigentlichen Kernburg vorgelagert ist.
Die Kernburg ist von einer polygonalen Ringmauer umgeben. Deren Mittelpunkt bildet ein rund 30 x 40 Meter messender Burghof. Linksseitig haben sich Reste des Bruchsteinmauerwerks erhalten. In deren Verlängerung auf der rechten Seite liegen als Schuttkegel die Reste des Kernmauerwerks. Hier angrenzend wird die mögliche Lage des ehemaligen Tores vermutet. Im inneren Burghof linkerhand (Nordseite) weisen Mulden und Mauerschutt auf die Lage des Nebengebäudes hin. Im Osten (talseitig) befindet sich auf exponierter Stelle die mögliche Lage des damaligen Hauptgebäudes (Palas).
Burg Weckenstein und die Wallfahrt
Der Fund eines in die Mitte des 12. bis Ende des 13. Jahrhunderts datierten Pilgerzeichens aus Köln mit der Abbildung der Heiligen_Drei_Könige bei der Burg Weckenstein lässt die Schlussfolgerung zu, dass sie bei den mittelalterlichen Wallfahrten im 12. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts eine Rolle spielte.Andreas Haasis-Berner: [http://edoc.hu-berlin.de/conferences/conf2/Haasis-Berner-Andreas-2002-09-08/HTML/haasis-berner-ch7.html Kapitel 7. Die Verbreitung von Pilgerzeichen innerhalb von Kleinräumen]. in: [http://edoc.hu-berlin.de/conferences/conf2/Haasis-Berner-Andreas-2002-09-08/HTML/haasis-berner.html Pilgerzeichenforschung
Forschungsstand und Perspektiven]. auf dem [http://dissertationen.hu-berlin.de/ Zertifizierter Dokumentenserver der Humboldt-Universität zu Berlin]. 30. September 2002
Der im Archiv des Archäologischen_Landesmuseums_Baden-Württemberg in Konstanz aufbewahrte querrechteckige Flachguss mit vier seitlichen Ösen zeigt links die Heiligen Drei Könige im Huldigungsritus. Sie halten jeder einen Stab, der auf dem Boden aufsteht. Der andere Arm ist angewinkelt und hält eine Gabe. Gegenüber thront die bekrönte Muttergottes mit dem Kind. Im Mittelgiebel erscheint die geflügelte Büste des Sternenengels.Nach [http://www2.hu-berlin.de/sachkultur/pz/pilgerzeichen.php?&Sender=751&dat=1200&lage=p&ord=5&anz=111&focus=herkunftsort&vWert=70 Wallfahrt und Pilgerzeichen]
Dies ist insofern bemerkenswert, da aus dieser Zeit in ganz Baden-Württemberg lediglich 27 solcher Funde bekannt sind.
Anmerkung
Literatur
* Christoph Bizer: Datierung von Burgen durch Keramik. In: Stadtwerbung im Landkreis Sigmaringen-Veringen. 1985
* Andreas Haasis-Berner: Pilgerzeichen zwischen Main und Alpen. In: Hartmut Kühne und Danial Dolezal (Hrsg.): Wallfahrten in der europäischen Kultur / Pilgrimage in European Culture. Tagungsband Pribram 26.-29. Mai 2004 = Europäische Wallfahrtsstudien 1. Frankfurt, 2006. S. 237-252; dort: S. 238 und 248 und Abb. 2 auf S. 240
* Andreas Haasis-Berner, Jörg Poettgen: Die Mittelalterlichen Pilgerzeichen der Heiligen drei Könige ein Beitrag von Archäologie und Campanologie zur Erforschung der Wallfahrt nach Köln. In: Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters. Jg. 30. Bonn, 2002. S. 173-202; dort: S. 182
* Heimatbuch. Stetten am kalten Markt. S. 61
* Friedrich-Wilhelm Krahe: Burgen des deutschen Mittelalter. Grundriss Lexikon. Bechtermünz Verlag. Weltbild Verlag GmbH. Augsburg, Lizenzausgabe 1996. S. 645. ISBN 3-86047-219-4
* Johann Adam Kraus: Burgställe und Schlösser in und um Hohenzollern. In: Hohenzollerische Heimat. Nr. 19, 1969
* Max Miller, Gerhard Taddey: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 6. Baden-Württemberg. Stuttgart, 1965
* Günter Schmitt: Weckenstein. In: Ders.: Burgenführer Schwäbische Alb. Band 3: Donautal. Wandern und entdecken zwischen Sigmaringen und Tuttlingen. S. 85-88. Biberacher Verlagsdruckerei. Biberach 1990. ISBN 3-924489-50-5
* Eduard Schuster: Die Burgen und Schlösser Badens. 1908
* Stefan Uhl: Die Burgruine Weckenstein und das Storzinger Schlößle. In: Blätter des Schwäbischen Albvereins. 1989
* Karl Theodor Zingler, Georg Buck: Zollerische Schlösser, Burgen und Burgruinen in Schwaben. 1906
Siehe auch
Liste der Burgen und Schlösser in Baden-Württemberg
Weblinks
* [http://www.burgeninventar.de/html/bw/SIGM_big.html#2464 Weckenstein] auf der Seite [http://www.burgeninventar.de burgeninventar.de]
* [http://www.burgendaten.de/castle.php?country_id=1&castle_id=4191 Weckenstein] auf der Seite [http://www.burgendaten.de burgendaten.de]
• Burgen-Grundriss: Weckenstein Stetten-Storzingen
* [http://www.storzingen.de/s-geschichte.html Burg Weckenstein] auf der Seite [http://www.storzingen.de storzingen.de]
• Wallfahrt und Pilgerzeichen

