Burg Rotenhan
{{Infobox Burg|Name =
|Alternativname =
|Bild = Burg Rotenhan Berg.jpg
|Bildbeschreibung = Burg Rotenhan - Gesamtansicht über den Halsgraben
|Entstehungszeit = um 1190
|Typologie n. geo. Lage = Felsenburg, Hangburg
/'>Erhaltungszustand = Ruine
|Ständische Stellung = Ministeriale
|Abmessungen oder Fläche =
|Mauerwerksmerkmale = Erhaltene Teile aus dem Fels geschlagen, ehemals Aufbauten aus Sandstein
|Heutiger Ortsname = Ebern über dem Ortsteil Eyrichshof im Landkreis Haßberge in Unterfranken.
Die Anlage ist der Stammsitz der Freiherren von Rotenhan, in deren Besitz sie sich noch heute befindet.
Geschichte
Die Familie von Rotenhan wird 1190 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit muss die Burg also schon bestanden haben. Der Name Rotenhan dürfte sich von ?gerodeter Haag?, Hain ableiten. Manche Forscher halten auch eine Ableitung von dem Flüsschen ?Rodach? und eine Stammverwandtschaft mit dem Geschlecht der Herren von Rodach für denkbar. Mit dem roten Hahn, den das Geschlecht als Helmzier führt, hat der Name sicherlich nichts zu tun. Die möglicherweise ehemals edelfreien Rotenhan waren Dienstmannen des Bistums Bamberg oder dem Hochstift vertraglich verpflichtet. Die erhaltenen Bauformen legen einen Ausbau der Burg in spätromanisch-frühgotischer Zeit nahe (Spitzbogenportal am Treppenaufgang).
Im Jahre 1323 belagerte der Würzburger Bischof die Burg Rotenhan angeblich etwa ein Jahr lang unter dem Vorwand der Falschmünzerei. Die in der Nähe der würzburgischen Stadt Ebern gelegene bambergische Burg war wohl ein Stachel im Fleisch des Hochstiftes. Nach der Eroberung wurde die Veste zerstört und durfte nie wieder aufgebaut werden. (Vertrag von 1324). Die Familie von Rotenhan erbaute sich später ihren neuen Wohnsitz im Tal unterhalb der Burg (Schloss Eyrichshof).
Anlage
Die Burgruine ist eine der wenigen echten Felsburgen Deutschlands. Da die Anlage bereits im 14. Jahrhundert zerstört wurde, sind nur noch geringe Reste von aufgehendem Mauerwerk zu sehen.
Ihre Bedeutung erlangte die Burg vor allem wegen der ungewöhnlich weitgehenden Einbeziehung des natürlichen Felsuntergrundes in die Konstruktion. Fünf (ehemals möglicherweise nur vier) mächtige, eng beieinander stehende Sandsteinblöcke wurden durch Mauern verbunden.
Das Haupttor wurde in den mittleren Block der Südwestseite eingearbeitet. Der bekannte Burgenforscher Joachim Zeune sieht allerdings in diesem Torbau nur die Nebenpforte. Er verlegt das Haupttor rechts daneben in den Zwischenraum zwischen dem Tor- und dem kleineren Südwestfelsen. Wegen des beträchtlichen Niveauunterschiedes zwischen Burghof und diesem Zwischenraum und der Kürze der Torgasse ist dies aber eher zu bezweifeln. Ein eingefahrener Karren hätte hier nicht wenden können. Außerdem hätte das Haupttor dann an der schwächsten Stelle der Kernburg gelegen. Die geräumige Vorburg macht eine derart aufwändige Doppeltoranlage entbehrlich. Den Burgherren dürfte zudem ihre gefährdete Position als bambergische Dienstmannen im Territorium des Hochstiftes Würzburg durchaus bewusst gewesen sein, die ja dann auch zum Untergang der Burg führte. Im Falle einer Belagerung hätten zusätzlich mindestens zwei Mann zur Bewachung des Haupttores abgestellt werden müssen. Das vermeintliche Nebentor ist breit und hoch genug, um auch ein beladenes Saumtier durchzulassen. Eine freie "Rekonstruktionszeichnung" aus dem 19. Jahrhundert zeigt zwar eine Doppeltoranlage, jedoch war damals das Mauerwerk der Felsenburg bereits abgetragen. Zusätzlich deutet der aufwändige Treppenaufgang im Torgebäude auf einen herausgehobenen Raum, vielleicht die Burgkapelle, hin. Bei vielen hochmittelalterlichen Burgen lag die Kapelle über dem Haupttor, um dieser Schwachstelle im Verteidigungssystem zusätzlichen "göttlichen" Schutz zu gewähren. Die endgültige Klärung der Torsituation bleibt jedoch einer künftigen intensiven burgenkundlichen Untersuchung vorbehalten.
Die Treppenanlage des Torgebäudes wurde komplett aus dem Sandstein herausgeschlagen. Auch die anderen Felsblöcke zeigen großflächige Abarbeitungen für Fundamentbänke und eine Tankzisterne. Im ehemaligen Burghof hat sich noch der gemauerte Brunnenschacht erhalten. Hangabwärts war der Felsburg offenbar eine geräumige Vorburg vorgelagert (Wallreste), bergseitig ist die Anlage hufeisenförmig von einem flachen Halsgraben umgeben. Hier haben sich auf dem Felsklotz die letzten Mauerreste aus großen, regelmäßigen Sandsteinquadern erhalten, die aber in jüngster Zeit durch den zunehmenden Vandalismus auf der Felsburg reduziert wurden.
Wegen ihrer außergewöhnlichen Bauweise und der eindrucksvollen Felsformationen ist die Burgruine einem regen Esoterik- und Okkultismustourismus ausgesetzt.
Die Anlage gilt in diesen Kreisen als prähistorischer ?Weltkulturplatz?. Die Burg wird ähnlich der Nachbarburg Burg_Lichtenstein mit Anlagen wie etwa den Externsteinen oder gar Stonehenge auf eine Stufe gestellt. Dies geschieht in völliger Verkennung der historischen Tatsachen: Die Burg Rotenhan ist eindeutig eine hochmittelalterliche Burganlage. Für eine frühere Verwendung als heidnischer Kult- und Opferplatz gibt es keinerlei Anhaltspunkte.
Die Burgruine ist eine Station des ?Burgenkundlichen_Lehrpfades? des Landkreises Haßberge. Aufgrund ihrer oben schon beschriebenen geologischen Besonderheit darf sich die Burgruine zu den schönsten Geotopen in Bayern zählen. Das Gütesiegel des Bayerischen Umweltministeriums wurde am Donnerstag dem 6. Juli 2006 im Rahmen einer kleinen Feier übergeben. Die Ruine wurde als fünftes Objekt Unterfrankens in diese Liste aufgenommen.
Literatur
* Die Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, III, 15, Bezirksamt Ebern, S. 197-201. (München, 1916)
* Joachim Zeune: Burgen im Eberner Land, Ebern 2003, Eberner Heimatblätter, 2 Hefte

