Burg Rieshofen
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Die Ruine der Burg Rieshofen liegt am südlichen Ortsrand des Landkreis Eichstätt in Oberbayern. Von der hochmittelalterlichen Burganlage haben sich noch Mauerreste und der Bergfried erhalten.
Geschichte
Die kleine Wasserburg entstand gegen 1290 als Sitz einer Dienstmannenfamilie des Bistums Eichstätt, die jedoch bereits 1137 erstmals in einer Urkunde genannt wurde (Perchtold von Rudeshofen). Östlich der Veste wurden die Reste einer älteren Vorgängeranlage ergraben, möglicherweise lag der ursprüngliche Ansitz im Bereich der Kirche.
Bereits 1310 musste die Witwe Elsbeth von Rieshofen ihr Lehen an das Eichstätter Domkapitel verkaufen, obwohl ihre zwei Söhne noch am Leben waren. Auch dieses Niederadelsgeschlecht war also aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, seine Stammburg am Ende des Hochmittelalters aufzugeben. Der zugehörige Meierhof wurde an eine Familie Kalteis vergeben, die noch im 16. Jahrhundert hier nachgewiesen werden kann (1544 Ursula Kalteis auf Rieshofen).
Die Burg selbst scheint entbehrlich geworden zu sein. Letztmals setzte man um 1484 die Brücke instand. Schon 1561 ist vom ?Burgstall? Rieshofen die Rede. 1602 war der Ministerialensitz bis auf Mauerreste und den Bergfried verschwunden.
Seit 1689 wird der Bergfried im Volksmund ?Hungerturm? genannt. Der Töginger Jude Joseph soll sich der Hehlerei an gestohlenem silbernen Messgerät schuldig gemacht haben und wurde dafür vom Eichstätter Halsgericht zum Tode verurteilt. Zur Vollstreckung warf man den angeblichen Hehler in den Turm und ließ ihn dort qualvoll verhungern.
1985/86 wurden Sicherungsmaßnahmen und Ausgrabungen im Burggelände durchgeführt und ein Teil des Grabens wiederhergestellt.
Anlage
Die rechteckige Kernburg wird von den Resten des Wassergrabens umgeben. Das eigentliche Burgareal misst etwa 26 x 32 m, die Kernburg nur ca. 12 x. 14 m.
Im Südosten ragt der Bergfried auf. Der seit 1985 durch eine niedrige Dachpyramide abgeschlossen wird. Der Turm ist heute noch um die 17 m hoch. Über einem Sockel aus Kalksteinquadern liegen drei Geschosse aus weniger sorgfältig ausgeführtem Mauerwerk. Einige schmale Lichtschlitze lassen spärliches Tageslicht ins Innere. Der obligatorische Hocheingang liegt auf der Westseite (Schluss ausgebrochen), seit langem gewährt auch ein Mauerausbruch an der Mauersohle Einlass. Das oberste Stockwerk wird von einem Tonnengewölbe überspannt, der Turm dürfte also ursprünglich nicht viel höher gewesen sein. Sein Grundriss ist quadratisch, die Seiten sind etwa sieben Meter lang. Im Innern waren die Geschosse durch hölzerne Zwischenböden getrennt.
Der kleine Palas stand frei in der Mitte der einfachen Ringmauer, die durch keine Turmbauten bewehrt war. Die Fundamente der Ringmauer und des Palas wurden 1985/86 freigelegt, konserviert und teilweise aufgemauert. Die Gesamtanlage vermittelt anschaulich das Bild einer kleinen, hochmittelalterlichen Ministerialenburg im Umkreis eines größeren Herrschaftszentrums.
Die Ruine ist jederzeit frei zugänglich.
Literatur
*Burgen und Schlösser: Kreis Eichstätt im Naturpark Altmühltal. Kipfenberg, 2. Aufl. 1987.
*Die Kunstdenkmäler von Bayern, Regierungsbezirk Mittelfranken, II, Bezirksamt Eichstätt: München, 1928 (Reprint München, Wien, 1982 ISBN 3-486-50505-X)

