Burg Questenberg
Die Burg Questenberg ist die Ruine einer mittelalterlichen Feudalburg in Questenberg im Landkreis Sangerhausen in Sachsen-Anhalt. Der Bergfried, die Ringmauer, zwei Keller und eine Wand des Palas sind erhaltenGeschichte
Die Burg Questenberg ist ca. 1200 - 1250, vermutlich von den Grafen von Beichlingen erbaut und zur Verteidigung an eines sich nach ihr benennenden Rittergeschlechtes anvertraut worden. Eine erste urkundliche Erwähnung erfolgte am 24. Februar 1275, als der Knappe des Grafen Friedrich von Beichlingen, ?Fredericus de Questenberg, servus?, als Zeuge auftritt. Fredericus diente bis 1303 in dieser Eigenschaft mehrfach in diese Weise. Seit 1305 waren die Grafen von Hohnstein Besitzer. 1349 wurde die Burg erstmals direkt als ?hus zcuo Questinberg? genannt. Die Burg und das Land hatten die von Questenberg wahrscheinlich nach 1369 verlassen und waren als Patrizier der Hanse in Lübeck ansässig geworden. Dem noch heute blühenden Geschlecht derer von Questenberg entstammen Burgherren, Freiherren, Grafen, Reichsgrafen und Prinzen.
Der Ritter Heinrich von me Rade und seine Brüder erhielten Questenberg und sieben dazugehörende Dörfer als Lehen. 1383 verkaufen die Grafen von Hohnstein die Besitzung an Landgraf Balthasar von Thüringen. Die Burg und Herrschaft nutzten Thüringer Landgrafen ununterbrochen als Verpfändungsobjekt. Von 1424 bis 1430 hatte Landgraf Friedrich I. das Schloss und Amt Questenberg für 450 Mark Silber an Dietrich von Witzleben und seine Sohn Friedrich verpfändet. 1430 verkaufen Landgrafen die Herrschaft an die Grafen zu Stolberg. Wie schon unter den Thüringern diente die Besitzung auch den Stolbergern vorwiegend zu Pfandgeschäften. Die adlige Familie Knaut (Knutonen) wurde - mit Unterbrechungen - mit der Burg Questenberg von 1453 bis 1670 als Pfand belehnt. Ab 1645 war die Linie Stolberg-Wernigerode Lehnsherr.
1718 ging die Besitzung durch Kauf an die Grafen Stolberg-Roßla. Eine letzte militärische Nutzung hatte die Burg 1633, als sie dem Kriegskommissar Valenthin Rothmehler als Quartier für eine Kompanie gegen die Harzschützen diente. Bereits im Bauernkrieg wurde die Burg als wüst bezeichnet. 1649 war die Burg bereits so verfallen, dass nur noch wenige Keller nutzbar waren.
Besichtigung
Auf der A_38 bis Abfahrt Sangerhausen-Nord fahren. Auf der B_80 zirka 10 km in westliche Richtung bis Bennungen weiterfahren. Dort rechts nach Wickerode abbiegen. In Wickerode links nach Questenberg fahren. In Questenberg angekommen, der Hauptstraße folgen. An der hölzernen bunten Rolandsfigur parken. Von dort führt ein schmaler Weg direkt bis zur Burg.
Die Burg ist frei zugänglich.
Literatur
* Friedrich Stolberg: Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit, Verlag Lax, Hildesheim, 1983.
* Hermann Wäscher: Feudalburgen in den Bezirken Halle und Magdeburg, Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1962.
• Grimm]: Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg, Akademie-Verlag Berlin, 1958.
* Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Provinz Sachsen Anhalt, Alfred Kröner Verlag Stuttgart 1987.
* Dehio: Handbuch der Kunstdenkmäler, Der Bezirk Halle, Akademie-Verlag Berlin 1976.
* Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler Thüringen, Deutscher Kunstverlag 1998 München.

