Burg Körse
Die Burg Körse ist eine Burgruine bei Kirschau in Sachsen. Sie befindet sich auf einem Granitkegel, welcher von der Spree umflossen wird.
Geschichte
Als um das 10. Jahrhundert der slawische Siedlungsbereich bis in die Region des heutigen Kirschau erweitert wurde, nutzte man den Felssporn zum Bau einer Wehranlage, einer Schanze. Der Burgwall mit dem Namen Korzym hatte die Aufgabe, das Siedlungsgebiet vor überraschenden Angriffen zu schützen.
Um 1100 begann die Landnahme der Deutschen, welche die Burg besetzten und zerstörten. Zwischen 1200 und 1250 wurde an gleicher Stelle eine steinerne deutsche Befestigungsanlage erbaut. In dieser Zeit war die Burg, deren Name Körse auf den sorbischen Ursprung verweist, die größte und stärkste Verteidigungsanlage der Oberlausitz. Die Burg bestand aus der Hauptburg mit Bergfried, einer Vorburg, einer Zugbrücke sowie Toren und Bastionen.
Ihre Aufgabe bestand nun im Schutz des Böhmischen_Steigs, einer der ältesten Verkehrsverbindungen zwischen der Oberlausitz und Böhmen (dort bekannt als Alte Prager Straße). Sie führte von Bautzen über Oberguhrig, Kirschau, Schirgiswalde und Sohland nach Schluckenau (?luknov), Böhmisch Leipa (?eská Lípa) bis schließlich nach Prag. Außerdem kreuzte in der Nähe eine alte Salzstraße, die es ebenfalls zu bewachen galt. Später beschuldigte man die Burgherren jedoch der Räuberei, so dass 1352 die Burg durch Truppen des Sechsstädtebundes gestürmt und zerstört wurde. Eine Informationstafel in den Resten der heutigen Anlage wagt die These, dass die Burgherren jedoch eher wegen ihrer Gegnerschaft mit dem Böhmischen König sowie dem Sechsstädtebund zu Feinden erklärt wurden.
1359 wurde die Burg erneut zerstört und geschliffen. Es erfolgte kein Wiederaufbau.
Gegenwart
Erhalten geblieben ist von der einst stolzen Burg eine halbrunde ca. 3 Meter hohe und ca. 100 Meter lange Ringmauer, welche die Reste der Hauptburg darstellen. Außerdem kann man den Torbogen der Vorburg sehen.
Erste Ausgrabungsarbeiten begannen 1922, die in der Folgezeit zutage geförderten Fundstücke kann man im 1995 eröffneten Burgmuseum sehen.
Siehe auch
Liste der Burgen und Schlösser in Sachsen

