Burg Hohenzollern
|Höhenordinate = 855
|Höhe-Bezug = DE-NN
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Die Burg Hohenzollern, zwischen den Gemeinden Hechingen und Bisingen, zu dessen Ortsteil Zimmern sie gehört, war die Stammburg des Fürstengeschlechts der Hohenzollern.
Lage
Die Höhenburg liegt am Rande der Schwäbischen_Alb auf dem 855 m hohen isolierten, prominenten Bergkegel Zoller.
Geschichte
Die mittelalterliche, im Jahre 1267 zum ersten Mal erwähnte, aber vermutlich auf das 11. Jahrhundert zurückgehende Burg wurde im Jahre 1423 nach fast einjähriger Belagerung durch den Bund der schwäbischen Reichsstädte erobert und vollständig zerstört. Von ihr berichten nur noch schriftliche Quellen.
Im Jahre 1454 wurde ein Neubau in Angriff genommen. Diese Burg wurde im Dreißigjährigen_Krieg, obwohl zur starken Festung ausgebaut, 1634 vorübergehend von den Württembergern erobert. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war die Burg überwiegend in habsburgischem Besitz, aber während des Österreichischen_Erbfolgekriegs im Winter 1744/45 von französischen Truppen besetzt. Nach dem Abzug der letzten österreichischen Besatzung im Jahre 1798 verfiel die Burg vollends. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Burg eine Ruine; als einziger nennenswerter Teil war die St. Michaelskapelle erhalten geblieben. Der Plan zum Wiederaufbau wurde 1819 vom damaligen Kronprinzen und späteren König Friedrich_Wilhelm_IV. gefasst.
Die Burg in ihrer heutigen Form ist ein Bauwerk des Berliner Stararchitekten Friedrich August Stühler, der 1842 als Schüler und Nachfolger Karl_Friedrich_Schinkels zum ?Architekten des Königs? ernannt worden war. Sie gilt als typischer Vertreter der Neugotik im deutschen Sprachraum. Die eindrucksvollen Auffahrtsanlagen entwarf der Ingenieur-Offizier Moritz Karl Ernst von Prittwitz, der damals als der führende preußische Festungsbaumeister galt. Die bildhauerischen Arbeiten stammen von Gustav Willgohs. Zum einen ist die Burg Hohenzollern somit Ausdruck des romantischen Geistes jener Zeit und verkörpert die damalige Idealvorstellung einer mittelalterlichen Ritterburg. Insofern ist der _historistische Baugedanke mit dem von Schloss Neuschwanstein in Bayern vergleichbar, jedoch ohne dessen phantastisch-theatralische Übersteigerung. Zum anderen ist die Burg das Ergebnis politischen Repräsentationswillens der Herrscher von Preußen, die die Stammburg ihrer Ahnen in prunkvoller Form wiederaufgebaut sehen wollten.
1850 fand die Grundsteinlegung statt. Finanziert wurde der Bau gemeinsam von der brandenburgisch-preußischen und den fürstlich-schwäbischen Linien der Hohenzollern. 1867 wurde der Bau unter Wilhelm_I. vollendet. Am 3. September 1978 wurde die Burg bei einem Erdbeben schwer beschädigt, die Restaurationsarbeiten zogen sich bis in die 1990er Jahre hin. Die Burg war nach dem Wiederaufbau niemals für längere Zeit bewohnt, sondern hatte ausschließlich repräsentative Funktion. Nur der letzte preußische Kronprinz_Wilhelm lebte nach seiner Flucht aus Potsdam Ende 1945 einige Monate auf der Burg. Wilhelm und seine Frau, Kronprinzessin_Cecilie, sind auf der Burg bestattet.
Die Burg Hohenzollern ist heute eine touristische Attraktion und gilt als bedeutendes Baudenkmal. Dazu trägt auch die hervorragend erhaltene neugotische Innenausstattung bei. Seit 1952 wurde die Burg zusätzlich mit Kunstgegenständen und Erinnerungsstücken zur preußischen Geschichte aus dem Besitz der Familie und dem ehemaligen Hohenzollernmuseum im Schloss Monbijou museal ausgestattet: Die preußische Königskrone gehört neben der Uniform Friedrichs_des_Großen zu den Glanzstücken der Sammlung. Zwischen 1952 und 1991 befanden sich die Särge der Könige Friedrich_Wilhelm_I. und Friedrichs_des_Großen auf der Burg. Nach der Wiedervereinigung wurden sie 1991 wieder nach Potsdam überführt.
Heutige Nutzung
Die Burg Hohenzollern ist nach wie vor Privateigentum. Sie gehört zu zwei Dritteln der brandenburgisch-preußischen Linie des Hauses Hohenzollern, zu einem Drittel der schwäbisch-katholischen Linie. Seit 1954 wird die Burg auch von der Prinzessin-Kira-von-Preußen-Stiftung für Ferienaufenthalte bedürftiger Berliner Kinder genutzt.
Siehe auch
Hohenzollernlied, das die Burg und den Felsen besingt
Literatur
* Rolf Bothe: Burg Hohenzollern. Von der mittelalterlichen Burg zum nationaldynastischen Denkmal im 19. Jahrhundert. Berlin 1979 ISBN 3786111480
* Patrick Glückler: Burg Hohenzollern. Kronjuwel der Schwäbischen Alb. Hechingen 2002; 127 Seiten; ISBN 3925012346
* Ulrich Feldhahn (Hg.): Beschreibung und Geschichte der Burg Hohenzollern. Berlin Story Verlag, Berlin, 1.Auflage 2006, ISBN 3-929829-55-X
Weblinks
• Homepage der Burg
• Chroniken und Bilder
• Livebild der Burg

