Burg Gaillenreuth
Die Burg Gaillenreuth befindet sich hoch über der Wiesent am westlichen oberen Talrand in der Ortschaft Burggaillenreuth. Der Ort gehört zur Stadt Ebermannstadt im Landkreis Forchheim.
Vorhanden ist heute nur noch der südliche Teil der Burg. Neben Teilen der Vorburg steht noch ein Wohnturm aus der Zeit nach 1632.
Geschichte
Die Burg zählt zu den sechs Burgen, die der Bamberger Bischof Otto_I._von_Mistelbach (1102?1139) im Jahre 1122 für das Hochstift Bamberg erwarb. Über die Vorbesitzer bzw. Erbauer der Burg ist nichts bekannt.
Die nächste urkundliche Erwähnung der Burg stammt aus einem Nachtrag zum Rechtsbuch des Bamberger Bischofs Friedrich I. von Hohenlohe (1342?1352). Danach hat der Bamberger Bischof Leopold_III._von_Bebenburg (1353?1363) 100 Pfund Heller an Konrad von Egloffstein zur Erhaltung der Burg gezahlt.
Zwischen 1353 und 1359 scheint die Burg als bischöfliches Lehen vollständig in den Besitz der Herren von Egloffstein gekommen zu sein, wobei im Laufe der Zeit ein Teil der Burg direkt in ihr Eigentum überging. 1522 trug Konrad XI. von Egloffstein den freieigenen Teil der Burg dem Bamberger Bischof Georg III. von Limpurg (1505?1522) zum Lehen auf.
1525 wurde die Burg im Bauernkrieg niedergebrannt, jedoch von Konz von Egloffstein wieder aufgebaut. Im Dreißigjährigen_Krieg wurde die Burg am 8. Juli 1632 durch kroatische Truppen zerstört. Der Zeitpunkt des danach erfolgten Wiederaufbaus ist nicht bekannt. Jedoch ist davon auszugehen, dass nur der südliche Teil wiederaufgebaut wurde. 1638 lösten die Herren von Egloffstein die Burg durch Tausch aus dem bischöflichen Lehnsverband. Die Burggaillenreuther Linie der Herren von Egloffstein starb 1682 mit Hans Philipp II. von Egloffstein aus.
1684 verkauften die Herren von Egloffstein ihren freieigenen Anteil an der Burg an Freiherr Karl Friedrich Voit von Rieneck. 1810 erwarb Anton Joseph Freiherr von Horneck die Burg. Im Jahre 1847 wurde die Burg als baufällig bezeichnet. Eine Renovierung der noch vorhandenen Gebäude erfolgte um diese Zeit durch August Horneck von Weinheim. Die Burg befindet sich heute in Privatbesitz.
Abschließend sei noch bemerkt, dass die Burg nichts mit dem 1381 hingerichteten Raubritter Eppelein von Gailingen zu tun hat.
Literatur
* Hellmut Kunstmann: Die Burgen der südwestlichen Fränkischen Schweiz
* Gustav Voit, Walter Rüfer: Eine Burgenreise durch die Fränkische Schweiz ISBN 3-7896-0064-4
* Toni Eckert u. a.: Die Burgen der Fränkischen Schweiz ISBN 3-9803276-5-5

