Burg Fürstenberg (Rheindiebach)
Die Burgruine Fürstenberg liegt linksrheinisch oberhalb des Ortes Rheindiebach am Mittelrhein bei Bingen.
Lage
Die Burg liegt als Hangburg oberhalb von Rheindiebach im Oberen_Mittelrheintal. Zur Bergseite hin war sie durch einen Halsgraben und eine bis zu 10 m hohe Schildmauer mit dahinterliegendem Bergfried gesichert. Der Zugang erfolgte über eine Brücke (heute erneuert) mit Torhaus.
Geschichte
1219 wurde Fürstenberg im Auftrag von Erzbischof Engelbert_von_Berg errichtet, um die kurkölnischen Besitzungen um Bacharach zu sichern. Schon 1243 ging sie als Lehen an die Kurfürsten von der Pfalz, die sie 1410 durch Kauf endgültig erwarben. Im 15. Jahrhundert wurde an der Knickseite der Ringmauer ein Turm angebaut, der eine Flankierung der Mauer durch Feuerwaffen ermöglichte. Im Dreißigjährigen_Krieg wurde die Burg 1620 durch die Spanier und 1632 durch die Schweden erobert. Im Pfälzischen_Erbfolgekrieg zerstörten die Franzosen schließlich 1689 wie viele andere Burganlagen der Region auch Fürstenberg, das seitdem Ruine ist. Im Gegensatz zu den meisten Burgen des Oberen_Mittelrheintals erfolgte hier kein Wiederaufbau im 19. Jahrhundert, so dass in der Ruine noch originales mittelalterliches Mauerwerk mit Putz- und Farbresten erhalten blieb.
Zunächst hatte 1844 die Witwe König Friedrich Wilhelms III. von Preußen, Fürstin Auguste von Liegnitz, vergeblich die Burg zu erwerben versucht. Dies gelang 1845 ihrem Schwiegersohn, Prinz Friedrich der Niederlande. Augustes Tochter Luise war die Schwester des regierenden Königs Friedrich Wilhelm IV. Prinz Friedrich der Niederlande schenkte die Burganlage am 1. Februar 1846 seiner Frau. Luise plante einen Ausbau der Ruine zu einem prächtigen Schloss in neugotischen Formen, das kunst- und kulturhistorisch einem Vergleich mit den Schlössern bzw. Burgen Stolzenfels, Rheinstein, Sooneck und Sayn standgehalten hätte. Der Architekt C. de Jong zeichnete 1849 die Pläne, die sich heute im Archiv der Familie Prinz zu Wied (Neuwied) befinden. Aus unbekannten Gründen unterblieb die Ausführung, die zwar wenig Rücksicht auf den vorhandenen mittelalterlichen Burgbestand genommen hätte, andererseits wäre aber einer der elegantesten Burgausbauten am Rhein entstanden.
Nach dem Tode des Ehepaares gelangte die Ruine in den Besitz der einzigen überlebenden Tochter, Fürstin Marie zu Wied. 1910 verkaufte man die Ruine an die Familie Wasum aus Bacharach. 1993 kaufte Gernot Stelter aus Rheindiebach und begann in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege umfangreiche Maßnahmen zur Erhaltung des Gemäuers, die noch andauern.
Heute
Die Burg ist heute über eine Öffnung seitlich über dem Zufahrtsweg (für Fahrzeuge gesperrt) zu betreten. Im Moment (Dezember 2006) erfordert dies eine gewisse Kletterei. Das wird sich aber zukünftig ändern, da der Rhein-Burgen-Wanderweg durch die Ruine führen wird.
Literatur
* Bernhard Gondorf: Wiederaufbaupläne für Burg Fürstenberg am Rhein. In: Burgen und Schlösser, 32. Jg. 1991, S. 28-45
* Günther Stanzl: Der Erzbischof liebte Rot - Der Bergfried der Fürstenberg. Oder: Über das Anmalen von Architektur. In: Burgen und Schlösser, 46. Jg. 2005, S. 208-214
* ders.: Bauforschung und Instandsetzung an der Burgruine Fürstenberg. In: Jahresbericht des Landesamtes für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz 1997-2001, Worms 2003, S. 56-76
* Michael P. Fuhr: Wer will des Stromes Hüter sein?. 40 Burgen und Schlösser am Mittelrhein. 2. Auflage. Schnell+Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1460-1

