Burg Ehrenfels (Hessen)
am Rhein, vom Rossel aus gesehen.]]Die Ruine der Burg Ehrenfels liegt nordwestlich von Rüdesheim am Rhein, auf halber Strecke nach Assmannshausen, am steilen Hang des Rüdesheimer Berges am östlichen Rheinufer. Von der Zollburg sind die 4,6 m dicke, 20 m hohe Schildmauer mit ihren zwei 33 m hohen Ecktürmen sowie Reste des Palas und eines Torbaus erhalten.
Geschichte
Das Erzstift Mainz wurde während des Streits zwischen Philipp von Schwaben und dem Sohn Heinrichs_des_Löwen, Otto, um die Kaiserkrone des Heiligen_Römischen_Reiches durch Pfalzgraf Heinrich_I. angegriffen.
Für den Zeitraum von 983 - 1200 sind die Besitzverhältnisse, die Burg Ehrenfels betreffend, recht ungewiss. Um 1150 bewohnte ein Ritter Widerscholl die mit einem Turm erbaute Burg.
Die Burg Ehrenfels wurde dann vermutlich gegen 1211 durch Philipp von Bolanden im Auftrag Erzbischofs Siegfried II. von Eppstein als Antwort auf den anfangs erwähnten Angriff ausgebaut.Obwohl von Bolanden die Burg mit eigenen Mitteln erbaute, erhob das Erzbistum Mainz Anspruch auf die Burg, als von Bolandens Witwe Beatrix Dietrich von Heinsberg heiratete. 1222 wurde die Burg durch königliches Urteil Mainz zugeschlagen. Sie wurde mit kurmainzischen Burgmannen besetzt und gegen Mitte des 13. Jahrhunderts Zollstation. Die eigentliche Zollstelle lag am Fluss und stand im Zusammenhang mit dem Binger Mäuseturm.
1301 wurde die Burg während des Rheinischen_Zollkriegs der Kurfürsten gegen König_Albrecht Stützpunkt des Mainzer Erzbischofs Gerhard_II._von_Eppstein und nach dem Sieg Albrechts für fünf Jahre an Gottfried von Brauneck übergeben. Stiftsverweser Kuno von Falkenstein baute die Anlage aus, nachdem sie ihm 1353 in der zweiten_Mainzer_Stiftsfehde verpfändet wurde. Erzbischof Gerlach von Nassau versuchte die Pfändschaft aufzulösen, indem er behauptete, Kuno wolle ihn ermorden lassen, und besetzt 1356 die Burg.
Im Dreißigjährigem_Krieg wurde die Burg mehrfach belagert und von verschiedenen Kriegsparteien besetzt.
Über die Verwüstung der Burg gibt es zwei Theorien. Eine besagt, Erzbischof Anselm Casimir Wambolt von Umstadt habe die Burg 1636 niederbrennen lassen, um zu verhindern, dass sie als Schlupfwinkel dient. Als gesichert gilt jedoch, dass die Anlage 1689 im Laufe des pfälzischen_Erbfolgekriegs unter dem französischen Marschall Nicolas Chalon du Blé, marquis d'Huxelles schwer beschädigt wurde. Die äußeren Burganlagen wurden beim Anlegen weiterer Weinberge entfernt.
Die Burg, die 1866 an Preußen fiel, befindet sich heute im Besitz des Landes Hessen.
Bild:Ehrenfels_17.JPG|Burgruine Ehrenfels vom Rhein aus gesehen
Bild:Ehrenfels_4.JPG|Ehrenfels Schildmauer
Bild:Burg_Ehrenfels_2.jpg|Burgruine Ehrenfels vom Rhein aus gesehen
Bild:Ehrenfels1900.jpg|Bingen mit Burg Ehrenfels und dem Mäuseturm, ca. 1900
Bild:Binger_Loch.JPG|Burg Ehrenfels mit Binger Loch und Mäuseturm
Literatur
* Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. Gebundene Ausgabe, 600 Seiten, 2000, ISBN 3-86134-228-6
Veranstaltungen
Rhein in Flammen am 1. Samstag im Juli: Großfeuerwerke und Schiffsrundfahrt am Mittelrhein von Trechtingshausen mit Burg Reichenstein, entlang Burg Rheinstein, Assmannshausen, Mäuseturm, Ruine der Burg Ehrenfels (Hessen), Bingen am Rhein mit Burg Klopp nach Rüdesheim am Rhein mit der Brömserburg.
Weblinks
[http://www.rheingau.de/sehenswertes/ehrenfels Burg Ehrenfels im Rheingau]

