Burg Canstein
Die Burg Canstein liegt im Ortsteil Canstein der Stadt Marsberg im Sauerland.
Geologie
Das idyllisch gelegene Dorf Canstein im tief eingeschnittenen Tal der Kleppe wird von einem steilen Kalkfelsen beherrscht, der bereits in germanischen Zeiten als Angriffs- und Verteidigungsstellung genutzt wurde.
Geschichte
Die älteste urkundliche Erwähnung der Burg stammt aus dem 11. und 12. Jahrhundert. 1080 und 1120 wird ein ?Castrum Cahenstein" erwähnt, als Besitzer werden die Grafen von Eberstein genannt. Zwischen 1296 und 1302 wird die Herrschaft von Graf Otto an das Erzstift Köln veräußert. (Die Erzbischöfe und Kurfürsten von Köln waren seit der Ächtung des Herzogs Heinrich_des_Löwen 1180 durch Kaiser Friedrich_I._"Barbarossa" auch Herzöge von Westfalen.)
Dessen Erzbischof, Walram von Jülich, belehnte im Jahr 1342 die aus der Gegend von Warburg stammenden ?Gebrüder von Pappenheim? (Rave den Älteren, Rave den Jüngeren und Herbold) erneut mit der Herrschaft Canstein und beauftragte sie, eine feste Burg zu erbauen. Diese diente der Sicherung der kurkölner Landesgrenzen gegen den Grafen von Waldeck und das Bistum Paderborn. Belehnung und Burgbau brachten Streit mit den benachbarten Grafen von Waldeck, die territoriale Ansprüche auf die Herrschaft stellten. Die Waldecks erbauten zum Trotz eine Burg gegenüber von Canstein, die sie Grimmenstein nannten. Die nachfolgende Fehde endete mit einem Vergleich, Waldeck musste den Grimmenstein 1346 wieder abbrechen. (Es kam jedoch in den folgenden Jahrhunderten immer wieder zu Grenzstreitigkeiten, die erst 1648 in Artikel IV des Westfälischen_Friedens endgültig beigelegt werden konnten, in dem Waldeck auf seine Territorialansprüche verzichtete.)
Die Rabe von Pappenheim nannten sich nun Rabe von Canstein. Zu der Herrschaft gehörten die Dörfer Canstein, Heddinghausen, Udorf, Leitmar und Borntosten. Unter den Cansteins, die sowohl die Niedere- als auch die Hohe Gerichtsbarkeit, die sogenannte Blutgerichtsbarkeit innehatten, erreichte die Herrschaft fast einen Reichsunmittelbaren Status.
In der Raubritterzeit machten sie sich unliebsam bemerkbar. Sie gehörten nahmen an der Soester Fehde teil, gehörten dem berüchtigten Benglerbund an und plünderten besonders die Waldeckschen Grenzorte. An den Überfall auf Mengeringhausen 1502 erinnert noch das so genannte "Freischießen".
Nach einer Erbteilung wird 1558 zwischen ?unterem Haus? und ?oberem Haus? unterschieden, durch Heirat gelangten schließlich die Spiegel_von_Desenberg in den Besitz des ?oberen Hauses?. Nachdem Carl Hildebrand Freiherr von Canstein 1719 seinen Erbteil der von ihm gegründeten Bibelanstalt und dem Waisenhaus in Halle vermacht hat, wird der Restbesitz vollständig an die Spiegel verkauft. Die Burg war daher auch der Geburtsort der Brüder Franz_Wilhelm (Minister des kölnischen Kurfürsten) und Ferdinand August von Spiegel (Erzbischof von Köln)
1837 verkauften diese an die Grafen von Spee, bereits 1846 kam die Familie von Croy in den Besitz der Burg. Seit 1853 ist die Burg im Besitz der Freiherren_von_Elverfeldt, die große Umbauten vornahmen und die alte Hauptburg um 1900 durch ein Schloss ersetzten.
Literatur
Alexander_Josef_von_Elverfeldt: Canstein im kurkölnischen Sauerland. Geschichte und Geschichten. A. J. von Elverfeldt/Libri Books on Demand, Marsberg und Norderstedt 2000, 198 S., ISBN 3-8311-1173-1
* Jens Friedhoff: Theiss-Burgenführer Sauerland und Siegerland. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1706-8
Weblinks
• Geschichte der Burg Canstein

