Burg Belmont
|Höhenordinate =
|Höhe-Bezug =
}}
Die Stachelsporn, datieren aus der Zeit der Wende vom 10. zum 11. Jahrhundert. Es ist zu vermuten, dass die ältesten Teile der Anlage Belmont aus jener Zeit stammen. Obwohl die Anlage nachweislich bis ins 14. Jahrhundert hinein bewohnt war, wurde sie nach der Mitte des 12. Jahrhunderts nicht mehr wesentlich umgebaut. Dies lässt die Vermutung zu, dass die Besitzer ihren Hauptsitz in andere Burgen verlegt hatten.
Belmont war der Stammsitz der Familie gleichen Namens, die zum kleinen Kreis der edelfreien Herren des Vorderrheintales zählten und Güter in Flims, Vals und Lugnez besassen. Der Name Belmont ist die lateinische/romanische Version des häufigen Namens Schönenberg. Die von Belmont erscheinen in den Urkunden erstmals in den Gamertinger-Verträgen vom 22. Januar 1139 als Zeugen, erwähnt wird ein Lutefridus de Belmont. Mit diesen Verträgen besiegelte der Bischof von Chur den Kauf von verschiedenen Gütern im Oberengadin von den Grafen von Gamertingen.
Die Belmonts waren mit verwandt mit den Freiherren von Vaz, eventuell auch mit den Taraspern. Sie stellten dem Bistum Chur Domherren und mit Konrad III. von Belmont 1273-1282 einen Bischof. Der älteste namentlich erwähnte rätische Student der Universität Bologna war ein Heinrich von Belmont. Mit Ulrich Walter von Belmont starb das Geschlecht 1371 aus. Über dessen Schwester Adelheid, verheiratet in 1. Ehe mit Heinrich von Rhäzüns, gelangte ein Teil der beträchtlichen Erbschaft an ihre Tochter Elisabeth von Rhäzüns, die Gemahlin des Caspar von Sax-Misox.
Urkundlich erwähnt wird die Burg Belmont erstmals 1380 anlässlich eines Tausches von Gütern der Elisabeth von Rhäzüns mit ihrem Cousin Brun von Rhäzüns. Elisabeth behielt sich vor ...den buhel (Hügel) und daz burgstal ze Belmunt und daz gericht ze Flyms ... sowie alle Eigenleute, ..die zuo der selben burg ze Belmunt wilend gehorten... Die Burg dürfte jedoch damals bereits verlassen gewesen sein.
Anhaltspunkte für eine gewaltsame Zerstörung, etwa während der Belmonter Fehde von 1352 oder Brandspuren gibt es nicht. Denkbar ist, dass ein Erdbeben 1356 oder 1358, den Zerfall der Burg beschleunigte. 1461 wird die Anlage noch einmal erwähnt: In einem Schiedspruch über die Grenze zwischen Flims und Trin heist es ... hinder dem burgstal Belmunt.
Galerie
Bild:Belmont_Aufgang.jpg|gemauerter Aufgang zur Anlage Belmont
Bild:Belmont_Zisterne.jpg|Blick nach Süden über die Zisterne
Bild:Belmont_Wohntrakt.jpg|Wohntrakt
Bild:Belmont_Felskopf.jpg|oberster Felskopf
Bild:Belmont_Beringe.jpg|zwischen den beiden Beringen
Bild:Belmont_Südost.jpg|Richtung Südosten
Bild:Belmont_Wandnische.jpg|Raum mit Wandnische
Bild:Belmont_Plan.jpg|Plan der Anlage
Literatur
* Otto P.Clavadetscher, Werner Meyer: Das Burgenbuch von Graubünden. Zürich/Schwäbisch Hall, 1984

