Bure (Felslabor)
In der Nähe des französischen Ortes Bure, gelegen im Département_Meuse, wird ein Untertagelabor durch die ANDRA (Agence Nationale pour la Gestion des Déchets Radioactifs) zur Erforschung der örtlichen geologischen Verhältnisse errichtet. Hintergrund dieser Maßnahme ist die Suche nach einer Lagerstätte für radioaktiven_Abfall. Ein entsprechendes Endlager gibt es bis dato in Frankreich noch nicht.Am 9. Dezember 1998 beschloss die französische Regierung, zwei Untertagelabors zu bauen, um dort durch Forschungsaktivitäten die wissenschaftlichen Voraussetzungen für den Betrieb eines atomaren Endlagers zu schaffen. Als einer der Standorte wurde in diesem Zusammenhang Bure ausgewählt, da die örtliche Tonformation geeignet erschien. Das Felslabor wird in einer Tiefe von 500 m errichtet. Im Falle einer Eignung soll das Forschungslabor zu einem Endlager ausgebaut werden. Dessen Auslegungskapazität könnte nach derzeitigem Stand bei 130.000 m³ mittelradioaktiven_Abfalls_(MAW) und 8.000 m³ hochradioaktiven_Abfalls_(HAW) liegen. Die Regierung Frankreichs betonte, dass die Endlagerung von radioaktiven Abfällen für einen noch nicht festgelegten Zeitraum (300 Jahre wurden vorgeschlagen) reversibel erfolgen würde.
Mit der Errichtung der beiden Zugangsschächte des Labors in Bure wurde im September 2000 begonnen. Die Bauarbeiten, die nach einem tödlichen Arbeitsunfall fast ein Jahr lang unterbrochen waren, werden nicht vor Ende 2004 abgeschlossen sein.
An der ?Erforschung? des Atommüll-Endlagers in Bure sind auch deutsche Firmen beteiligt. Bure ist etwa 150 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Zuletzt stimmte die Nationalversammlung (Frankreich) mehrheitlich für die unterirdirsche Lagerung von Atommüll. Kurz vor der Parlamentspause haben die Konservativen im Parlament die Entscheidung gefällt. Auf Basis der wissenschaftlich zweifelhaften bisherigen Forschung wurde ein Gesetz verabschiedet, das sich für die Vergrabung ausspricht. Nur darüber, ob der Müll rückholbar vergraben wird oder nicht, soll später noch einmal entschieden werden. Von Bure wird zwar nicht gesprochen, aber in Ermangelung anderer Standorte läuft es definitiv auf die wenig besiedelte Region hinaus. Peinlich war, dass bei dem Beschluss gerade 18 Abgeordnete von 577 anwesend waren. Es wäre damit für die Opposition leicht gewesen das Vorhaben zu stoppen. Dafür hätten nur alle die mit Nein stimmen müssen, die sich sonst gegen die Atomkraft und das Endlager aussprechen.
Im Dreiländereck zwischen Frankreich, Deutschland und Luxemburg, regt sich nun auch in der winzigen 80 Einwohnergemeinde Bure seit 1994 langsam Widerstand. Bei einer Demonstration im Juli 2006 im Rahmen des Widerstandsfestivals waren immerhin mehr als 1000 Menschen gekommen.

