Kommandobunker Börfink
Der Kommandobunker Börfink, genannt Bunker Erwin, ist ein ehemaliger geheimer NATO-Bunker in Börfink bei Birkenfeld im Hunsrück (Rheinland-Pfalz) am Fuße des Erbeskopf, von dem aus die Luftüberwachung Mitteleuropas im Kalten_Krieg gesteuert wurde.Geschichte
* 1960, Spatenstich am 1. April, dann zwei Jahre Bauphase
* 1963, Der Bunker wird für ein Jahr in Probebetrieb genommen
* 1964, Inbetriebnahme durch die Deutsche und Amerikanische Luftwaffe am 1. Juni
* 1973, Börfink wird zum NATO-Kommandobunker
* 1974, Der erste Umbauplan wird vorgestellt
* 1975, Beginn der zweijährigen Umbauphase (Betrieb wird eingestellt)
* 1977, Erneute Inbetriebnahme
* 1990, Neubau eines Energiebunkers (Fertigstellung 1994)
* 1994, Übergabe an das Stabsbataillon Birkenfeld
* 1996, Übergabe des Bunkers an das Heeresführungskommando in Koblenz
Bunker
Der Bunker wurde für 250 Soldaten konzipiert, war aber während des allgemeinen Dienstes stets mit 300 bis 350 Soldaten und bei Übungen gar mit bis zu 750 Soldaten besetzt. Er wurde aus diesem Grund mehrfach umgebaut und erweitert. Gesamtgröße der Anlage: 15 000 Quadratmeter.
Der unterirdische Komplex besteht aus einem Personalbunker (4 Etagen, Länge: 72 m, Breite: 53 m, Höhe: 25 m), einem Energiebunker (3 Etagen, Länge: 44 m, Breite: 53 m, Höhe: 21 m) und einem Energiebunker-Neubau (2,5 Etagen, Länge: 55 m, Breite: 47 m, Höhe: 21 m, Bauzeit 1990 bis 1994). Gesamtgröße der Liegenschaft: 68 000 Quadratmeter.
Die Außenwände sind 3,5 Meter dick, die Bunkerdecke besteht aus Doppel-T-Trägern, über denen sich eine Betonschicht (4 m) befindet. Eine Erdschicht (6 m) grenzt den Bunker zur Oberfläche ab.
Die Abgase der Generatoren wurden von einem Luftstrom (Umgebungsluft) ummantelt. Das Kühlwasser ging durch eine 2 km lange Leitung an die Eder, Wärmeabgabe erfolgte durch Wärmeübertrager. Damit war der Kommandobunker für Wärmebilder unsichtbar.
Der Bunker Erwin wird zur Zeit zum Verkauf angeboten.
Interesse am Kauf hat die Sagdeev Nachrichtenagentur aus Moskau, eine Tochtergesellschaft des russischen Auslandsgeheimdienstes. Der Bunker soll allerdings über Dritte erworben werden.

