Bunker (Berlin)
Der sogenannte Bunker in der Albrechtstraße an der Ecke Reinhardstraße in Berlin ist ein unter Denkmalschutz stehender Luftschutzbunker.
Er wurde 1943 von den Nationalsozialisten für 2.500 Mitarbeiter der Reichsbahn erbaut. Der symmetrische und quadratische Bau hat eine Höhe von 18 Metern und 1.000m² Grundfläche. Die bis zu zwei Meter dicken Wände umfassen 160 Räume auf 5 Etagen. 1945 wurde er von der Roten_Armee besetzt und zum Kriegsgefängnis umfunktioniert. Ab 1949 diente er als Textillager und wurde ab 1957 als Lagerraum für Trocken- und Südfrüchte genutzt.
Im Sommer 1992 wurde er von WolleXDP zu einem Hardcore-Techno-Club ausgebaut, genannt die XDP-Hartware - der härteste Club der Welt. Später wurden durch den Hauptmieter Werner Vollert die vier Ebenen regelmäßig mit Gabba-, Hardtrance- und Breakbeat-Partys bespielt. Zudem fanden im Bunker die ersten Snax-Veranstaltungen statt, deren Veranstalter später die Bars Ostgut und Berghain eröffneten.
Im Garten des Geländes gab es zudem den Rot-Kreuz-Club dessen Konzept dem des Bunkers sehr nahe kam. Aufgrund einer Abmahnung des Deutschen_Roten_Kreuz wurde er später in Ex-Kreuz-Club umbenannt.
Nach einer Razzia im Jahr 1995 musste der Betrieb zwar nicht eingestellt werden, konnte jedoch nur noch in unregelmäßigen Abständen erfolgen.
1996 kam es aufgrund einer weiteren Razzia kurz vor der Abschlussparty zu einer frühzeitigen Schließung des Clubs. Der Mietvertrag mit der Oberfinanzdirektion wäre 1997 ausgelaufen.
Die Fuckparade betrachtete den Vorgang der Behörden gegen den halblegalen Club als eine Unterdrückungsmaßnahme gegen alternative Subkultur und startete ihre Route bis zum Jahr 2004 stets vor dem Bunker.
2001 kaufte die Nippon Development Corporation GmbH das Gebäude vom Bund.
2003 wurde der Bunker vom Wuppertaler Sammler Christian Boros erworben, der seine zeitgenössischen Kunstwerke darin aufbewahrt. Auf dem Dach des Gebäudes errichtete er ein Penthouse. Der Entwurf stammt vom Berliner Büro 'Realarchitektur'. Der komplette Umbau wurde 2006 abgeschlossen. Interessenten können die Kunstsammlung nach vorheriger Anmeldung besichtigen.
Literatur
* Nancy von Bunker: Die Tickerlady, Ullstein Tb , 1998, ISBN: 3548312012
* Titsch, M. (2005): Bunker in Wilhelmshaven, Brune Mettcker Druck- und Verlagsgesellschaft mbH, Wilhelmshaven, pp. 223, ISBN 3930510294
Weblinks
• Ausführliche Informationen und Bilder über den Bunker
• Bilder des Bunkers
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• Pressemitteilung vom 27. Juni 2004 zur Fuckparade 2004
• Liebeserklärung an ein Monster (Tagesspiegel'', 25. Februar 2005)
• weitere Bilder

