Bunger-Oase
Die Bunger-Oase ist ein weitgehend eisfreies Gebiet im Wilkesland, etwa sechs Kilometer von der Küste der Ostantarktis entfernt. Sie liegt etwa bei 66°10' S und 100°55' E.Mit ihrer 952 km² großen Fläche ist sie die größte der ostantarktischen Oasen und umgeben von Gletschern. Sie wird im Westen begrenzt durch das Denann/Scott-Gletschersystem, im Süden und Nordosten von kleineren Gletschern und im Südosten durch den antarktischen Eisschild. Nach Norden ist sie durch das Shackleton-Schelfeis mit einer Breite von 50 bis 70 km vom offenen Ozean getrennt. Das Gelände ist hügelig, mit einer maximalen Erhebung von 165 m über dem Meeresspiegel.
Die Oase hat ein für antarktische Verhältnisse mildes Klima; die mittlere Jahrestemperatur wurde an einer meteorologischen Station mit -11,2°C bestimmt, mit gemessenen Extremwerten zwischen 6,9 und -49,6 °C. Über die Oase sind zahllose Tümpel und Brackwasserseen (Epischelf-Seen) verteilt.
Entdeckt wurde die Bunger-Oase im Januar 1947 im Rahmen der Operation Highjump von Leutnant David E. Bunger. Er überflog das Gebiet, machte Luftaufnahmen und landete auf einem vereisten See.
Literatur
* Thomas Kulbe: Die Spätquartäre Klima- und Umweltgeschichte der Bunger-Oase, Ostantarktis. Berichte zur Polarforschung, Alfred-Wegener-Institut für Polar and Meeresforschung, Bremerhaven, 254, 129 S., 1997

