Bundesverband der Migrantinnen in Deutschland
Der Bundesverband der Migrantinnen in Deutschland e.V. bzw. im türkischsprachigen Zusammengang Göçmen Kad?nlar Birli?i ist ein unabhängiger, überparteilicher und demokratischer Zusammenschluß aus der Türkei eingewanderter Migrantinnen in Deutschland. Gegründet wurde der Verein im März 2005 in Köln.Zielsetzung
Ziel des Vereins ist, Integration von türkischen und kurdischen Migrantinnen in allen Bereichen des deutschen Lebens zu fördern.
Der Verein will neben denjenigen der 146 681 Frauen, die in den 60er und 70er Jahren als Arbeitsmigrantinnen aus der Türkei nach Deutschland kamen und bis heute da blieben, nach Selbstdarstellung jegliche kurdische und türkische Einwanderinnen im heutigen Deutschland vertreten.
Aktivitäten
In der nach dem knapp zwei Monate vor seiner Gründung aufsehenerregenden Ehrenmord an Hatun Sürücü in Politik wie Gesellschaft entflammten Debatte um Zwangsverheiratungen und Wertvorstelleung in einer eigentlich begrenzten Anzahl muslimischer Familien in Deutschland wies der Migrantinnenverein auf die unnötigen Stigmatisierungen und Pauschalisierungen aller Migrantinnen und Migranten in der Diskussion hin und trat scharf dagegen ein [http://www.migrantinnen.org/sayfalar/deutsch_text.htm#6]:
:Der Integrationsdiskurs ist seit den Ereignissen vom 11.September bestimmt durch eine zunehmende Distanzierung gegenüber Migranten. Die absurden Ideen Huntington´s vom "Kampf der Kulturen" wirft seinen dunklen Schatten - sowohl außenpolitisch als innerstaatlich. Die aktive Rolle der Politik und der Medien ist unübersehbar. Religionen werden als Argumente für Provokationen, Konflikte und Kriege vorgeschoben. Die Diskussion um Zwangsverheiratung und Gewalt gegen Frauen dient in der Art und Weise, wie sie derzeit geführt wird, als weiterer Katalysator für Unsicherheit, Vorurteile und Feindlichkeit.
Diese Kritik führte zu einer öffentlichen Anhörung des Vereins im Bundestag vor dem Ausschusses Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 19. Juni 2006. Weil in der bis dahin geführten Debatte ?Einzelerfahrungen generalisiert?, Migrantinnen und Migranten ?als Opfer und Täter pauschalisiert und als kulturell rückständig abgestempelt? worden seien, habe sie der Integration türkisch- und kurdischstämmiger Frauen in Deutschland stark entgegen gewirkt.
:Einige Frauen berichteten (...) von befremdenden Erlebnissen mit deutschen Nachbarn, Freunden und Bekannten, die sie in der Form ?seitdem sie in Deutschland sind, noch nie erlebt haben.? So wurden zum Beispiel Frauen von langjährigen Nachbarn und Freunden danach befragt, ob sie zwangsverheiratet wurden oder beabsichtigen, ihre Töchter zu einer Ehe zu zwingen,
hieß es in der diesbezüglichen Erklärung zur Sachlage der Migrantinnen [http://www.bundestag.de/.../Sidar_Demird__gen__Bundesverband_der_Migrantinnen_in_Deutschland_e_V_.pdf].
Weblinks
• Vereinshomepage (mit deutschsprachigen Seiten)
• Papier zur Bundestagsanhörung im Zusammenhang mit dem Ehrenmord an Hatun Sürücü auf www.bundestag.de

