Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Gegründet wurde das Ministerium am 6. Juni 1986, etwa fünf Wochen nach der schweren Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Die damalige Bundesregierung wollte mit diesem Schritt die Zuständigkeiten auf diesem Sektor unter einem neuen Minister zusammenfassen, um den neuen umweltpolitischen Herausforderungen besser entgegentreten zu können. Vorher war der Umweltschutz auf die Ressorts von Innen-, Landwirtschafts- und Gesundheitsministerium verteilt.
Von der Gründung an bis 1998 war das Ministerium stets mit einem CDU-Minister besetzt. Der erste, Walter Wallmann, verließ den Posten nicht einmal ein Jahr später, als er hessischer Ministerpräsident wurde. Insbesondere unter seinem Nachfolger Klaus Töpfer, dem späteren Exekutivdirektor der UN-Umweltorganisation UNEP, wurden zahlreiche Änderungen der Umweltgesetzgebung durchgesetzt. Angela Merkel agierte in dieser Beziehung eher glücklos und das BMU konnte unter ihrer Amtszeit nur wenige seiner Anliegen bei der Bundesregierung durchbringen, da der Umweltschutz zusehends als ein Hemmnis für die ohnehin krisengeschüttelte wirtschaftlichen Entwicklung angesehen wurde.
Mit der Rot-Grünen Koalition von 1998 übernahm Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) den Posten des Umweltministers. Damit einher ging wieder eine stärkere Fokussierung auf den Umweltschutz und in bestimmten Bereichen ein Wechsel der umweltpolitischen Ausrichtung, der sich beispielsweise bei den Themen Atomausstieg, Endlagerung radioaktiver Abfälle (siehe AkEnd) und Ökosteuer zeigt.
Amtierender Umweltminister in der von Angela Merkel geführten Großen_Koalition ist der SPD-Politiker Sigmar Gabriel.
Weblinks
• Offizielle Webseite, die zahlreiche Dokumente im PDF-Format zum Download anbietet, z. B. aktuelle Jahresberichte und Presseerklärungen

