Bundesstraße 26
|ENDPUNKT=Riedstadt unweit des Rheins. Das Ried wird die flache, offene Landschaft entlang des Rheins in Südhessen genannt, bekannt für ihren Spargel und die zahlreiche Kleinindustrie. Die Bundesstraße zweigt mitten im Feld von der B_44 (Frankfurt am Main-Mannheim) ab und führt gerade in östlicher Richtung bis Bamberg in Franken. Sie begleitet dabei auf weiten Strecken den Fluss Main bis zu seinem Ursprung.
Die Straße durchquert die südhessische Großstadt und frühere großherzogliche Residenz Darmstadt (22km) von West nach Ost und führt vierspurig auf der alten Trasse der A 680 an Dieburg (40 km) vorbei und (nun wieder zweispurig) über die Landesgrenze nach Bayern, wo sie nach wenigen Kilometern gleich die alte unterfränkische Kreisstadt Aschaffenburg (65 km) durchquert. Hier begegnet sie auch der B_8 . Nach Fertigstellung des 4-streifigen Ausbaus der dortigen Ebertbrücke voraussichtlich im Jahr 2009 soll eine Abstufung der B 26 in diesem Bereich erfolgen.
Nun schlängelt sich die B 26 in reizvollen Kurven durch den Spessart bis ins sehenswerte Lohr am Main (103 km). Von hier führt sie entlang des Mains nach Gemünden (116 km), der Drei-Flüsse-Stadt, wo Saale und Sinn in wunderschöner Lage in den Main fließen, und weiter bis Karlstadt (132 km). Hier biegt sie vom ständig mäandernden Main ab und zieht mitten durchs Frankenland entlang des Flüsschens Wern in Richtung Schweinfurt (175 km). Bei Arnstein zweigt vorher die B 26a ab, die die B 26 am Autobahndreieck Werneck an die Autobahnen A 7 und A 70 anbindet.
Nun stößt die B 26 erneut auf den Main und begleitet ihn als Uferstraße auf sechzig Kilometer bis Bamberg, wobei sich viele reizvolle Ausblicke ergeben. In Bamberg, der wunderschönen alten fränkischen Domstadt, endet die B 26 symbolträchtig an der Autobahnausfahrt Bamberg-Hafen, direkt am Main, wo sie auf die A 70 fortführt. Die logische Fortführung auf dem Weg nach Osten wäre die B_173 von Bamberg nach Dresden, auf dem Weg nach Westen wäre es die B_420 nach Saarbrücken.
Die Gesamt-Streckenlänge der B 26 beträgt 233 km.
Geschichte
Die Landstraße von Bamberg nach Schweinfurt wurde um 1815 als unpassierbar bezeichnet. Diese Strecke wurde bis 1842 in kleinen Etappen zur Chaussee ausgebaut, weil die damaligen bayerischen Finanzpolitiker keine größeren Geldsummen für den Straßenbau ausgeben wollten.
Die Landstraße von Aschaffenburg nach Roßdorf wurde ab 1780 in einem ersten Abschnitt von der Mainbrücke bis in Höhe der Roten Brücke im Park Schönbusch neu trassiert und als Chaussee angelegt (Große Schönbuschallee). Mit größeren zeitlichen Unterbrechungen wurde sie abschnittsweise bis 1840 fertiggestellt. In Roßdorf bestand Anschluss an die Chaussee von Darmstadt über Reinheim nach Erbach, die bereits 1830 erbaut wurde.
Der Verlauf der Reichsstraße 26, die 1932 eingerichtet wurde, wechselte mehrfach. Ursprünglich begann die R 26 an der R 19 bei Würzburg und führte von dort nach Bamberg (Quelle: Conti-Atlas für Kraftfahrer 1934). Später begann sie nicht in Riedstadt, sondern am Rhein in Mainz-Kastel und führte auf der Strecke der heutigen B_42 bis Darmstadt und dann weiter bis Bamberg.
Literatur
*A. Kurt: Zur Geschichte von Straßen und Verkehr im Land zwischen Rhein und Main. Dissertation an der Universität Frankfurt 1956.
*Hans-Peter Schäfer: Die Entwicklung des Straßennetzes im Raum Schweinfurt bis zur Mitte des 19. Jh. Würzburg 1976.
Siehe auch
• der Bundesstraßen in Deutschland]

