Westdeutschland
Der Begriff Westdeutschland wurde und wird sowohl mit geographischem als auch politischem Hintergrund gebraucht.Geografische Sichtweise
Geografisch gesehen ist Westdeutschland vor allem Nordrhein-Westfalen (NRW), Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Im engeren Sinne kann auch ausschließlich NRW als Westdeutschland bezeichnet werden, wobei Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Südwestdeutschland gleichbedeutend ist. Der Westdeutsche_Rundfunk (WDR) ist als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt ausschließlich für NRW zuständig, in den weiteren Bundesländern senden andere Rundfunkanstalten (der SWR in Rheinland-Pfalz, der hr in Hessen, der SR im Saarland).
Auch im Sport galt größtenteils diese Einteilung. So wurden nach der Einführung der mehrgleisigen Regionalliga als untere Klasse unter der neu gegründeten Fußball-Bundesliga 1963 ausschließlich Vereine aus NRW der Regionalliga West zugeordnet. Die rheinland-pfälzischen und saarländischen Vereine spielten in der Regionalliga Südwest. Die Vereine Hessens wurden ? wegen der umstrittenen Bedeutung der Begriffe Mitteldeutschland und Ostdeutschland ? der Regionalliga Süd zugeteilt.
Politische Sichtweise
Politisch bezeichnete Westdeutschland zunächst das Gebiet der drei Westzonen nach 1945 (ohne West-Berlin), also der amerikanischen, englischen und französischen Zone (ohne das Saarland), sodann die Bundesrepublik Deutschland während_der_deutschen_Teilung_von_1949_bis_1990. Besonders das Ausland bezeichnete die Bundesrepublik der Einfachheit halber oft als Westdeutschland, Beispiel: Made_in_West_Germany.
Westdeutschland wurde im Sprachgebrauch oft in Abgrenzung zu West-Berlin benutzt. Wenn ein Westberliner in ein anderes Bundesland reiste, fuhr er erst einmal nach Westdeutschland. Das tatsächlich bereiste Bundesland war ein Unterbegriff für ihn. Auch Politiker verwendeten diese Terminologie gerne zur logischen Abgrenzung.
Gemäß Artikel 2, Absatz 1 der Verfassung von Berlin war Berlin auch vor 1990 ein Land der Bundesrepublik Deutschland ? also dem zu diesem Zeitpunkt als Westdeutschland politisch bezeichneten Teil Deutschlands ? dieser Artikel konnte jedoch keine Wirkung entfalten, da er von den in Berlin maßgeblichen Alliierten zurückgestellt war. Aus Sicht der DDR war die so bezeichnete ?Selbständige politische Einheit Westberlin? kein Bestandteil Westdeutschlands bzw. der Bundesrepublik Deutschland. Sowohl Berlin (West) als auch die Bundesrepublik betonten jedoch stets die engen Bindungen von Berlin (West) an die Bundesrepublik Deutschland.
Erst 1972 wurde die DDR von Westdeutschland durch den Grundlagenvertrag quasi namentlich anerkannt, eine eigene Staatsbürgerschaft der DDR wurde aber bis zum Ende der DDR nicht akzeptiert.
Bis zum Ende der 1960er Jahre sprach auch die DDR häufig von Westdeutschland, da bis dahin die DDR noch von einem zu vereinigenden Gesamtdeutschland ausging. Später vermied man im offiziellen DDR-Sprachgebrauch die Bezeichnung Westdeutschland als Umgehung des offiziellen Namens ?Bundesrepublik_Deutschland?. Als Zwischenlösung konnte man auch Westdeutsche Bundesrepublik oder nur Deutsche Bundesrepublik hören.
Im heutigen Sprachgebrauch steht Westdeutschland meist als Synonym für die so genannten alten_Bundesländer, erfährt aber im Zuge des Aufkommens neuerer geographischer Begriffe wie beispielsweise ?Mitteldeutschland? eine Umwertung in seine alte Bedeutung.
Siehe auch
Trizone, Weststaat
Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (1945?1990)
* bzw. Ostdeutschland
sw:Shirikisho la Jamhuri ya Ujerumaniuz:Germaniya Federativ Respublikasi (1990 gacha)
wuu:??

