Bundesgenossenkrieg (Hellenismus)
Der Bundesgenossenkrieg von 220-217 v. Chr. war eine Auseinandersetzung zwischen zwei griechischen Bündnissen, welche unter der Führung Makedoniens und des Aitolischen_Bundes standen. Er ist auch als 'Aitolischer Krieg' bekannt.Die Verknüpfung zweier Konflikte führte zum Ausbruch des Bundesgenossenkrieges:
* Der neue makedonische Königs Philipp_V. wollte die hegemoniale Stellung Makedoniens in Griechenland weiter ausbauen und geriet dabei in Konflikt mit dem Aitolischen Bund.
* Der Achaiische_Bund wünschte sein Staatsgebiet auf die gesamte Peloponnes auszudehnen, wobei ihm vor allem Sparta und Elis im Wege standen.
Die Messenier riefen den Achaiischen Bund zur Hilfe gegen wiederholte Plünderungen der Aitoler. Da die Achaier dabei das Nachsehen hatten, schaltete sich Philipp V. von Makedonien ein. Dieser vermittelte die Aufnahme Messeniens in den Achaiischen Bund und versprach gegen den Aitolischen Bund vorzugehen. Dessen Kriegspartei wiederum schloss eine Allianz mit Sparta und Elis, in der Hoffnung die Hegemonie Makedoniens brechen zu können.
Da beide Seiten aber einer Entscheidungsschlacht auswichen, wurden die politischen Verhältnisse in Griechenland durch Plünderungen und Piraterie zerrüttet. Nicht nur die kleineren Staaten (Akarnanien, Epiros, Boiotien), welche sich in einer Symmachie mit Makedonien befanden, hatten darunter zu leiden, sondern auch neutrale Mächte wie Athen, Rhodos oder sogar die ptolemaische Monarchie.
Nach Hannibals großem Sieg am Trasimenischen_See 217 gegen die Römer drohte eine Verschiebung der mediterranen Machtverhältnisse. Um freie Hand zu bekommen, schloss Philipp V. deshalb mit dem Aitolischen Bund den Frieden von Naupaktos, in welchem der Status quo anerkannt wurde. Makedonien und seine Verbündeten sind als Sieger des Krieges anzusehen: Einerseits wurde die Peloponnes weitestgehend unter ihre Kontrolle gebracht, andererseits hatten die Aitoler Teile ihrer Randgebiete verloren, welche nun durch makedonische Besatzungen geschützt waren.

