Bundesautobahn 9
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Die Autobahn führte westlich von Bad Berneck auf einer Brücke mitten durch die Ortschaft Bayreuth-Nord und Bindlach die letzte Autobahnallee in Westdeutschland. Zwischenzeitlich wurde dieser Streckenabschnitt jedoch wieder mit Bäumen bepflanzt.
Die Ausfahrt Bayreuth-Nord (41) wurde in den frühen 70er Jahren, im Zuge des Ausbaus der B 2, nach Norden verlegt. Die Anschlussstelle der Westseite ging bis dahin von der Eremitagestraße kurz oberhalb der Hölzleinsmühle ab und war sehr steil. Im Dreieck der Anschlussstelle lag ein Gebäude der Straßenmeisterei, das heute noch erhalten ist, aber aufgrund der neuen Einhausung von der Autobahn aus nicht mehr zu sehen ist. Die Anschlussstelle auf der Ostseite führte kurz vor der neuen Brücke direkt auf die Bindlacher Allee. Die ehemalige Trasse war bis zum Neubau der Firma Knoll noch in den Feldern sichtbar. Beide Anschlussstellen hatten keine Beschleunigungs- und Bremsstreifen.
Auch bei Trockau wurde der Verlauf verändert. Die neue Trasse verläuft leicht östlich der alten. Der ehemals sehr steile und extrem kurvige Trockauer Berg wurde durch die Verlegung der Trasse entschärft.
Nördlich der Ausfahrt Pegnitz-Grafenwöhr(44), ca. bei Kilometer 331, lag bis zum Ausbau der Autobahn auf sechs Spuren ein kleiner Parkplatz, an dessen Rand eine Bronzeglocke an die Unfalltoten auf deutschen Autobahnen erinnerte. Der Parkplatz existiert nicht mehr, die Glocke steht nicht mehr an dieser Stelle.
Nur ca. 800 m nördlich der heutigen Ausfahrt Pegnitz-Grafenwöhr (44) lag bis in die frühen 80er Jahre die Ausfahrt Pegnitz, die direkt auf die B 2 führte, welche die Autobahn an dieser Stelle auf einer Brücke kreuzt. Die Anschlussstelle 44 hieß damals nur ?Grafenwöhr?. Eingerichtet wurde sie als Zufahrt zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Die B 85 unterquert hier die Autobahn, schweres militärisches Gerät hätte die Brücke an der Ausfahrt Pegnitz nicht benutzen können.
Die Ausfahrt Weidensees (45) wurde wahrscheinlich auf Veranlassung von Hermann Göring gebaut, der im Veldensteiner Forst eine Jagd hatte. Göring hatte im nahegelegenen Neuhaus an der Pegnitz die örtliche Burg gekauft, auf der er Teile seiner Jugend verbracht hatte, und hielt sich dort öfter auf. Der kleine Ort Weidensees selbst hätte problemlos über die Ausfahrten Pegnitz oder Plech versorgt werden können.
Am Hienberg zwischen den Anschlussstellen Hormersdorf (47) und Schnaittach (48) gibt es von jeher unterschiedliche Trassen für die beiden Richtungsfahrbahnen. Die Trennung der Trassen wurde beim sechsstreifigen Ausbau beibehalten, aber der Verlauf wurde verändert. Die Raststätte Hienberg gibt es heute nicht mehr.
Das Autobahnkreuz Nürnberg (51), ehemals ein Kleeblatt, wurde so umgebaut, dass die Überleitung aus Richtung München auf die A 3 Richtung Würzburg vierspurig nach Westen abgeht. () Dieser Umbau stammt aus den Zeiten, als die A 9 nördlich von Nürnberg nur sehr gering befahren war, der Verkehr in Richtung Würzburg dagegen umso stärker war. Der innere östliche Quadrant des Kleeblattes darf nur von der Straßenmeisterei benutzt werden und ist noch mit ? vermutlich originalem ? Kopfsteinpflaster versehen: zwei helle Fahrbahnen, dunkler, durchgehender Mittelstreifen.
An der Abfahrt vom Kindinger Berg zwischen den Abfahrten Denkendorf (59) und Altmühltal (58) erfolgt in Richtung Norden eine Teilung der dreispurigen Fahrbahn: eine Spur nutzt die alte Richtungsfahrbahn, während zwei Spuren über die alte Gegenfahrbahn führen. Diese zwei Spuren sind für Lkw und Pkw mit Anhänger gesperrt. Für die Fahrbahn Richtung Süden wurde eine neue, flachere dreispurige Rampe gebaut, die eine eigene Trasse besitzt.
Trotz des sechsstreifigen Ausbaus sind einige Bauwerke der Originalstrecke erhalten geblieben, wie z. B. die Brücke in der Holledau bei der Raststätte Holledau, die Saalebrücke in Fahrtrichtung München zwischen Lobenstein (29) und Rudolphstein (30) sowie die Tautendorfer Brücke in Fahrtrichtung Berlin zwischen Triptis (26) und Hermsdorf-Süd (25). Zwischen dem Kreuz Rippachtal (19) und der Abfahrt Naumburg (21 a) führen noch drei Orginalbrücken über die Autobahn.
An der Anschlussstelle München-Frankfurter Ring (75) gibt es keine Auffahrt in Richtung Süden sowie keine Abfahrt in Richtung Norden.
Auf Höhe der Anschlussstelle München-Fröttmaning (73) steht zwischen den Fahrbahnen auf einem kleinen Sockel ein kupferner Bär. () Ein gleicher Bär steht an der A_115 (als Verlängerung der A 9 nach Berlin hinein) beim ehemaligen Rasthof Dreilinden.
Planungen
* Verbreiterung auf drei Fahrspuren zwischen AS Bad Klosterlausnitz und AK Hermsdorf (in Bau)
* Verbreiterung auf drei Fahrspuren zwischen AS Triptis und AS Schleiz (vordringlicher Bedarf)
* Verbreiterung auf vier Fahrspuren zwischen AK Nürnberg und AK Nürnberg-Ost (weiterer Bedarf mit Planungsrecht)
* Verbreiterung auf vier Fahrspuren zwischen AD Holledau und AK Neufahrn (weiterer Bedarf mit Planungsrecht)
* Verbreiterung auf drei Fahrspuren zwischen AS München-Frankfurter Ring und AS München-Schwabing (weiterer Bedarf)
Schwere Verkehrsunfälle
Am 19. Oktober 1990 geschah in der Münchberger Senke auf der A 9 einer der schlimmsten_Straßenverkehrsunfälle in der deutschen Geschichte. Im Nebel ereignete sich eine Massenkarambolage mit zehn Toten, 120 Verletzten und 170 beschädigten Fahrzeugen. Um aus diesem Nebeltal herauszukommen, wurde die Fahrbahn, die vorher auf einem Damm mit sieben Durchlässen verlief, im Jahre 2000 für fast 70 Millionen Euro im Zuge des sechsspurigen Ausbaus auf eine Talbrücke verlegt. Die Autobahn liegt nun auf einer knapp 500 m langen Strecke 18 Meter höher als früher. Am 11. April 2003 ereignete sich aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit, Schneefall und gleichzeitigem Sonnenschein in der Münchberger Senke erneut eine Massenkarambolage, bei der über 180 Autos ineinander fuhren. Getötet wurde bei diesem Unfall glücklicherweise niemand. Daraufhin wurde die Autobahn im Jahr 2005 in beiden Richtungen zwischen den Anschlussstellen Münchberg-Süd und Münchberg-Nord mit einer Streckenbeeinflussungsanlage ausgestattet. Seitdem ist es bis heute zu keinem weiteren Massenunfall bei Münchberg gekommen.
Im Sommer 1996 verunglückte an einem Freitagmittag ein Tanklastzug nahe der Elbüberquerung unweit von Dessau. Die A9 wurde daraufhin in südlicher Fahrtrichtung für mehrere Stunden komplett gesperrt. Der nachfolgende Verkehr konnte aufgrund damals noch nicht wiederhergstellter Umfahrungsstrecken nur sehr begrenzt umgeleitet werden. Eine kleine nahegelegene Autofähre war dem Andrang nicht gewachsen, die Roßlauer Innenstadt war völlig überlastet. Es kam zu Verzögerungen von über 7 Stunden. Erst gegen Abend normalisierte sich der Verkehrsfluss.
Quellen
Weblinks
• Detaillierte Streckenbeschreibung der A 9

