Bundesautobahn 72
Aufstufung zur Autobahn bis Leipzig geplant}}
Die Bundesautobahn 72 (Abkürzung: BAB 72) – Kurzform: Autobahn 72 (Abkürzung: A 72) – führt vom Dreieck Vogtland (A 9) nach Chemnitz zur A 4 und wird bis nach Leipzig verlängert. Das in Bayern gelegene Teilstück wurde vor der Öffnung der innerdeutschen Grenze als Bundesautobahn 722 (BAB 722) oder Autobahn 722 (A722) bezeichnet.
Bemerkenswert im Verlauf der A 72 ist die gut 600 Meter lange und 60 Meter hohe Elstertalbrücke über die Weiße Elster bei Pirk. Die Bauarbeiten an dieser Steinbogenbrücke begannen 1937, wurden jedoch erst 1993 abgeschlossen.
Geschichte
Diese Autobahn wurde von 1935 bis 1940 zweispurig errichtet, blieb durch den Zweiten_Weltkrieg unvollendet und ist erst seit 1993 durchgehend befahrbar. Vom heutigen Autobahndreieck Bayerisches Vogtland bis zur Anschlussstelle Plauen-Ost wurde nur die Fahrbahn in Richtung Chemnitz, zwischen Plauen-Ost und Zwickau-West nur die Fahrtrichtung Hof gebaut. Man wollte dadurch schneller eine Freigabe für den Verkehr erreichen, denn die Rohstoffbeschaffung wurde langsam schwierig und immer mehr Bauarbeiter wurden zum Kriegsdienst eingezogen. Die Elstertalbrücke Pirk blieb eine Bauruine, die jeweils zweite Fahrspur wurde nicht gebaut. Außerdem war diese Autobahn von 1951 bis 1989 wegen der deutschen Teilung zwischen Hof/Töpen (3) und Pirk (5) für den Verkehr gesperrt. In der DDR wurde sie nicht weiter ausgebaut, da sie keine wirtschaftliche Bedeutung hatte und das Verkehrsaufkommen sehr gering war.
Die A 72 ist zwischen der Anschlussstelle Chemnitz-Süd und dem Autobahnkreuz Chemnitz in den Jahren 2004 bis 2006 auf sechs Fahrspuren ausgebaut worden.
Am 14. November 2006 erfolgte die Einweihung des ersten Abschnittes zwischen Chemnitz und Leipzig mit dem Teilstück vom Kreuz Chemnitz bis Hartmannsdorf, am 21. Dezember 2006 wurde der anschließende Abschnitt von Hartmannsdorf bis Niederfrohna eröffnet.
Bereits seit Mai 2006 ist das künftige Autobahnkreuz A72/A38 fertiggestellt (heutige AS Leipzig-Süd der A38). Im September 2006 wurde der Abschnitt Borna Süd - Borna Nord fertiggestellt, dieser ist jedoch noch der Bundesstraße 95 zugeordnet.
Die Staatsanwaltschaft Chemnitz ermittelt seit 2005 wegen mehrerer Fälle von Betrug, Bestechung und Untreue im Rahmen der Vergabe von öffentlichen Aufträgen für den Bau der Autobahn.
Planungen
Aufgrund der Überlastung der Bundesstraße 95 zwischen Chemnitz und Leipzig ergab sich die Notwendigkeit der Verlängerung der Bundesautobahn 72. Mit der Verbindung der beiden Großstädte wäre somit eine markante Verknüpfung der drei großen sächsischen Städte Leipzig, Dresden und Chemnitz durch ein
Autobahndreieck vervollständigt und die Ballungsräume Chemnitz-Zwickau und Leipzig-Halle mit einer schnellen Verkehrsachse verbunden. Die Gesamtkosten der 62 Kilometer langen Strecken betragen rund 470 Millionen Euro.
Die Verlängerung der A 72 bis Leipzig ist derzeit im Bau und verläuft über Röhrsdorf, Hartmannsdorf, Niederfrohna (bis hier bereits fertiggestellt), Penig, Geithain und Borna bis südlich von Leipzig zum Anschluss an das Autobahnkreuz Leipzig-Süd mit der (A 38) und weiter entlang der jetzigen B 2 zum künftigen Mittleren_Ring der Messestadt. Der feierliche Baubeginn war am 21. November 2003.
Für die weiteren Abschnitte, die nach ursprünglichen Planungen bis Borna zur Fußball-WM 2006 Mitte des Jahres fertiggestellt sein sollten, wurden bisher die Abschnitte Kreuz Chemnitz?Hartmannsdorf und Hartmannsdorf?Niederfrohna für den Verkehr freigegeben. Für die restlichen Abschnitte wurden 2006 folgende Termine genannt:
*Niederfrohna?Rathendorf: Baubeginn 1./2. Quartal 2007
*Rathendorf?Frohburg: Baubeginn 3. Quartal 2007
*Frohburg?Borna-Süd: Im März 2007 war noch kein Planfeststellungsverfahren eingeleitet
*Borna?A 38: Fertigstellung eventuell 2010
*A 38?Leipzig: Fertigstellung 2020
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wies am 23. Februar 2005 Klagen gegen den Ausbau des Autobahnkreuzes Chemnitz ab. Sechs betroffene Grundeigentümer und Anwohner hatten gegen den Planfeststellungsbeschluss des Regierungspräsidiums Chemnitz für den ersten Bauabschnitt der A 72 vom Autobahnkreuz Chemnitz bis zur Anschlussstelle Hartmannsdorf geklagt.
Am 29. März 2005 war Baubeginn für den bereits fertiggestellten Bauabschnitt der A 72. Im Chemnitzer Stadtteil Röhrsdorf wurde eine Brücke über das Pleißenbachtal mit einer Länge von 299,7 m gebaut. Abgeschlossen wurde auch die Errichtung der Brücke auf dem Abschnitt Hartmannsdorf bis Niederfrohna an der Abfahrt Niederfrohna. Mit dem Bau einer weiteren Brücke (195 m lang und 9,25 m hoch) auf der Flur zwischen Niederfrohna und Mühlau über den Mühlbachgrund wurde am 25. Juli 2005 begonnen. Sie überspannt mit einer Fläche von 6000 m² zwei geschützte Gebiete. Aus ökologischen Gesichtspunkten mussten die Standorte der Brückenpfeiler auf diesem Abschnitt optimiert werden, weswegen z.B. die Richtungsfahrbahnen geteilt wurden. Zwischen ihnen entsteht ein etwa 1,30 m breiter Lichtspalt, wodurch die Besonnung der darunter gelegenen Biotopflächen gesichert wird.
Mit Beschluss des Regierungspräsidiums Chemnitz vom 16. Mai 2007 wurde ein weiterer Bauabschnitt planfestgestellt. Damit herrscht nun Baurecht für den Planungsabschnitt 2 der A 72 Chemnitz?Leipzig. Der Abschnitt beginnt am bereits fertiggestellten Anschlußpunkt Niederfrohna und geht bis zur Anbindung an die B_175 in Rathendorf/Obergräfenhain. Für diesen Abschnitt sind mehrere neue Brückenbauwerke geplant.''[http://www.rpc.sachsen.de/inhaltsseite_9107.htm Pressemitteilung des RP Chemnitz vom 16. Mai 2007]
Quellen
Weblinks/Quellen
• Geschichte der A 72
• Streckenverlauf und Planungen A 72
• Seite, die den Neubau zwischen Chemnitz und Leipzig begleitet
• Seite der sächsischen Staatsregierung zur Planung des Ausbaus der A 72 zwischen Chemnitz und Leipzig mit detaillierten Karten
• Detaillierte Übersicht der A 72
• Fotoserien über den Bau der A 72 zwischen dem Kreuz Chemnitz und der AS Niederfrohna

